Botschafter besucht Bürgermeister
Der Besuch wurde auf allen verfügbaren Medien zu einem besonderen Ereignis aufgeblasen. HNA, Homberger Anzeiger, Lokalo 24, Internetseite und elektronischer Newsletter der Stadt.
Der Inhalt war dürftig.
Bei aller diplomatischen Höflichkeit, die bei einem solchen Besuch angebracht ist, sollte doch etwas mehr zur Sache und den Zusammenhängen berichtet werden. So ist es nur eine der Selbstdarstellung des Bürgermeisters, dem der Besuch willkommen schien, um von den weniger schönen Seiten seiner Amtszeit abzulenken.
Welches Interesse hat der Botschafter von Weißrussland (Belarus) am Besuch Hombergs? Er wolle die Partnerschaftsstädte von den Weißrussischen Städten kennenlernen, sagte er.
Der Botschafter kam als Vertreter des Staates Weißrusslands, als Vertreter des Diktators Lukaschenko, er kam nicht als Vertreter der Bürger aus Stolin, die die Hilfe benötigen und dankbar aufnehmen. Der Stolin-Verein unterstützt seit vielen Jahren die weißrussische Stadt mit notwendigen Hilfsgütern, die der weißrussische Staat für seine Bürger nicht aufbringt. Kein Ruhmesblatt für den Botschafter dieses Staates. Was bringt der Botschafter dem Verein mit außer "herzlichen Grüße seines Landes"? Werden die Hilfstransporte weniger bürokratische Hürden in Weißrussland überwinden müssen oder wird der Botschafter dem Verein auf anderer Weise helfen?
Das deutsche Außenministerium informiert zu Weißrussland:
Die von Manipulation und Intransparenz gekennzeichnete Wahl am 19.12.2010, das gewaltsame Vorgehen der Staatsmacht gegen Demonstranten und Zivilgesellschaft und die politisch motivierte Verurteilung von über 30 Personen zu zum Teil mehrjährigen Haftstrafen wurden von der Bundesregierung scharf kritisiert. Sie bedeuteten einen Rückschlag nicht nur für die Demokratisierung und Annäherung von Belarus an die EU, sondern auch für die bilateralen Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland.
In den Beziehungen zu Belarus setzt Deutschland gemeinsam mit den Partnern in der Europäischen Union auf die Aufrechterhaltung des Drucks auf die für die Repressionen Verantwortlichen und verstärkt auf die Unterstützung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Kräfte in Belarus."
Die Rolle des Magistrats und des Vereins in der Partnerschaft
"In der Tat arbeiten die Homberger, insbesondere der Magistrat der Stadt Homberg und der Homberger Stolin-Verein seit über 20 Jahren zum Wohle der Stoliner an dieser herzlichen Städtepartnerschaft."
Die 27 Hilfstransporte des Vereins, die jährlich organisierten Kinderaufenthalte und der Kulturaustausch sind überzeugende Beweise für die Arbeit der Vereinsmitglieder, die die Freundschaft mit den Menschn in Stolin begründen und pflegen.
Die Arbeit des Magistrat überzeugt dagegen nicht. Nach dem Hessentag erhielt auch der Stolinverein eine 5.000 Euro Spende vom Auftritt der Bundeswehr-Big-Band. Diesen Betrag wollte Bürgermeister Martin Wagner dem Verein nicht auszahlen, sondern ihn mit den Kosten verrechnen, für die aus Stolin eingeladenen Gäste. Erst nach Protest des Vereins wurde die Spende für die humanitäre Hilfe übergeben. Die Mutter des Bürgermeisters dagegen erhielt die 5.000 Euro-Spende für ihre Rußlandhilfe, ohne ein Verein zu sein, ohne das Geld wirklich umgehend für die humaniäre Hilfe einzusetzen.
Wagner schenkte der Partnerschaft mit Stolin kaum Aufmerksamkeit. Erst einmal reiste er nach Stolin, aber nicht wie vorher Bürgermeister Blau, der selbst zahlreiche Hilfstransporte auf den langen Fahrten aktiv begleitete. Wagner nahm den bequemen Weg mit dem Flugzeug. bezahlt aus der Stadtkasse und ließ sich in Minsk abholen. Von Minsk bis Stolin fährt man mit dem Auto rund 7 Stunden.
Auf dem Foto seines Pressesprechers sind die Gründer und Aktiven der Partnerschaft nur im Hintergrund zu sehen, ansonsten auf den Fotos der Botschafter und der Bürgermeister. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Auch hier.
Fotos: Homepage und Newsletter der Stadt Homberg
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