HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Undurchdachte Kitaplanung

BildMal grüner Freiraum, mal Waldkindergarten, mal beides zusammen

Am Anfang war der Wille des Bürgermeisters, in der Salzgasse in einer Altstadt-Scheune den neuen Kindergarten zu bauen.
Als die Kritik des fehlenden Freiraums im Grünen kam, wurden zwei externe Freiraumflächen ins Gespräch gebracht. Jenseits der Obertorstraße hinter der Stadtmauer und am Fußweg zwischen Webergasse und Hessenallee.

Im Laufe der Debatte wurde den Befürwortern dieses Standortes klar, dass der Neu- und Umbau in der Altstadt erst in 18 Monaten fertig sein würde. Für die 60 Kinder und ihre Eltern, die sich jetzt schon für einen Platz angemeldet haben, kommt diese Lösung zu spät.

Dann wurde aus der Freiraumfläche hinter der Stadtmauer ein Waldkindergarten für max. 20 Kinder, der an den geplanten Altstadt-Kindergarten angeschlossen werden soll. Das heißt bei extrem schlechten Wetter würden die 20 Kinder in dem Gebäude unterkommen.

Nun ist das Gebäude aber erst in 18 Monaten bezugsfertig. Schon hieß es, bis dahin wird der Waldkindergarten an den Osterbach-Kindergarten angeschlossen. Der Osterbach-Kindergarten ist aber schon jetzt überlastet, er sollte mit einer Gruppe weniger belegt werden. Bei Schlechtwetter wird die Belegung noch erhöht.

In 18 Monaten, wenn der Altstadt-Kindergarten in Betrieb ginge, würde die Fläche an der Stadtmauer sowohl Waldkindergarten für 20 Kinder sein, als auch zusätzlich Freiraum für 80 Kinder aus dem Altstadt-Kindergarten, die zwischenzeitlich dort hin gehen.

Bis 2017 würden von den 60 Kindern auf der Warteliste ein Drittel in dem Waldkindergarten betreut werden. Was ist mit den andern 40 Kindern in der Gruppe, um die der Osterbach-Kindergarten entlastet werde sollte?

Verkehrs- und Parksituation am Altstadt-Kindergarten

Schon die Architekten aus Hessisch-Lichtenau wiesen in ihre Studie auf die unbefriedigende Verkehrssituation hin.
Der Stresstest am Sonntag Vormittag zeigte schon bei einem viel geringerem Verkehr die gegenseitige Blockade. Offenen Auges wird eine Konfliktsituation in Kauf genommen.

Nach der Stellplatzsatzung muss der Kindergarten für 20 Kindergartenplätze zwei Pkw-Stellplätze ausweisen, bei 80 Kindern also 8 Stellplätze. Diese würden schon von dem Personal belegt. Für die an- und abfahrenden Eltern, die ihre Kinder in den Kindergarten bringen und übergeben und später abholen ist gar kein Platz vorgesehen. Sie müssen sich in dem engen Straßenraum drängen und wahrscheinlich auch den Verkehr blockieren.

BildDas Landesfeindsche Anwesen

In dieser historischen Anlage aus Wohnhaus, Scheune, Stallung und neueren Garagen sollen die Garagen abgerissen werden, damit entfallen die Stellplätze für die Wohnungen im Wohnhaus. Die Verwertung des Wohnhauses wird damit erheblich verschlechtert. Dabei ist das gut belichtete Wohnhaus mit seinen drei Fensterseiten eines der wenigen Gebäude in der Altstadt, die den Vorzug von viel Licht haben. Wenn von Wohnungen für jungen Familien in der Altstadt geträumt wird, wäre dieses Haus dafür besonders gut geeignet. Allerdings nicht ohne Stellplatz, ohne Gartenanteil.

Was soll der Eigentümer mit dem Wohnhaus allein. Es wird schwer verkäuflich, da es in der Nutzung stark eingeschränkt wird.

Bisher ist noch nichts bekannt geworden, dass die Stadt das Grundstück gekauft hat. Zu dem alternativen Standort am Stadion sagt Dr. Ritz, das müsse erst noch erworben werden. Warum sagt er es nicht auch von diesem Grundstück?

Der Kindergarten auf diesem Gelände behindert die Wohnsituation und fördert sie nicht.

Bisher ist nur beschlossen, dass die Stadt die Scheune mit dem Anbau kaufen kann. In der neusten Zeichnung des Architekten Gerlach ist aber auch das Stallgebäude abgerissen worden, um dort noch etwas mehr Freiraum zu schaffen. Zu diesem Vorhaben gibt es noch keinen Beschluss und dafür sind bisher auch keine Kosten ausgewiesen und genehmigt.

Umbaukosten

BildDie Baukosten für die Instandhaltung der Scheune belaufen sich allein auf 434.000 Euro.
Von dem Scheunengebäude wird etwas weniger als die Hälfte für den Kindergarten-Bau benutzt. Dieser Kostenanteil beträgt 590.000 Euro.

Der Neubauteil kostet 776.000 Euro. Die Abrisskosten für den Scheunenanbau sind dabei noch nicht enthalten.

Die Baukosten in der Scheune sind unsicher, da erst während der Bauzeit genauer Einblick in den Zustand möglich ist. Daraus können weitere Kosten entstehen.

Das Bauvorhaben Ärztehaus, das jetzt auf über 5 Mio. Euro Baukosten kommen wird, ist ein warnendes Beispiel.

 

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