Bürgermeister zum Brandschutz bei Abifeier
Der CDU-Stadtverordnete Axel Althaus kaufte zusammen mit seiner Frau und seinem Partner in der ehemaligen Dörnbergkaseren Gebäude und Gelände. Den Stadtverordneten war nur der Name Hucke genannt worden, der dort Elektrofahrzeuge bauen und warten wolle.
Der Name Althaus fiel nicht. Der Name wurde auch nicht von Bürgermeister Martin Wagner und Joachim Kothe (HLG) genannt, als in der Arbeitsgruppe Konversion am 29. November 2012 nach den bisherigen Käufern im Kasernengelände gefragt wurde.
900 Besucher
Am 25. 01. 2013 wurde in einem der Gebäude eine Abifete mit
900 Besuchern veranstaltet. Seit 2006 stehen die ehemaligen Gebäude der Bundeswehr leer. Ob Wasser und Abwasser funktionierten ist fraglich. Es sollen Toilettenwagen aufgestellt gewesen sein. Das wäre ein Hinweis auf die das nicht funktionsfähige Kanalsystem. Zur Heizung der Halle wurden gasbetriebene Terrassenstrahler aufgestellt. In dieser Nacht herrschten Minustemperaturen von 6°C.
Der Bürgermeister räumte zwar Fehler ein, behauptete aber es hätte kein Sicherheits- oder Brandschutzrisiko bestanden.
Anfrage
und Bürgermeister-Antworten
SPD und Grüne stellten zu dieser Aussage des Bürgermeisters eine Anfrage. Die Antwort des Bürgermeisters ist in der Dokumentation nachzulesen. Er behauptete, es hätte eine Begehung einer Firma für Brandschutztechnik gegeben. Den Namen dieser Firma wusste er in der Stadtverordnetensitzung am 25. 4. 2013 nicht, er wollte ihn nachträglich im Protokoll veröffentlichen. Im Protokoll ist aber kein Name genannt – hat eine Begehung einer Firma für Brandschutztechnik doch nicht stattgefunden? Die zuständige Feuerwehr war weder vorab eingebunden noch war sie über die Veranstaltung informiert. Die sicherheitsfachliche Bewertung der Aussagen des Bürgermeisters steht noch bevor.
:: DOKUMENTATION ::
Auszug aus dem Protokoll der Stadtverordnetensitzung vom 25. 4. 2013
Anfrage der Fraktionen SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN vom 11. April 2013
betr. Abifete in der Halle der Dörnbergkaserne
Aufgrund welcher Unterlagen und Fakten kommt der Bürgermeister zu seiner Einschätzung des Sicherheits- und Brandschutzrisikos?
Nach meiner Kenntnis wurden dort im Vorfeld Gespräche mit unterschiedlichen Fachbehörden geführt. Eine Begehung mit einer Firma für Brandschutztechnik, das Vorhalten von Sicherheitspersonal, das Bereitstellen von Feuerlöschern, dem permanenten Offenhalten der drei Zugänge sowie der Dachluken waren gegeben. Damit war ein ausreichender Luftaustausch vorhanden.
War die Kreisstadt Homberg (Efze) über die Durchführung der Veranstaltung informiert? War die Veranstaltung bei der Stadt angemeldet?
Es gab keine präzisen Informationen, lediglich eine allgemeine Nachfrage nach Verkauf von Bratwürsten ohne Nennung des Veranstaltungsortes und Termin. Diese Person wurde durch Mitarbeiter der Ordnungsverwaltung informiert und ist danach nicht mehr wiedergekommen.
Wer war für die Einhaltung der gesetzlichen Auflagen verantwortlich, wer hat die Mieteinnahmen erhalten? Welche weiteren Veranstaltungen gab es in diesem Bereich bzw. sind hier weitere Events geplant?
Für die Einhaltung der gesetzlichen Auflagen ist der Veranstalter verantwortlich. Mieteinnahmen erhielt die HLG. In Vorjahren gab es verschiedene Veranstaltungen z. B. Bikertreffen, Feuerwehr und THW wie heute Vormittag. Für den Herbst plant der MSC Homberg eine Kart-2000-Veranstaltung vom ADAC. Weiterhin sind Veranstaltungen der Feuerwehr geplant.
Ist die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen in der betreffenden Halle rechtlich zulässig, besteht eine brandschutztechnische Abnahme der Halle?
Die Durchführung ist dann möglich, wenn es bauaufsichtsrechtlich und ordnungsrechtlich genehmigt ist.
War die Homberger Feuerwehr über die Veranstaltung informiert?
Nein.
Wie wird bzw. wurde der Brandschutz sichergestellt, waren Feuerwehrleute vor Ort?
Eine Begehung mit einer Firma für Brandschutztechnik, das Vorhalten von Sicherheitspersonal, das Bereitstellen von Feuerlöschern, dem permanenten Offenhalten der drei Zugänge sowie der Dachluken waren gegeben. Damit war ein ausreichender Luftaustausch vorhanden.
Ist es brandschutzrechtlich zulässig, in der geschlossenen Halle gasbetriebene Terrassenheizpilze aufzustellen? Ist dem Magistrat und dem Bürgermeister bekannt, dass entsprechende Geräte in der Halle aufgestellt waren?
Aufgrund der veröffentlichten Fotos im Internet ist dies jetzt bekannt. Brandschutzrechtlich gelten die Herstellerhinweise als Voraussetzung zum Betreiben der "gasbetriebenen Terrassenheizpilze".
Da es unterschiedliche Leistungsdaten dieser Heizpilze im Hinblick auf Hitze, Verbrennungsvolumen und CO2 Freisetzung, sowie Sicherungseinrichtungen wie z.B. Sauerstoffmangelsicherung gibt, gilt pauschal, dass Mindestabstände zu brennbaren Materialien und ausreichende Luftzufuhr sichergestellt werden müssen.
Nach den oben beschriebenen Kenntnissen waren die Zugänge und Dachluken permanent geöffnet, so dass nicht von einer "geschlossenen Halle" ausgegangen werden kann.
Bleibt der Magistrat bei der vom Bürgermeister gegenüber der Presse vorgetragenen Beurteilung des Brandschutz- und Sicherheitsrisikos?
Die Mitglieder des Magistrats haben unterschiedliche Auffassungen zu dieser Frage.
Welche weiteren Maßnahmen wurden oder werden vom Magistrat im Zusammenhang mit der Durchführung dieser Veranstaltung eingeleitet?
Wird derzeit geprüft.
[Ende der Antworten des Bürgermeisters auf die Anfrage]
Die Nachfragen Herrn Böllings und Herrn Gerlachs beantwortet der Bürgermeister.
Ebenfalls beantwortet er eine weitere Frage Herrn Höses.
Die dritte Frage Herrn Gerlachs kann er zunächst nicht beantworten. Dem Protokoll soll hinzugefügt werden, welche Brandschutzfirma angesprochen wurde.
[Ende des Protokoll-Auszuges]
Der Name der Brandschutzfirma wurde im Protokoll entgegen dieser Ankündigung nicht genannt.


Teer beinhaltet giftige Stoffe. Der Geruch ist ein Hinweis darauf.
Wagner will nichts von Zahlungen wissen, über die sein Pressemitarbeiter Fotos und Berichte fertigte.
Angeblich nicht vorhandene Briefe tauchen wieder auf.
… in Homberg scheint vieles möglich zu sein.
Die ernsthaften Unternehmen, die im Kasernengelände gekauft haben, können nicht bauen, es gibt noch kein Baurecht.
Danke, danke, danke
Auch Unternehmen dürfen ihren Lebensunterhalt verdienen, aber auf ehrliche Weise wie die Mehrheit der Bürger. Nicht durch heimliche Geschäfte, begünstigt durch die Parteifreunde und zu Lasten der Steuerbürger.
Der Bürgermeister schwieg, wo er zu antworten hat.