Historischer Rathaussaal wurde vernichtet

Foto: Am 14. Juni 2008 wurde im Rathaus-Saal die Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Fresnes unterzeichnet.
Diesen historischen Saal gibt es nicht mehr.
Das Rathaus wurde 1704 in der Amtszeit von Bürgermeister Johann Wolfgang Kalkofen gebaut. Es wurde an der Stelle errichtet an der bereits um 1400 das erste Homberger Rathaus stand.
In der Amtszeit von Bürgermeister Dr. Nico Ritz wurde der Rathaussaal zerstört, um ein paar Büroräume zu schaffen. Die Leichtbau-Metallprofile bilden das neue Traggerüst, daran wurden Gipskartonplatten befestigt. Der innenliegende Erschließungsflur wird durch die Ganzglastüren der Büros belichtet.
Foto rechts:
Einbau der Leichtbauwände, die Holzvertäfelung ist entfernt. Auch die Ahnenreihe der bisherigen Bilder der Bürgermeister ist verschwunden.
Denkmalschutz hat eine gesellschaftliche Funktion, er dient dazu das
…kulturelle Erbe einer Gesellschaft zu bewahren, indem wichtige architektonische Zeugnisse vor Zerstörung, Verfall oder Veränderung geschützt werden.
Der Denkmalschutz spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewahrung der Geschichte und Identität einer Region oder eines Landes.
Quelle
Diesen Frevel haben die Stadtverordneten nicht verhindert, im Gegenteil sie haben das Vorgehen sogar noch verteidigt. Quelle
„Die Neustrukturierung der Räume für die städtische Verwaltung beschäftigt uns schon länger“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Thurau (SPD).
„Aufgrund von Homeoffice und der Interkommunalen Zusammenarbeit ist der Raumbedarf gesunken“, sagte Thurau.
„Unser Bürgermeister will in ein kleineres Zimmer“, sagte Thurau.
„Für größere Sitzungen haben wir zum einen noch die Stadthalle und den Saal in der Krone“, so der Stadtverordnetenvorsteher.
Die Veränderungen im Rathaus böten einen charmanten Nebeneffekt für die Krone, da „dort Leben einkehren würde, wenn dort Ausschusssitzungen stattfinden“, sagte Elke Ziepprecht (FDP) zu der Ausweichmöglichkeit.
„Diese Lösung bringt eine enorme Kosteneinsparung mit sich“, betonte Jana Edelmann-Rauthe (CDU).
Kulturbanausen im Rathaus und "enorme Kosteneinsparungen"
Welches Kulturdenkmal ist als Nächstes an der Reihe?
In der Amtszeit von Dr. Ritz wurde in der Kernstadt zerstört:
Die Menage der ehemaligen Lehrerbildungsanstalt, später auch Sitz des Landrats. Für 1-Euro verkauft.
Das Damenstift gleich daneben, in dem die Schwester von Freiherr von Stein lebte. Von den beiden Grabkreuze der beiden Äbtissinnen ist auch nur eines wieder auf der historischen Grabstelle errichtet worden.
In der Ziegenhainer Straße wurde das Weihnecksche Haus zugunsten des Projektentwicklers Schoofs abgerissen.
In der Kasseler Straße das Haus in dem die Debeka ihren Sitz hatte, abgerissen.
Die Wiskemannsche Villa steht zwar noch, doch das Umfeld hat darauf keine Rücksicht genommen. Im Abstand von wenigen Metern hinter dem Haus ragt auf der Grundstücksgrenze die fensterlos Betonwand des Einkaufszentrums empor. Grenzbebauung ist sonst nicht zugelassen, doch das Planungsbüro ANP aus Kassel hat es möglich gemacht. Die Gründerin Frau Ettinger-Brinkmann war sogar einmal Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, auch im Institut für Baukultur und vielen weiteren Fach-Organsisationen.
In der Holzhäuser Straße 3 wurde in dem Kulturdenkmal mit verschiedenen Strategien versucht den Abriss durchzusetzen, erfolgreich. Erst wurden die Fenster herausgerissen, damit der Regen sein Werk tun kann, dann wurde Elektroschrott außen am Gebäude abgelagert, um den Eindruck der Verwahrlosung zu schaffen und letztlich wurde behauptet, ein großer Teil des Gebäudes sei mit sehr gefährlichen Schadstoffen belastet und müsse deshalb abgerissen werden, was auch durchgesetzt war. Es war eine Lüge, es gab beim Abriss nicht einmal die einfachsten Sicherheitsmaßnahmen.
In der Salzgasse wurde die Scheune des Murhardschen Anwesens (früher einmal Landratsverwaltung), massiv in das Fachwerkgefüge eingegriffen, eine andere Scheune wurde abgerissen, damit etwas Platz für die Kinder im Außenbereich entsteht. Das Wohnhaus steht seitdem leer.
Foto: Abriss der Scheune Webergasse für Spielplatz in der Salzgasse
In der ehemaligen Engelapotheke wurde die innenliegende Treppe abgerissen. In das erste Obergeschoss gelangt man nur über eine neue Stahltreppe. Die im Inneren gelegene weitere Treppe wurde abgerissen. Die obersten Geschosse sind nur durch eine Treppe im Nachbarhaus zu erreichen.
Das sind nur die auffälligsten Eingriffe in die Kulturgüter der Stadt, die sich nicht geniert noch "Fachwerkkleinod" zu nennen.
Alle Vorgänge der letzten 18 Jahre sind in den früheren Beiträgen nachzulesen, einfach mit den Stichworten suchen.
Siehe auch:
Zum Tag des Denkmals – Die Zerstörungen in Homberg

Herr Dr. Nico Ritz äußerte bei einer Sendung des Hessischen Rundfunks (die mit dem Wohnwagen auf dem Marktplatz), daß er eine "Agenda" für Homberg habe. Bei einer Nachfrage meiner Ehefrau bei einer Haupt- und Finanzausschußsitzung, woraus denn diese "Agenda" bestehe, sagte er, dass dies seine persönliche Agenda sei und er sie hier nicht veröfflentlichen werde und er hoffe, dass sie (meine Ehefrau) ebenfalls eine persönliche Agenda habe.
Mir deucht, dass dies gar nicht eine persönliche Agenda der Herrn Dr. Nico Ritz ist, sondern er nur das Konzept "kreativen Zerstörung" kopiert und ziemlich erfolgreich versucht, es durchzusetzen. Dieses Konzept fußt darauf, dass zum Erschaffen von etwas Neuem das alte zunächst zerstört werden muß. Das geht von der Evolutionstheorie Charles Darwin` über sozialistische/kommunistische und kapitalistische Theorien bis zu nationalsozialistischen Grundsätzen.
Von einflußreichen Kreisen wird zur Zeit versucht, durch das Wegnehmen der Identität die Bevölkerung gefügig zu machen für ihre Ziele (hauptsächlich die Maximierung ihres Profits). Das geschieht auch durch Zerstörung von Kulturdenkmälern, Verächtlichmachung von Kultur (z. B. des jeweiligen Dialektes und lokaler und regionaler Traditionen und Rituale). Von einer gegenwärtigen Oppositionspartei wird diese Zerstörung der Identität durch die Gegenseite ausgenutzt, um erfolgreicher zu werden. Letztlich wird sie aber ihre Wähler – wie alle anderen Parteien auch – betrügen.
Von extremen politischen Richtungen (zum Beispiel Kommunismus und Nationalsozialismus) wird das Konzept der "kreativen Zerstörung" meistens direkt angewandt. Die sich selbst so nennende "Mitte" benutzt gern die Möglichkeit, die "Drecksarbeit" von anderen machen zu lassen (zum Beispiel, indem Slawen in der Ukraine gegeneinander aufgehetzt werden – ein Krieg provoziert wird – oder indem Semiten im Nahen Osten freie Hand dabei gelassen wird, andere Semiten zu massakrieren). In letzter Konsequenz kann dies dann auch dazu führen, daß ein Atomkrieg provoziert wird, um zum Beispiel die "überflüssigen" Europäer abzuräumen (Konkurrenz um die verbliebenen Rohstoffe) Oder gar wenn sich einflußreiche Neonazis, wie der in Frankfurt am Main geborene Peter Thiel (Mitinhaber z. B. der Firma "Palantir" / "der sehende Stein"), durchsetzen, kann das auch bewirken, daß mit entsprechenden Aktionen versucht wird, die Weltbevölkerung auf 500 Millionen Menschen zu "begrenzen" (die "Idee" dazu wurde durch eine Rede eines Vertreters der Unternehmer des "Silicon Valley" – ich weiß nicht mehr ob es Peter Thiel selbst war – bekannt).
Ansätze für Europa, die in diese Richtung gehen, sieht man zur Zeit schon bei Aktionen wie des Kappens der Gasversorgung Deutschlands über die Ostsee. Diese Vorgänge werden dann auch noch von den sogenannten "jungen globalen Führern" vor Allem bei den deutschen Grünen verteidigt. Und der Gründer des "Weltwirtschaftsforums" Klaus Schwab rühmt sich dann auch noch öffentlich, diese für diese seine Zwecke ausgebildet zu haben.
Konzepte wie die "freiheitlich demokratische Grundordnung" und die auf ihrer Grundlage beruhenden Gesetze und Verordnungen, werden dabei von denen die meinen, sich das erlauben zu können, als erstes beiseite geschoben. Es werden dafür gerne überstaatliche Verträge und aus ihnen entstandene nicht gewählte und damit ganz deutlich nicht demokratische Gremien herangezogen.
Und die, die das für sich nutzen, liegen in ihrer Einschätzung, sich das erlauben zu können, wohl richtig. Wenn ich versuche, Bekannte und Verwandte auf diese Mißstände hinzuweisen bekomme ich nur zur Antwort "Du und ich können doch eh´ nichts dagegen tun". Und im Extremfall wird mir dann noch gesagt: "Du bist doch als Beamter nur Befehlsempfänger. Für die Anordnungen, die Du erhältst sind doch deine Vorgesetzten verantwortlich." Warum – warum wurde dann das Grundgesetz so verfasst wie es verfasst worden ist?