HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Förderprogramm Soziale Intergration ins Quartier

 
Foto: Gasthaus Krone, Zustand im September 2022

Die Sanierung des historischen Gasthofs Krone wird mit Mitteln aus dem Programm "Investitionspakt Soziale Integration im Quartier" gefördert. Gefördert werden sollen die "in die Jahre gekommenen Stadtteilzentren, Kitas, soziokulturellen Zentren, Jugendtreffs, Jugendwerkstätten oder Nachbarschaftscafés", wie es in der Programmbeschreibung heißt.

Die Förderhöhe beträgt 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Förderung von Gaststätten ist nicht das Ziel des Programms.

Der „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ bietet den Kommunen eine besondere Chance, ihre in die Jahre gekommenen Stadtteilzentren, Kitas, soziokulturellen Zentren, Jugendtreffs, Jugendwerkstätten oder Nachbarschaftscafés zu sanieren, zu modernisieren, auszubauen oder im Einzelfall auch neu zu bauen. Quelle

Das Gasthaus Krone war ein Gasthaus mit Saalbetrieb. Der langjährige Gastronom verließ die Krone und übernahm das Bürgerhaus in Remsfeld. Als Gründe für den Wechsel wurden genannt: Hohe Energiekosten, zu kleine Küche. Auch der nachfolgende Gastronom blieb nicht lange, das Gaststättengeschäft war nur schwer wirtschaftlich durchzuführen. Selbst Kreditinstitute finanzierten Gaststätten nicht mehr, zu unsicher, zu riskant. Das Haus stand längere Zeit leer.

Um an die Fördergelder zu kommen wurde aus dem Gasthaus Krone das Kulturzentrum Krone – auf dem Papier.


Foto: Küchenplanung im Gasthaus Krone, Pläne zum Tag des offenen Denkmals September 2022

Um den Eindruck eines Stadtteilzentrum zu erwecken, wurden ab und zu von der Stadt Vorführungen in dem Saal im ersten Obergeschoss organisiert. Es war kein Treffpunkt der Bürger aus der näheren Umgebung in der Altstadt. Das Haus war nur zu den geplanten Veranstaltungen geöffnet. Um den Eindruck eines soziokulturellen Zentrums zu erwecken, wurde dann vom Kulturzentrum Krone gesprochen.

Während der Bauzeit war den Stadtverordneten und der Öffentlichkeit nicht bekannt, was wirklich entstehen sollte. Die Stadtverordneten verlangten Unterlagen, sie erhielten aber keine. Bei den fortlaufened nummerierten Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung im Ratsinformationssystem fehlen die Unterlagen von der Nr. 3. bis 25. Ergänzung.

 

Sichtbar war nur ein neuer rückwärtiger Anbau, in dem ein Aufzug und eine Fluchttreppe gebaut wurden. Durch die verstaubten Fenster konnte man sehen, wie in dem Gastraum das Mobiliar entfernt wurde. In diesem Sommer konnten Bürger an einer Besichtigung der Baustelle teilnehmen. Der Architekt Albert Hess erklärte zu der Küche, dass diese zu einer Gastronomie-Küche ausgebaut werden soll, die in der Lage ist, 100 Essen zuzubereiten. Am Gebäude ist kein Schild vorhanden, dass auf das Förderprogramm sichtbar hinweist, wie es bei Förderprogrammen verlangt wird.

Die Kosten für die Heizung des Gebäudes sind nicht erfasst, sie sind in dem Projekt Nahwärmenetz enthalten, das zeitgleich gebaut wird. Die Wärme soll mit einer gasbetriebenen Blockheizkraftwerk erzeugt werden. Durch die steigenden Gaspreise kommt ein weiterer erheblicher Kostenfaktor auf die Maßnahme zu.
 

Es gibt kein Betriebskonzept

Im letzten Herbst stand auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung, der Bürgermeister wolle ein Betriebskonzept für das Haus vorstellen, denn bis dahin war nicht geklärt, wer und wie das Haus bewirtschaftet werden soll. Will es die Stadt selbst managen? Will sie es verpachten? Wie sollte das gehen, wo die Gastronomie sich auch wegen Corona zurück entwickelte. Ist es überhaupt möglich, den Betrieb so zu gestalten, durch die Gäste die notwendigen Einnahmen bringen, um das Personal und die Betriebskosten zu finanzieren?

Als der Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde, erklärte der Bürgermeister, dass jetzt drei Menschen, die an dem Programm "Summer of Pioneers" in Homberg teilgenommen hatten, das Betriebskonzept vorstellen werden. Was sie vorstellten war kein Konzept sondern ein bunter Ideenstrauß was man sich alles in dem Haus vorstellen konnte. Ihre Ideen hatten sie aus großen Städten mitgebracht, aus Wien, aus Frankfurt und Darmstadt, aus München. Der Bürgermeister erklärte, die drei werden den Betrieb übernehmen und auch den des geplanten Familiencafés im Stadtpark "Alter Friedhof" das geplant werde. Ein seriöses, belastbares Konzept war nicht zu erkennen.

Zeitgleich wird zwei Häuser weiter ein Jugend- und Kulturzentrum ebenfalls mit hoher öffentlicher Förderung gebaut, es heißt Multifunktionshaus, sogar Räume für eine Theatergruppe werden dort geplant. An der westlichen Seite des Marktplatzes ist in Privatinitiative des ehemals erste Haus am Platz, das Deutsche Haus vorbildlich und fachgerecht saniert worden. Auch darin wurde der alte Saal wieder für Veranstaltungen hergerichtet.

Vor vier Jahren gab der Bürgermeister an, 2019 werde das Krone-Baujahr werden. Ende Oktober 2019 werden der Umbau beendet sein.
Selbst drei Jahre später ist der Bau noch nicht beendet, zahlreiche Baumaßnahmen sollen gestrichen und auf später Jahre verlegt werden. Jetzt brauche man nur noch mehr Geld. Insgesamt soll die abgespeckte Version 1,4 Millionen Euro kosten. Es ist nicht sichtbar: Was gehört zum Förderprogramm, was muss aus dem Haushalt finanziert werden.

Sieben Jahre nach Projektbeginn ist noch immer kein Abschluss zu erkennen. Von Anfang an fehlte es an einer belastbaren Bau- und Finanzierungsplanung, wie sich an folgenden Beschluss des Bauausschusses zeigt.

Der Ausschuss für Bau, Planung, Umwelt und Stadtentwicklung wird beauftragt, bis spätestens 20. Oktober 2022 eine Empfehlung für die Stadtverordnetenversammlung zu erarbeiten, welche Maßnahmen bei der grundhaften Sanierung des Gasthauses Krone entfallen oder angepasst werden sollen. Hieraus leitet sich dann eine Beschlussempfehlung über eine Budgetanpassung ab.

Zur Sicherstellung des Baufortschritts in der Zwischenzeit werden zunächst zusätzliche Mittel in Höhe von 200.000 EUR bereitgestellt.

Der Ausschuss für Bau, Planung, Umwelt und Stadtentwicklung wird beauftragt, bis spätestens Ende August 2022 mit dem beauftragten Architekten Einsparpotenziale bei der weiteren Umsetzung und Fertigstellung des Projektes „Kulturzentrum Krone“ zu benennen.  Quelle: Bauausschuss

Förderprogramme haben feste Regeln, gerade auch die Endfristen müssen eingehalten werden, damit die Programme auch ordentlich beendet und abgerechnet werden können. Hat Homberg vielleicht schon die Fristen überschritten, droht Homberg eventuell auch der Verlust oder gar die Rückzahlung der Förderung? Dazu äußerte sich der Bürgermeister nicht.

 


Abrechnung Kasernenkauf: Wie groß ist der Verlust?

Abbildung: Auszug aus der Bodenbevorratungsrichtlinie des Landes Hessen, BBV_Richtlinie_2020 Vor 10 Jahren kaufte die Stadt das Kasernengelände und einen Teil des Standortübungsplatzes entlang der Bahntrasse. Eine Studie des Hessischen Wirtschaftsministeriums warnte bereits 2006 vor einem Kauf. Für die Vermarktung der Flächen beauftragte die Stadt die Hessische Landgesellschaft (HLG), die hessische Treuhandgesellschaft für die ländliche Bodenordnung, […]

weiterlesen »


Sportplatz-Bewässerung in Zeiten der Dürre

   "Der reinste Hohn" schrieb eine Leserin aus Gudensberg in der HNA (15. 09.2022)  zur Berieselung von Sportplätzen – trotz Wassernot.  Muss das sein, während des Verbots von Wasserentnahme aus Flüssen und Bächen?   In Homberg wird auch der Kunstrasenplatz berieselt, mit Trinkwasser. Eine Wasserbewirtschaftung ist nicht zu erkennen. Wer gedacht hat, ein Sportplatz mit […]

weiterlesen »


Protokoll und Wirklichkeit am Beispiel der letzten Bauausschuss-Sitzung

Die Sitzung des Bauausschusses am Montag dem 12. September 2022 war außergewöhnlich lang, von 18:50 bis 22:22 Uhr. Die Sitzung war auch ungewöhnlich kontrovers und es ging teilweise hoch her. Im Sitzungsprotokoll ist davon nichts wiedergegeben, es ist bereinigt und inhaltlich weitgehend entleert.  Link zum Protokoll Das Thema: Neukonzeption Stützpunktfeuerwehr führte zu einer Auseinandersetzung über […]

weiterlesen »


Burgberg: Totholz und Waldbrandgefahr

Der Waldbrand im Harz hat die Frage aufgeworfen, ob Totholz im Wald liegen bleiben soll, oder aus dem Wald entfernt werden muss. Die Frage ist auch für Homberg und speziell den Burgberg von großer Bedeutung: Vor allem an der Südseite des Burgbergs wurden größere Haufen von Totholz gesammelt.  Totholz ist gut für den Wald, wenn […]

weiterlesen »


Eine Sitzung zum Fremdschämen

In eigener Sache: Einladung zu Gastbeiträgen statt anonyme Kommentare Vor Jahren wurde die Kommentarfunktion ausgeschaltet. Im Schutz der  Anonymität fühlten sich manche zu Diffamierungen ermutigt. Um die Diskussion zu fördern, sind namentliche Gastbeiträge willkommen. Gastbeitrag von Dr. Klaus Lambrecht Am Montag dem 12.September machte ich mich nach langer Zeit wieder einmal auf den Weg zu […]

weiterlesen »


Tag des offenen Denkmals: Ausstellung zur Fachwerkbörse und der IFN

Zeitungsauschnitt: HNA 8. August 1983 Ausstellung: Fachwerkbörse und IFN (Interessengemeinschaft Fachwerk Nordhessen) ihre Geschichte und segensreiches Wirkung, Sonntag 11. September 2022, 14 bis 17 Uhr,      Konzert: 19 Uhr : Reiner spielt Mey   Vor 40 Jahren hat der Baudirektor Karl-Reinhard Seehausen im Schwalm-Eder-Kreis die Initiative ergriffen und Fachwerkhäuser im Kreis erfasst, die eine ungewissen Zukunft […]

weiterlesen »


Stadtpark Planung 2017 – 2022

Foto: Stadtpark "Alter Friedhof" In der Hessischen Auftragsdatenbank hat die Stadt Planungsaufgaben zur Bewerbung ausgeschrieben. Zu den Projekten gibt es umfangreichere Beschreibungen, als die Homberger Bürger bisher erhalten haben. Deshalb stehen im Folgenden Auszüge zu dem Vorhaben "Umgestaltung des Stadtparks"Alter Friedhof" aus der Hessischen Auftragsdatenbank. Hinweise dazu sind eingerückt.   II.1.1) Bezeichnung des Auftrags: Umgestaltung […]

weiterlesen »


Reiner Roßkopf spielt wieder: Sonntag, 11. Sept. 19 Uhr

weiterlesen »


Teure Planungen für Bad, Park und Stadion

5,65 Millionen Euro aktuell allein für die Planungen ausgeschrieben.
Das verweist auf Baukosten von ca. 56 Millionen Euro. Wahrscheinlich mehr durch Teuerung, die bisher weit über 50 Prozent lagen..

weiterlesen »


Themen der Stadtverordneten-Versammlung am 15. Sept. 2022

  Vollständige Unterlagen hier   1. Künftige Stadtentwicklung – Aufbau einer Stadtentwicklungsgesellschaft hier: Vorlage eines ersten Arbeitspapiers  (SB-42/2022) 2. Gewerbegebiet Homberg (Efze) Süd 2.1 Gewerbegebiet Homberg (Efze) Süd hier: Vorlage des aktuellen Zwischenberichts zum Stand der Bodenbevorratungsmaßnahme durch die HLG   (SB-29/2022 1. Ergänzung) 2.2 Aufstellung eines Bebauungsplanes Nr. 62 zur Ausweisung eines Sondergebietes (SO) für […]

weiterlesen »


Freibäder werden für die Kommunen zu teuer –

Homberg lässt jedoch für 1,3 Mio. Euro planen   "Die Freibäder schließen trotz Sommer.", meldet die Hessenschau. Die Energiekosten sind zu hoch. Die Hessenschau berichtet von einem Kasseler Freibad, das allein für die Pumpen, die das Wasser umwälzen, täglich 240 kWh verbraucht. "Freibäder sind unheimlich energieintensiv" sagte der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle.   Und Homberg? […]

weiterlesen »


Homberger Straßenbau: Fahrstreifen nur 1,80 m breit

Fotos: Straßenbau in Wernswig, "Zum Osterbach" nach Homberger Maß Homberg fehlt das Geld für die Sanierung der wichtigen Verkehrsstraße "Hersfelder Straße". Die Sanierung wurde immer wieder verschoben. Homberg fehlt das Geld das Gasthaus Krone fertig zu stellen. Aber Homberg baut eine kleine Nebenstraße in Wernswig aufwendig aus, einschließlich eines gepflasterten Gehweges. Dieser Straßenneubau entspricht nicht […]

weiterlesen »


Druckansicht Druckansicht

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt MediendesignBeiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA. Impressum Impressum