Spuren des Architekten Gerlach in Homberg
Architekt Gerlach aus Fritzlar stellte seine Planung für einen Kindergarten auf auf dem Anwesen Landesfeind zwischen Salzgasse und Webergasse gestern im Kinder- und Jugendausschuss vor.
Bei diesem historischen Gebäudekomplex sollen die Wirtschaftsgebäude, der Scheunenanbau und Garagen abgerissen werden. Die Scheune soll instandgesetzt werden und in den unteren Ebenen ein Teil des Kindergartens untergebracht werden. Große Fensterelemente sollen in die historische Fassade zur Salzgasse hin eingebaut werden. In die Fensternischen können sich die Kinder setzen und zurückziehen, so Gerlach. Die Fenster gehören zu "Differenzierungsräumen". Die Fenster der Gruppenräume sind nach Nord-Ost ausgerichtet.
Gerlach erzählte den Ausschussmitgliedern viel über den Bauablauf, auf den die Stadtverordneten sowieso keinen Einfluss haben. Er sagte nichts dazu, wie das historische Baumaterial von den Gebäuden, die er abreißen will, geborgen und für die Weiterverwendung in der Stadt gesichert werden kann. Ein verantwortlicher Architekt sollte das im Blick haben.
Wie wird sich ein Kindergarten mit einem Hof und den tobenden Kindern auf die weitere Entwicklung als Wohnstandort in dem Quartier auswirken?
Wie kann das verbleibende Wohnhaus ohne weitere Grundstücksflächen für Wohnnutzung erhalten werden?
Wie geht das ganz ohne Stellplätze für die Eltern und Beschäftigten sowie Bewohner des Wohnhauses?
Er sieht da keine Probleme. In die Salzgasse kann man Balkone anbauen, sagt Gerlach. Wer in der Stadt wohnen will, braucht kein Auto. Erzieher können ihr Auto auf dem Reithausplatz abstellen, so Dr. Ritz.
Der Architekt Gerlach hat in Homberg schon Spuren hinterlassen, die eines gemeinsam haben: Er hat kein Verständnis für den Erhalt historischer Bauten und ist auch sonst nicht darauf bedacht, Schützenswertes zu schützen.
Sanierung des Kirchplatzes (2007-2008)
Als verantwortlicher Architekt hat Gerlach für die Abdichtung der Schirnen Lösungen geplant, für die die beauftragte Firma keine Gewährleistung übernehmen wollte. Entgegen dem fachlichen Hinweis wurde doch so gebaut, seitdem sind die Schirnen wegen des eingetretenen Wasserschadens nicht mehr nutzbar. Der Magistrat weigert sich auf Anfragen, die Verantwortlichen zu benennen, er deckt sie. Schadenersatz ist bis heute nicht geleistet und von der Stadt eingefordert worden. Der Architekt scheint in der Stadtverwaltung Förderer zu haben, die ihn in Schutz nehmen anstatt auf Schadensbehebung zu dringen.
Gestaltung der Schirnen
Gerlach schlug vor, die historische Vorderfront der Schirnen durch eine Glaskonstruktion zu ersetzen. Der historische Zusammenhang scheint ihn nicht zu interessieren.
(Abbildung: Gerlachs Vorschlag wurde von Architekt Gontermann aufgegriffen und so dargestellt)
Ehemaliges Landratsamt Freiheiter Straße
Dieses Gebäude baute er so um, dass viel historische Substanz vernichtet wurde und die äußere Gestaltung nichts mehr mit den einstigen Kulturdenkmal zu tun hat. So wurde der Innenflur um 3 bis 12 cm verbreitert, das müsse so sein, sagte er.
Rathaus barrierefrei
Auch für das Rathaus soll er Umbaupläne erarbeiten, außerdem soll das Rathaus barrierefrei umgebaut werden. Was dabei heraus kommt, kann man an dem Umbau des ehemaligen Landratsamtes erahnen.
"Wald"-Kindergartengebäude
Bei diesem Projekt zeigt er, dass er sich über elementare Regeln im Umgang mit den Bäumen auf der Baustelle hinwegsetzt. Die Bäume wurden im Wurzelbereich geschädigt und damit gefährdet. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis sie wegen "Verkehrsgefährdung" gefällt werden.
Zerstörung statt Schutz und Erhalt, das ist das ablesbare Kennzeichen bei den Projekten in Homberg.
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Bürgerinteressen haben kein Gewicht in Homberg.
Der Pläme für den Umbau der alten Scheune und den Anbau zwischen Salz- und Webergasse werden heute öffentlich im Ausschuss vorgestellt. Ab 18:30 Uhr im Rathaussaal im 1. obergeschoss. Zuhörer sind eingeladen.
Als Bürger kann man nicht darauf vertrauen, dass die Stadtverwaltung die Grünanlagen der Stadt schützt und sich rechtmäßig verhält.
Ein echter Waldkindergarten sieht anders aus, als dass was jetzt als Billigversion eines Kindergartens hinter der Stadtmauer gebaut wird.
Das geschönte Geschichtsbild der Reformationszeit und der Rolle Luthers bedarf der historischen Aufarbeitung.
Pressemitteilung der FWG zur Baustelle des Waldkindergartens
Von einem Versprechen zum nächsten unausgereiften Projekt hangelt sich der Bürgermeister durch seine Amtszeit. Homberg in der Warteschleife, wirft die Stadt immer weiter zurück.
Der Bau des Waldkindergarten hat Folgen für alle Homberger, den Weg an der Stadtmauer entlang wird es wohl so nicht mehr geben, zur Sicherheit der Kinder.