HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Burgmuseum – kein Museum – Begegnungsstätte?

Blick zum Burgtor

Am 30. Oktober stellte die HNA die Museumspläne der Burgberggemeinde vor. Ein 200 m² großes Museum sollte nach den Wünschen des Vereins neben dem Restaurant entstehen. Kosten: 470.000 Euro. Ausgestellt werden sollen die Fundstücke, die bei der Brunnenfreilegung gefunden wurden. Dieses Vorhaben soll mit Fördermitteln aus dem Programm Stadtumbau mit finanziert werden, so die Vorstellungen des Vereins und wohl auch der Stadt, denn in der nächsten Stadtverordnetenversammlung soll das Fördergebiet für das Programm um den Burgberg erweitert werden.

Kein Konzept
In der Sitzungseinladung heißt es: "In der Stadtverordnetenversammlung am 26. August 2010 wurden Entwürfe der Burgberggemeinde Homberg für ein Begegnungszentrum mit Museum auf dem Schlossberg vorgestellt."
Da ich an dieser Sitzung nicht teilgenommen hatte, ein Blick ins Protokoll: Dort ist nicht der kleinste Hinweis auf das Thema zu finden. So etwas gab es auch schon früher bei der Parkhausplanung, angeblich vorgestellte Konzepte, die in keinem Protokoll vermerkt waren. Schriftliche Unterlagen ebenfalls Fehlanzeige.
Für einen so weitreichenden Beschluss braucht es auch mehr als einen Bauentwurf. Ohne ein stichhaltiges und nachprüfbares Konzept kann nicht entschieden werden.

Offizielle Begründung
"Denkbar ist u. a. die Aufnahme des Projekts in das Integrierte Handlungskonzepts des Städtebauförderprogramms Stadtumbau in Hessen, da das Projekt konzeptionell kein Museum im herkömmlichen Sinn beinhaltet, dadurch eine überregionale Bedeutung hat und auch von außerhalb Kaufkraft in die Stadt sieht ." (Originalschreibweise)

"da […] kein Museum […], dadurch eine überregionale Bedeutung hat und auch Kaufkraft in die Stadt sieht."
Das ist alles an Begründung.

Es ist kein Museum, was dann? Als Begegnungszentrum soll es im August vorgestellt worden sein. Wer soll sich da begegnen? Keine Beschreibung von Zielgruppen, keine Abschätzung über Besucherzahlen. Keine Ansätze einer Kosten-Nutzen-Abwägung. Keine Diskussion über die verkehrstechnischen Voraussetzungen. (Ein Bus kommt nicht auf den Berg, Pkw-Anzahl ist durch die Fläche begrenzt.) Die Fundstücke aus der Brunnenfreilegung sind für die Beteiligten mit vielen Erinnerungen aufgeladen, das lässt sich nachvollziehen. Aber deswegen kommt niemand extra auf den Berg, es muss mehr geboten werden. Selbst eine Ausstellung erfordert mindestens Aufsichtspersonal, es muss geheizt werden. Wie hoch sind die laufenden Betriebskosten? Wie können die erwirtschaftet werden?

Solange kein schlüssiges Konzept vorgelegt werden kann, und sei es erst auch nur grob, bleibt es eine nette Idee.
Fördermittel lassen sich nur einmal ausgeben. Es gilt abzuwägen, wo und womit ist der größte Effekt zu erreichen. Auf der Burg oder in der Stadt? All diese Fragen sind nicht einmal gestellt, geschweige denn gibt es ein Antwort. Außerdem sollen die Städtebaufördermittel im Sparprogramm der Bundesregierung stark gekürzt werden, auch das ist nicht erwähnt.

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Dokumentation

Aus der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung 18. November 2010

Zu Punkt 14:
Städtebauförderprogramm Stadtumbau in Hessen;
hier: Erweiterung des Stadtumbaugebietes Homberg Altstadt um die Flächen zwischen Parkstraße und Hausbrunnenweg (Schlossberg)

Mit Beschluss Nr. 7 vom 09. Februar 2006 hat die Stadtverordnetenversammlung die Stadtumbaugebiete für die Stadt Homberg gem. § 171 b Baugesetzbuch (BauGB) festgelegt. Im Integrierten Handlungskonzept der Interkommunalen Kooperation Schwalm-Eder-Mitte wurden die von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Stadtumbaugebiete übernommen.

In der Stadtverordnetenversammlung am 26. August 2010 wurden Entwürfe der Burgberggemeinde Homberg für ein Begegnungszentrum mit Museum auf dem Schlossberg vorgestellt. In Gesprächen der Stadt Homberg mit der Burgberggemeinde und dem Amt für Wirtschaftsförderung des Schwalm-Eder-Kreises wurden Fördermöglichkeiten für die Umsetzung der Maßnahme erörtert. Denkbar ist u. a. die Aufnahme des Projekts in das Integrierte Handlungskonzepts des Städtebauförderprogramms Stadtumbau in Hessen, da das Projekt konzeptionell kein Museum im herkömmlichen Sinn beinhaltet, dadurch eine überregionale Bedeutung hat und auch von außerhalb Kaufkraft in die Stadt sieht .

Für einen Förderantrag muss jede Stadtumbaumaßnahme in einem von der Stadtverordnetenversammlung und der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Schwalm-Eder-Mitte beschlossenen und vom Land Hessen anerkannten Stadtumbaugebiet liegen. Deshalb ist für einen Projektantrag das Stadtumbaugebiet zu ändern und das Integrierte Handlungskonzept des Zweckverbandes fortzuschreiben.
Der Magistrat berät in seiner Sitzung am 18. November 2010 über die Erweiterung des Stadtumbaugebietes Altstadt. Bürgermeister Wagner wird in der Sitzung die Beschlussempfehlung vortragen. Ein Abgrenzungsplan ist als Anlage Nr. 41 beigefügt.

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