HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Einkaufszentrum – Corona – Cittaslow

  
Am 10. Dezember 2020 eröffnete in Homberg das neue Einkaufszentrum. Die Eröffnung ist durch Corona bestimmt. Zeitgleich ist in der HNA zu lesen, Homberg sei eine Cittaslow-Stadt.
Diese drei Begriffe bezeichnen schlaglichtartig die aktuelle Stadtpolitik.
  

Einkaufszentrum

Direkt neben der historischen Altstadt wurde auf einem hervorgehobenen städtebaulichen Areal ein Baukomplex errichtet, der nur eine Funktion hat: Konsum.
Monokulturen sind nicht nachhaltig, weder in der Natur, noch in der Stadt.

Der Hessische Einzelhandelsverband riet zu einer Mischnutzung mit Wohnungen oder anderen sozialen Einrichtungen.
Die Bürger stimmten dafür, den alten Baumbestand zu erhalten und zu integrieren.

Hinweise und Bitten wurden abgelehnt, sie würden nicht zu den Plänen des Projektentwicklers passen.  Die Homberger Politik ordnete sich unter, sie wollte das Projekt "nicht versemmeln" (Dr. Nico Ritz).

Projektentwickler haben nur ein Ziel: Möglichst großen Gewinn aus einem Projekt zu ziehen, und es danach an Investoren zu verkaufen. Der Projektentwickler verkauft das Projekt der Stadt mit schönen Schlagworten von Attraktivität, Belebung der Innenstadt und Entwicklung.

Am Anfang stand eine Falschmeldung: Das Kaufkraftpotential in Homberg wurde maßlos übertrieben. 184 Mio. Euro Kaufkraft sei mit dem Projekt anzuziehen.

Als Mittelzentrum stellt Homberg (Efze) den Versorgungsstandort für rund 36.000 Menschen dar. Im Einzugsbereich besteht ein Kaufkraftpotential von rund 184 Mio. Euro.
Bautenstandsbericht 1, Startbericht vom 18.09.2019

Die Industrie- und Handelskammer sah lediglich 85 Mio. Euro Kaufkraftpotential und hielt nur ein wesentlich kleineres Einzugsgebiet für realistisch.

Mit einer rechtswidrigem Veränderungssperre wurde das Projekt geschützt und ein wohnortnahes Nahversorgungszentrum verhindert.

Zwei historische Gebäude unter Denkmalschutz wurden abgerissen.

Warum? Um die größtmögliche Verkaufsfläche und damit den größtmöglichen Gewinn aus dem Projekt heraus zu holen. Dafür mussten billige Arbeiter aus Osteuropa den Bau hochziehen.

Planer erfüllten die Wünsche des Projektentwicklers und schufen mitten in der Stadt durch den großen Parkplatz einen zukünftigen Hitzeplatz, der auch den Planern von ANP Kassel bewusst war.
Im Abwägungsverfahren nach der Planoffenlegung zur 1. Änderung schreiben sie:

"Aufgrund der geringen Anteile an Vegetationsflächen ist im Plangebiet von einer Tendenz zur Überwärmung und daher einem belasteten Bioklima auszugehen."
Begründung zum Bebauungsplan Nr. 61-1.

Die Mehrheit der Stadtverordneten hatte keine Bedenken:

"Die Stärkung der Attraktivität des Standortes im zentralen Versorgungsbereich der Stadt Homberg (Efze) hat hier Priorität."

Der größte Teil der Verkaufsflächen liegt im fensterlosen "Basement". Ein Nutzungsänderungen für die fensterlosen Räume ist schwierig bis unmöglich. Dieser Bau ist nicht nachhaltig.

Das Einkaufszentrum ist damit zu einem Denkmal bedenkenloser Unterwerfung unter die Interessen des Geldes geworden. Sehenden Auges hat die Stadt die Bereitschaft signalisiert, die negativen Folgen in Kauf zu nehmen.
  

Corona

Corona steht für zahlreiche anderen Bedrohungen, die sich seit Jahrzehnten schleichend aufgebaut haben.
In der Stadtpolitik wird nur mit Schlagworten darauf eingegangen, ohne tatkräftig gegenzusteuern. Seit Jahren wird zum Beispiel der Verlust von Ackerland beklagt, in Homberg soll jetzt wieder neues Bauland auf gutem Ackerboden ausgewiesen werden – bei sinkender Einwohnerzahl.
Viren sind nicht sichtbar und können dennoch das gesellschaftliche Leben weltweit lahmlegen. Es gibt aber viele andere Krisen, die bereits sehr deutlich sichtbar und spürbar sind, auf die auch nicht angemessen reagiert wird. Zum Beispiel:
Die Folgen der  fortschreitende Erderwärmung sind auch nicht mehr in den Wäldern zu übersehen. Große Bestände sind abgestorben.
Die Dürre nimmt zu.

Corona steht für die Folgen einer Gesellschaft, die darauf ausgerichtet ist, Gewinne zu privatisieren und die Folgen und Verluste der Allgemeinheit anzulasten.
Die Folgen dieser als Liberalismus bezeichneten Ideologie zeigt sich auf vielfältige Weise.
Corona: Ein neuer Virus legt weltweit das öffentliche Leben lahm. Ein Virus aus der Tierwelt, der auf Menschen übergesprungen ist, da der Lebensraum von Tieren immer mehr zerstört wird. Weitere Viren und Epidemien können  folgen.

Corona steht für die vielen Bedrohungen für die natürliche Lebenswelt. Lange Zeit wurden die schleichenden Veränderungen nicht wahrgenommen. In den letzten Jahren sind sie so deutlich geworden, dass sie nicht mehr zu übersehen sind: Vertrocknete und brennende Wälder auf allen Kontinenten, Einbußen bei der Ernte, Wasser wird knapp, Verlust der Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten zerstörte das ökologische Gleichgewicht, schlägt Lücken in das komplexe Zusammenwirken, dem wir unsere Existenz verdanken. Die Folgen bedrohen die menschliche Existenz. Corona ist dabei nur eine  von vielen Folgen. Die Einschränkungen, die Corona für das öffentliche und private Leben mit sich gebracht hat, sind nur eine kleine Vorübung zu den schon heute absehbaren Bedrohungen der nächsten Zeit.

 

Cittaslow

 
Homberg ist im Netzwerk lebenswerte Stadt aufgenommen worden, meldete die HNA.
Diese Meldung kommt genau in der Phase der Eröffnung des Einkaufszentrums. Gerade werden 7.800 Quadratmeter Verkaufsfläche für den Lebensmittelhandel eröffnet, der von Montag bis Samstag, von  morgens 7 Uhr bis abends 22 Uhr die Waren aus aller Welt anbietet. Dem wird der Wochenmarkt als Baustein des Cittaslow-Konzeptes gegenüber gestellt, der einmal in der Woche für drei Stunden auf dem Marktplatz regionale Produkte anbietet, aber auch Schinken aus Tirol und sizilianischer Produkte.

Cittaslow nennt die notwendigen Voraussetzungen, welche die Städte für die Aufnahme in das Netzwerk der lebenswerten Städte schon erfüllt haben müssen, um aufgenommen zu werden.

"Kern der Vereinigung Cittaslow ist ein Katalog von Kriterien, von denen schon bei Beantragung der Mitgliedschaft mindestens 50 % erfüllt sein müssen. In diesem Sinne kann die Mitgliedschaft bei Cittaslow als Zertifikat oder gar Auszeichnung für bereits getätigte Maßnahmen und Aktivitäten verstanden werden."

Quelle: "Lokale Qualitäten, Kriterien und Erfolgsfaktoren nachhaltiger Entwicklung kleiner Städte – Cittaslow", August 2013

Nach Aussage von Cittaslow Deutschland vom 11. Dezember 2020 hat die "starke Motivation" der Stadt für die Aufnahme in das Netzwerk gereicht.  Homberg habe "eine entsprechende Analyse vorgenommen und zu den Zielen und Kriterien von Cittaslow Stellung bezogen." Die Stadt habe sich zu „Nachhaltigkeit und Verbesserung der Lebensqualität verpflichtet".

Das neue Einkaufszentrum ist nur ein Beispiel, das im Widerspruch zu den Zielen der Cittaslow-Bewegung steht.

Cittaslow wird in Homberg zu einem Feigenblatt, das Schäden durch die eigene Fehlentwicklung verdecken soll.
Schade, eine gute und wichtige Bewegung wird in Homberg als Marketing missbraucht.
  
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Falschinformation zur Protokollführung

Über die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 8.12. 2020 berichtetet nh24 und schreibt unter anderem: "Dirk Pfalz (BLH) forderte intensiv ein ausführliches Protokoll, während Bürgermeister Dr. Nico Ritz widersprach. Die Form des Protokolls sei gesetzlich geregelt und nicht die Sache eines Gremiums." Diese Aussage des Bürgermeisters ist falsch. § 61 HGO – Niederschrift (1) 1 Über […]

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Logistik-Monokultur: In Edermünde wehren sich Grüne

  Vor einigen Tagen berichtete die HNA, die Grünen in Edermünde hätten die Ausrichtung der Gemeinde auf die Logistik kritisiert. Sie belegten es mit der Darstellung auf der Homepage der Gemeinde. Und die Grünen in Homberg?    Wie sieht es in Homberg aus? Alles in Allem: die gute Lage, die gute Verfügbarkeit von günstigen Flächen […]

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Verkehrsstau in der Kasseler Straße

Das Einkaufszentrum ist noch nicht eröffnet, und schon staut sich der Verkehr zur Mittagszeit in der Kasseler Straße. Wie wird das in Stoßzeiten am Morgen und am Abend werden? Wenn die Bedarfsampel auf Rot steht, ist schnell der Kreisel an der Drehscheibe blockiert. Der Stau auf dem Foto wird durch ein abbiegendes Fahrzeug in die […]

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Kampf um die Kunden

Abbildung: Aktuelle Angebote 6.Dezember 2020   Der Kampf um die Kunden zwischen REWE und EDEKA kommt in eine neue Phase. Ein Kampf zwischen den beiden Einkaufzentren, zwischen Osterbach und Ziegenhainer Straße. Wieviel Kunden nehmen das REWE im neuen Einkaufszentrum "Drehscheibe" an?  Wieviele bleiben dem Standort von EDEKA im Osterbach treu?   Der Kampf um die […]

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Hombergs neues Zentrum in der Innenstadt


Den trüben Nachmittag nutzten Homberger um sich das neue Homberger Zentrum anzusehen.

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Eine Haushaltsberatung ohne Beratung

Quelle: Auszug aus der Niederschrift vom 19.11.2020   In der Novembersitzung (19. 11.2020) der Stadtverordneten stand der Haushaltsplan für 2021 zur " Beratung und Beschlussfassung" auf der Tagesordnung. Die Sitzungsunterlagen mit einen Umfang von 580 Seiten konnten die Stadtverordneten ab 6. November im Ratsinformationssystem  (RIM) einsehen. Sie hatten 14 Tage Zeit, sich durch diesen Berg […]

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Fördermittel: „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“

     Vor drei Jahren wurde Homberg in das Förderprogramm Stadtgrün aufgenommen. Dezember 2017 erhielt Homberg bereits 136.000 Euro Fördermittel. Das Programm erhielt einen neuen Namen: Wachstum und nachhaltige Erneuerung. Dafür wurde ein Programm entwickelt, mit allem was man sich so wünschen konnte. Ob es notwendig, ob es vorrangig ist, wurde nicht überlegt. Es ist […]

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Hombergs neuer Radweg

Rekordverdächtig kurzer Radweg neu in Homberg

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28. Nov. 2020, 12 Uhr: Letzter Lebensmittel-Laden in Wernswig geschlossen

Foto: Edeka-Laden in Wernswig, am 28.11.2020, um 12:00 Uhr schloss sich die Ladentür endgültig. Im Juli 2008 hatte der Laden sein 100. Jubiläum gefeiert. Nachdem sie das Geschäft 55 Jahre geführt hatte, übergab Frau Helga Knauf den Laden ihrer Familie an die Familie Lotz, die es bis heute führte. Umsatzeinbrüche durch Corona führten letztlich zur […]

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Frag den Förster, frag den Bürgermeister

Foto: Gefällter Baum im Juli 2020 am Burgberg Im Oktober sollten am Burgberg aus Sicherheitsgründen viele Bäume gefällt werden, berichtete die HNA Ende August mit Berufung auf die Aussagen des zuständigen Leiters des Forstamtes Neukirchen. Ende November ist davon noch nichts zu sehen. Auf den Bericht im Hingucker kommentiert ein Leser: "Haben Sie vor Veröffentlichung […]

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Bebauungsplan Änderung noch nicht rechtskräftig: Wo hängt es?

Vor dem Gesetz sind alle gleich, einige sind Gleicher. Diese werden aktiv von den Behörden und dem Bürgermeister unterstützt.
Bei einem einfacher Bürger wäre schon längst eine Baueinstellung verfügt worden.

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Osterhäuschen: Ein Spiegel der Homberger Entwicklung

 Von der Stadt zum Abbruch frei gegeben Fotos: Aus einer gepflegten Parkanlage wurde in Homberg durch amtliche Verwahrlosung ein Schandfleck. Der Niedergang nahm 2014 Fahrt auf, nachdem mit dem Fällen eines alten gesunden Baumes ein Zeichen gesetzt wurde. Ab 2014 sah die Stadt dem Vandalismus zu und blieb untätig, unternahm nichts zum Schutz Es erinnert […]

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