Vorschriftsmäßige Asbestreinigung?
Nachdem der Forst- und Umweltdienst Borken ein Jahr lang nichts tat, um die eigenen Mitarbeiter im Brennholzhof und die Nutzer und Beschäftigten in den vermieteten Hallenteilen vor Asbestfasern zu schützen, eine solche Belastung sogar mit allen Mitteln versuchte zu leunen, erfolgte ab Mitte Mai eine Reinigung der Hallen. Was auf den ersten Blick professionell aussah, erwies sich bei genauerem Hinsehen als wenig professionell und vorschriftsmäßig.
Dabei geht es nicht um Einhaltung von Formvorschriften, es geht um Gesundheitsgefährdung.
Die Mitarbeiter der Kölner Firma Esbona Umweltdienste GmbH hatte Luftschleusen, Luftfilter, überprüfte Indurstriesauger im Einsatz. Soweit erweckte die Arbeit Vertrauen.
Asbestbelasteter Abfall im offenen Container
Donnerstag, 26. Mai 2011, 18:47 Uhr
Am Abend des Donnerstag, 26. Mai, nachdem die Reinigungskräfte ins Wochenende gefahren waren, waren in dem offenen Container vorschriftsmäßige Plastikverpackungen mit Asbestwarnhinweisen zu sehen, aber auch unverpackten Sperrmüll, so zum Beispiel Stühle, die bisher in einer der Hallen lagerten. Es ist nicht ersichtlich, wieso ein Teil der Gegenstände aus den Hallen ordnungsgemäß verpackt wurden anderer aber nicht, obwohl das gleiche Gefährdungspotential bestand.
Montag, 30. Mai 2011, 8:30 Uhr
Die Stühle im Container sind nicht mehr da, dafür liegt anderer Sperrmüll darin. Unbekannte haben über das Wochenende brauchbar erscheinendes mitgenommen, sie konnten nicht wissen, dass sie sich damit einer Gefährdung durch Asbestfasern ausgesetzt haben.
Die verantwortliche Bauleitung hätte den Zugang zu dem Container verhindern müssen. Nach den technischen Richtlinien muss der Container nach Arbeitsschluss abgefahren werden, stattdesssen stand er öffentlich zugänglich ohne Warnhinweis.
Ortstermin durch die Aufsichtsbehörde
Nachdem dem Amt für Abfallwirtschaft dieser Zustand bekannt wurde, reagierte es sofort telefonisch. Umgehend wurde der Container mit einer Plane abgedeckt. Ein zweite Absetzmulde mit Deckeln, die aber nicht abgeschlossen waren, wurde abtransportiert.
Als Mitarbeiter des Amtes am 1. Juni 2011 in der Frühe die Baustelle überprüften, "waren auch Herr Müller vom Forst- und Umweltdienst des Schwalm-Eder-Kreises und der beauftragte Bauleiter Herr Marciniak anwesend." heißt es in dem Bericht des Amtes.
Weiter heißt es: "Die Container waren somit ausreichend gegen unbefugten Zugriff geschützt. Das komplette Gelände ist eingezäunt und die Zufahrt ist mit einem Tor versehen, welches außerhalb der Betriebszeiten verschlossen wird. Das Gelände ist somit nicht frei zugänglich.
Aus abfallwirtschaftlicher Sicht besteht für mich kein Handlungsbedarf mehr."
Täuschungsmanöver durch den Forst- und Umweltdienst
Bei der Feststellung, dass die Zufahrt außerhalb der Betriebszeiten durch ein Tor verschlossen wird und somit das Gelände nicht frei zugänglich ist, kann es sich nur um eine Erklärung der beiden Vertreter des Forst- und Umweltdienstes gehandeln haben, denn die Schließung selbst konnte bei einem Ortstermin nicht überprüft werden. Mit dieser Information wurden die Mitarbeiter des Aufsichtsamtes getäuscht. Zwar gibt es ein großes Tor, dass außerhalb der Betriebszeiten geschlossen wird, doch die ständig offene Zufahrt erfolgt durch den alten Zugang zur Kaserne, die Straßen auf dem Gelände sind öffentliches Straßenland. Der Container ist nicht gesichert, wie man es den Mitarbeitern glauben machen wollte.
Das Amt für Abfallwirtschaft teilte inzwischen mit, dass die Staatsanwaltschaft informiert wurde.
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