HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Die Legende vom Investitionsstau /2

Bild oder: Eins nach dem anderen.

Der neue Homberger Marktplatz ist nur deshalb möglich geworden, weil entsprechend langfristig vorgeplant worden ist – seit 25 Jahren.

1. Nordumgehung

Um die Homberger Innenstadt von dem Schwerlastverkehr zu befreien – wer erinnert sich noch? – war es notwendig, dafür eine andere Verkehrsführung anzubieten. Die Nordumgehung war die Voraussetzung. Die Geschichte der Nordumgehung begann vor 25 Jahren. Und damit die Arbeit an den Voraussetzungen für den Homberger Marktplatz!

1983 lief in der Presse die heiße Diskussion über die Trasse für die Nordumgehung. Wer nach Melsungen fährt kann heute noch die Doppelkurve durchfahren und sieht dabei den damals geplanten Anfang der Nordumgehung, die als große Lösung geplant war.

BildGegen die große Lösung durch das Tal gab es Widerstand, weil es die Zerstörung dieser Naturlandschaft bedeutet hätte. Die Grünen forderten damals eine Trasse, die dicht am Schloßberg entlang führt, die sogenannte kleine Lösung.

Die große Lösung war nicht durchsetzbar. Die gesamte Planung kam zum Stillstand.

Die Stadt Homberg hat viele Jahre später die Initiative ergriffen und selbst einen Bebauungsplan aufgestellt, um so die kleine Lösung mit der Trasse nahe am Schlossberg doch noch zu realisieren. So entstand die Nordumgehung, die 2003 eingeweiht wurde.

2. Parkraumkonzept

Als die Planung der Nordumgehung auf den Weg gebracht worden war, wurde zusammen mit der Gesamthochschule Kassel die Frage der Neuordnung des Verkehrs -vorranngig des ruhenden Verkehrs- aufgegriffen.

Es entstand das Parkraumkonzept. Kernaussage: Als Ersatz für die wegfallenden Parkplätze am Markt sollte der Busbahnhof und die Wallstraße umgebaut und dort mehr Parkplätze geschaffen werden. Die Endfassung des Konzeptes wurde im Februar 2001 vorgelegt und der Umbau geplant. Auch dies eine planerische Voraussetzung für die Umgestaltung des Marktplatzes.

Im Protokoll der Stadtverordnetensitzung vom 6. Nov. 2003 heißt es:

"Nach Fertigstellung der Nordumgehung konnte im Bereich der Altstadt bisher nur eine unzureichende Reduktion der Verkehrsbelastung fertiggestellt werden.
Die Arbeitsgemeinschaft SPD – Bündnis 90 / DIE GRÜNEN beantragt daher die schnellstmögliche Umsetzung von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen für den Bereich Westheimer Straße, Marktplatz, Holzhäuser Straße, Obertor.

Außerdem sollte eine bessere Ausschilderung der Nordumgehung erfolgen, um Umleitungsverkehr von der Autobahn aus der Stadt herauszuhalten."

3. Innenstadt-Neuordnung

Erst nachdem der Durchgangsverkehr durch die Nordumgehung aus der Innenstadt herausgehalten worden war, konnte an die Kanalsanierung in der Innenstadt gegangen werden.
Erst nach Abschluss der Tiefbauarbeiten konnte die Straßenoberfläche neu gestaltet werden.

Wer den folgerichtigen Ablauf einer langfristigen Planung als Investitionsstau bezeichnet, tut dies wider besseren Wissens und verlässt damit die Basis einer sachliche Diskussion: Der Begriff Investitionsstau wird zu einem politischen Kampfbegriff, der auf die Vergesslichkeit der Bürger setzt.


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