HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Manipulation statt Information aus Rathaus und Presse

 

   
Kernprinzip der Demokratie ist die Debatte, die zu Entscheidungen führt. Alle Menschen sollen an der Gestaltung der Gesellschaft mitwirken können. Die Kommunalpolitik wird oft als Schule der Demokratie bezeichnet, weil die Themen vor Ort überschaubar sind und die Menschen unmittelbar von den Auswirkungen der Entscheidung betroffen seien.

 

Vom Nutzen der Debatte

Um debattieren zu können, müssen die Menschen Informationen erhalten können. Sie benötigen Informationen, welche Themen in der Kommune anstehen, wie die Zusammenhänge und die Interessen liegen, welche Alternativen es gibt, und welche positiven und negativen Folgen damit verbunden sind. In einer Debatte kommen neue Gesichtspunkte hinzu, die bei dem ersten Entwurf nicht enthalten sind. Wer je Bauten oder Projekte entworfen hat, weiß, dass ein Entwurf erst in einem langen Prozess reift. Der erste Entwurf wurde längst zerrissen und durch einen ausgereiften ersetzt.

Am unmittelbarsten waren ursprünglich Informationen in den öffentlichen Sitzungsunterlagen und den Sitzungsprotokollen zu finden. Nachdem die Bürgerliste erfolgreich die Einführung eines Ratsinformationssystems beantragte, waren die Unterlagen und die Sitzungsverläufe gut zu erkennen. Dann aber wurden die Unterlagen und die Protokolle immer inhaltsleerer. In den Protokollen heißt es jetzt nur "zur Sache sprachen". Mit dieser Strategie des Magistrats wird die öffentliche Debatte verhindert und die parlamentarische Kontrolle unmöglich gemacht. Das hat System und ist so gewollt. Auch der Stadtverordnetenvorsteher macht da mit. Er hätte es in der Hand, für inhaltsvolle und wahrheitsgemäße Sitzungsunterlagen einzutreten und mangelhafte Vorlagen nicht auf die Tagesordnung zu setzen.
  

Teure Folgen unreifer Beschlüsse und Baumaßnahmen

Wo die Informationen fehlen, wird die öffentliche Debatte verhindert, wird der erste Schnellschuss ausgeführt und die Mängel gebaut, die bei einer Debatte zu einem großen Teil vermieden gewesen wären.
  

Wie können sich die Bürger sonst noch informieren?

Bürgermeister Dr. Nico Ritz erklärte kurz nach dem Amtsantritt im neu eingerichteten und längst wieder verschwundenen Forum auf der Homepage der Stadt: Für die Information der Bürger reichen das Gemeindeblättchen und die HNA. 
Das Gemeindeblättchen ist das offizielle Bekanntmachungsorgan der Stadtverwaltung und somit des Bürgermeisters. Die HNA gibt vor, als Presse neutral zu berichten, doch sie hat sich in einem schleichenden Prozess zu einem weiteren Sprachrohr des Rathauses entwickelt. Diese Tendenz ist nicht neu und trifft auf den Lokaljournalismus generell zu.
   

Zwei Fälle geben einen erschreckenden Einblick

   
1.  Schützenhilfe aus der rechten Ecke

Als die Bürgerliste vor einem Jahr vor der Bürgermeisterwahl dazu aufrief, von beiden Wahlmöglichkeiten bei einem Kandidaten die Möglichkeit Nein zu wählen, löste das eine heftige Reaktion bei der HNA in Homberg aus. Die HNA suchte sich einen Politikwissenschaftler mit zweifelhaften Ruf, um seine Stellungnahme zu veröffentlichen. In Dresden fand sie Prof. Werner Patzelt, der die AFD beriet. Die Uni Dresden hatte sich von ihm getrennt, berichteten die Medien:

Der Leopoldina-Referent Patzelt tritt dort auf und macht dort mit, wo Fake News, Antisemitismus, Rassismus und Sexismus sich die Klinke in die Hand geben. Egal ob es um Rassismus, Nationalismus, Antifaschismus oder Corona geht – Patzelt sympathisiert offensichtlich immer mit denjenigen, die sich für die autoritärste und reaktionärste „Lösung“ einsetzen.

Kurzum gibt es an sich wohl kaum eine antidemokratische und menschenfeindliche Struktur, der Patzelt noch keinen Besuch abgestattet hat. Quelle

 

Und hier noch die Einleitung zu einem Gastbeitrag für die rechte Wochenzeitung  "Junge Freiheit"

Werner Patzelt analysiert in einem Gastbeitrag für die Berliner Wochenzeitung „Junge Freiheit“ die Thüringenwahl. Darin zeichnet er ein düsteres Bild der Folgen von Erfurt: „Also verheißt das Erfurter Lehrstück Linke, Sozialdemokraten und Grüne werden fortan Deutschland wohl immer regieren oder mitregieren, während eine klare Politik rechts der Mitte auf absehbare Zeit ausgeschlossen ist. Quelle

 

2. Mehr Bauland für Homberg

Die HNA erweckte in einem Beitrag den Eindruck, es müsse mehr Bauland in Homberg ausgewiesen werden. Dieser Ansicht ist jedenfalls der Bürgermeister. Dass neues Bauland Verlust von landwirtschaftlichen Flächen bedeutet, der gerade angesichts der Klimaverschlechterung vermieden werden muss, stört dabei nicht.
Zur Bekräftigung suchte die HNA das Gespräch mit Professor Stefan Rettich für Stadtplanung an der Uni Kassel. Sie befragte ihn nach dem Trend, dass Bürger den Wunsch haben aus den Ballungsräumen in das Umland auszuweichen, gerade jetzt unter den Einschränkungen der Pandemie.

Gibt es heute noch Stadtplaner, noch dazu in der Uni, die für die Ausweitung von Baulandflächen eintreten? Eine Anfrage bei Professor Stefan Rettich brachte die folgende Antwort vom 11.02.2021:

Ich hatte Frau Müller die "Push- und Pull-Faktoren" erläutert, die zur Stadtflucht führen, also Gründe, die Familien aus den Städten hinaus drängen, wie etwa die stark steigenden Bodenpreise, und jetzt auch die Pandemie. Und Gründe die Menschen aus den Städten herausziehen. Diese sind leider meist politisch motiviert, Baukindergeld, hohe Baulandausweisungen, die mit einem gerade neu bestätigten Gesetz (§13b BauGB) erleichtert werden.

Wie Sie bei Ihrer Recherche schon bemerkt haben, stehe ich dem kritisch gegenüber. Das steht zwar so nicht im Artikel, dafür sind zumindest die Zusammenhänge und Wirkweisen richtig wiedergegeben. Insofern fühle ich mich nicht instrumentalisiert, da habe ich schon weit Schlimmeres erlebt. Gleichwohl hoffe ich, dass auf Grund der Darstellung in der HNA keine lokalen Initiativen ergriffen werden, um noch mehr Bauland auszuweisen. Wenn dem so ist, dann melden Sie sich gern nochmals bei mir, dann würde ich versuchen, die Sachverhalte in einem kritischen Licht zu erläutern.

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Hilfe der internationalen Jugendgruppe vergeblich

  Eine Internationale Jugendgruppe hat 2018 am Burgberg aufgeräumt, repariert und neue Geländer bebaut. Der Bauhof hatte für diese Arbeiten keine Zeit, schrieb damals die HNA. Die Arbeit der Jugendlichen ist zerstört. Ein Botschaft von Homberg an die Jugend.     Nicht viel besser sieht es bei der sogennten "Grotte" am Burgberg aus. Im Januar 2019 […]

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Burgberg kahl und verwüstet

    Wer am Sonntag bei sonnigem Wetter den Burgberg zum  Spaziergang wählt, kam entsetzt zurück. Der Burgberg ist in den letzten Wochen weitgehend kahl geschlagen und verwüstet worden. Im Juli 2018 hatten noch eine  Gruppe Jugendlicher des Internationalen freiwilligen Gemeinschaftsdienstes (Ijgd) am Burgberg Wege hergerichtet, die jetzt durch schweres Gerät zerstört wurden. So wird […]

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Für was Corona herhalten muss

Die Tourist Information am Marktplatz ist bis zum 07.03.2021 geschlossen.
Das ist auf der Homepage der Stadt zu lesen.

Grund der Schließung:
die aktuellen Corona-Bedingungen.

Diese Begründung ist falsch.

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Wahltest: Welche Partei sagt….

TEST zur WAHL
Wer sagt was?
…auch zum ausdrucken…

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Ärztehaus der Stadt: Ein wirtschaftliches Desaster

Die Stadt ist Eigentümerin des Ärztehauses am Obertor. Die Stadt hatte 2011 das Gebäude gekauft und im Eiltempo zu einem Ärztehaus umgebaut. Der Umbau und die Mängelbeseitigung ging seitdem bis 2021 weiter. Eine weitere Million Euro soll investiert werden. Baukosten, Mieten, Steuereinnahmen, ein einziges Desaster

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Sportplatz oder Feuerwehrstandort: Initiative in Holzhausen befragt die Parteien

   Text der Initiativ-Gruppe für Beibehaltung des Sportplatzes Holzhausen:    WAHLPRÜFSTEINE – Erhalt des Sportplatzes Holzhausen   Einladung zur Teilnahme an der Befragung     In letzter Zeit wurde öffentlich darüber diskutiert, ob das Gelände des „Holzhäuser Sportplatzes“ bebaut und somit einer anderen Nutzung zugeführt werden darf. Dies besonders, weil eine Nutzung als gemeinsamer Standort […]

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Abenteuer Arztbesuch im Ärztehaus

  

Die Stadt hat in dem ehemaligen Amtsgericht am Obertor ab 2011 ein eigenes Ärztehaus geplant und gebaut. Ein älteres Homberger Ehepaar hatte sich beim Orthopäden im Ärztehaus einen Termin geben lassen.
Der Weg bis zur Praxis: Ein ungewolltes schmerzhaftes Abenteuer. Wer sind die Verantwortlichen?

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Gebäude für die KBG: Kreis verkaufte, Stadt verschenkte

  Abbildung: Schon 2017 ein Verkaufsangebot    Kreis verkaufte Aktuell verkaufte der Kreis das Schulgebäude des ehemaligen Lehrerbildungseminars für 350.000 Euro –  Käufer die  Kraftstrombezugsgenossenschaft (kbg). 1984 wurde dieses Gebäude bereits umgebaut und erhielt einen Aufzug. In dem Gebäude war früher das Sozialamt untergebracht, jetzt ist dort das Jobcenter. 1837 wurde ein Lehrerbildungsseminar in Homberg […]

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Kommunalwahl: Schweigen zu den Klimafolgen

Foto: Bürger, Parteien und Bürgermeister beteiligten sich an der Gegendemonstration gegen die Proteste der Aktion "Wald statt Asphalt" Herbst 2020. Diese Gegenproteste ignorieren die Gefahren der Klimaveränderung. Die Meldungen über die Folgen der fundamentalen Klimaveränderungen werden mehr. Gerade ist der Waldschadensbericht veröffentlicht worden. Der Artenverlust schreitet weiter voran. Die Trockenheit nimmt zu. Gerade in Nordhessen […]

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Bürger: Befragt, beteiligt und betrogen

Homberger Bürger konnten in den letzten Jahren immer wieder dieselbe Erfahrung machen.
Bürgerbeteiligung, in welcher Form auch immer, diente nur der reibungsloseren Durchsetzung von vorgeplanten Projekten. Die Bürgerbeteiligung ist wie in vielen anderen Städten nur ein Instrument, eine Beteiligung vorzutäuschen und damit die Bürger zum Schweigen zu bringen. Sie schweigen nicht aus Zustimmung, sie schweigen aus Resignation. Sie haben die Hoffnung auf demokratische Beteiligung verloren.

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Noch eine Befragung

   "Gestalte die Zukunft Deiner Stadt!", wirbt eine Gesellschaft, die von der Stadt beauftragt wurde: "Sag uns Deine Meinung" Hat es bei der Stadt einen Meinungsumschwung gegeben? Bisher spielte die Meinung der Bürger keine Rolle. Im letzten Jahr gab es schon eine Befragung von zufällig ausgewählten Bürgern zu Fragen zu ihrem  Sicherheitsgefühl  in Homberg. Bis […]

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Multifunktionshaus wird noch einmal teurer

Foto: Auf dem Grundstück des denkmalgeschützten Hauses Holzhäuser Straße ist an Stelle des Abbruchs bereits das Untergeschoss aus Betonfertigteilen aufgestellt worden. In der Stadtverordnetenversammlung erläuterte der Bürgermeister, dass für die Ausschreibungen für den Rohbau, der über dem Beton-Untergeschoss errichtet werden soll, keine zufriedenstellenden Angebote eingegangen sind. Es zeige sich, dass die Baukosten sich noch einmal […]

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