Marktplatz Ost zum Dritten
„Auf dem Friedhof in Chicago ist mehr Leben, als in der Homberger Innenstadt.“ Der Mann der das sagt, muss es wissen, es ist Hombergs Bürgermeister Martin Wagner. HNA 22.3.2013
Der Mann der das sagt, beschreibt damit das Ergebnis seiner mehr als 10-jährigen Amtszeit. Bereits 2003 präsentierte er den großen Wurf für Homberg. Genau wie jetzt sollte damals schon ein großes Einkaufszentrum in dem Quartier östlich des Marktplatzes entstehen. Geschehen ist nichts, nur hohe Kosten sind entstanden.
2011 holte der Bürgermeister erneut das Projekt "Marktplatz-Ost" in gewandelter Form aus der Schublade in der es nach der Kommunalwahl wieder verschwand. Kreisstadt dreht die ganz großen Räder hieß es im Homberger Anzeiger.
Shopping-Visionen für die Kreisstadt. Exklusivvertrag
Die Umstände sind noch gut in Erinnerung. Die Stadtverordneten wurden zu einer Sondersitzung ins Rathaus geladen. Die Öffentlichkeit widerrechtlich ausgeschlossen. Das hat der CDU erhebliche Stimmen bei der Kommunalwahl gekostet. Die neue gegründete FWG konnte davon profitieren und gewann aus dem Stand 15 % Wählerstimmen.
Und nun noch einmal der Versuch mit einem Einkaufszentrum zu punkten, obwohl alle wirtschaftlichen Voraussetzungen fehlen.
Gutachten des Denkmalamtes weiter unter Verschluss
Die Studie des Denkmalamtes über den baulichen Zustand des Altbaubestandes und dessen historische Bedeutung ist bis heute nicht veröffentlicht.
„Wir haben jetzt alle geforderten Informationen zusammengetragen und es gibt deutlich zustimmende Signale vom Denkmalschutz und dem hessischen Wirtschaftsministerium“, sagt Wagner.
Welche zustimmenden Signale vom Denkmalschutz gekommen sei, hat der Bürgermeister bisher nicht schriftlich vorgelegt.
Sondergebiet Einkauf
Im vorliegenden Entwurf des Flächennutzungsplans ist das Planungsgebiet östlich des Marktplatzes als Sondergebiet Einkaus "SO Ei" ausgewiesen. In einem Sondergebiet Einkauf sind keine Wohnungen erlaubt, mit Ausnahme von Hausmeisterwohnungen.
„Leben, Wohnen und Einkaufen in der Innenstadt müssen attraktiver werden“, fügt er an. Dass das mit den neuen Plänen gelingen kann, zeigt sich Wagner überzeugt. „Es haben sich sogar schon fünf Leute gemeldet, die dann Interesse an einer Mietwohnung haben.“ HNA 22.3.2013
Wenn der Bürgermeister mit Mietwohnungen wirbt, dann ist das eine erneute Täuschung der Homberger.
Noch in guter Erinnerung: Technologiepark
Vor einem Jahr präsentierte der Bürgermeister einen Technologiepark mit Altreifen-Pyrolyse in dem Kasernengelände. Davon ist nichts mehr zu hören und zu lesen. Der euphorische Besichtigungsbericht über die Pyrolyseanlage in Hoyerswerde, den Architekt Joachim Gontermann damals auf der Homepage der Stadt veröffentlichte, ist dort nicht mehr zu finden. Diese Scheinaktivitäten sind in Homberg nicht vergessen.

Ein Leser schrieb heute:
In die engen Gassen können keine größeren Fahrzeuge als 7,5 Tonner einfahren. Der Handel liefert nur mit 40-Tonnern aus, nur so kann er wirtschaftlich im Wettbewerb bestehen.
Der Parkplatz in der Holzhäuser Straße soll mit Tiefgarage, Verkaufsflächen und Wohnungen in den Dachgeschossen überbaut werden.
In den Häuserblock sollen Neubauten für große Verkaufsflächen entstehen.
In der privaten Studie heißt es zwar nicht mehr Einkaufszentrum, es soll aber weiterhin 4000 qm Verkaufsfläche entstehen, obwohl es bereits ein Überangebot in Homberg gibt. Positiv ist der Erhalt der historischen Gebäude und der Ausbau von Wohnungen.
Immer mehr Menschen erhalten Niedriglohn, der allein nicht mehr zur Existenzsicherung ausreicht. Homberg liegt unter dem Bundes- und Europadruchschnitt. Damit gibt es auch nur eine geringe Kaufkraft in Homberg.