Der Auftritt der Investoren
Eine Szene aus der Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Bürgermeister Martin Wagner trägt seine Pläne vor und ist kurz vor dem Abschluss seiner Ausführungen.
Wagner: Jetzt können die Herren hereingeholt werden.
(kurzer Wink zum Bediensteten, der eilt zur Tür und will mit zwei Herren eintreten)
Stadtverordnetenvorsteher Bernd Pfeiffer: Halt noch nicht. Ich werde jetzt erst die Sitzung unterbrechen, damit die Investoren sich hier vorstellen können. Im Anschluss wird die Sitzung fortgesetzt.
(Investoren nehmen am leeren Pressetisch Platz und werden förmlich vom Stadtverordnetenvorsteher begrüßt und gebeten sich noch einen Moment zu gedulden)
(Wagner schließt seine Präsentation ab)
Wagner: Wir haben auch konkrete Investoren, damit mal deren Gesicht bekannt wird und sie nicht glauben, da gibt es niemanden. Sie wollen natürlich noch nicht öffentlich auftreten, deswegen auch keine Öffentlichkeit. Die Fraktionsvorsitzenden wussten ja bereits von mir, dass heute Investoren kommen werden. Sie werden sich selbst vorstellen und ihre Planung erläutern. Bitte meine Herren.
Stadtverordneter: Von welcher Firma kommen die denn her?
Wagner: Der ist privat.
Investor 1: Ich heiße G.R. und bin privater Projektentwickler, wir kümmern uns auch um die Finanzierung. Ich komme aus Nordhessen.
Stadtverordneter: Haben sie eine Internetseite?
Investor 1: Sie können ja mal googeln.
Investor 2: Ich bin Architekt S., seit 25 Jahren planen wir Geschäftsprojekte.
Investor 1: Wir sehen, das als eine Herausforderung, in Homberg die Innenstadt zu beleben. Ein Einkaufszentrum wird eine starke Wirkung auf die Innenstadt haben.
Wir sind jetzt aber noch ganz am Anfang. Auf einer Geraden von 0 bis 100 vielleicht erst bei 25.
Politik muss verlässlich sein.
Die Regionalplanung will gerade auch die Innenbereiche der Städte fördern, das ist für uns eine Herausforderung.
Damit wir uns um die Finanzierung kümmern können, brauchen wir von ihnen Beschlüsse.
Wir brauchen verlässliche Verträge, damit wir mit den Banken verhandeln können.
Wir haben schon viele Vorgespräche mit Fachbehörden geführt, auch mit der Denkmalpflege.
Wir haben feste Interessenten für das Einkaufzentrum, die wir aber noch nicht nennen dürfen.
Vorher müssen wir aber prüfen, ob die Kaufkraft da ist und alles was dazu gehört.
Wir wollen uns auch an den Kosten für die Voruntersuchungen beteiligen.
Politik muss verlässlich sein.
Wagner: Gibt es Fragen an die Herren?
Stadtverordneter: Wie hoch schätzen sie grob die Kosten für ihr Projekt?
Investor 2: Dazu können und wollen wir jetzt noch nichts sagen.
Stadtverordneter: Welche vergleichbaren Referenzprojekte können sie vorweisen?
Investor 1: Dazu können und wollen wir jetzt noch nichts sagen.
Stadtverordneter: Wenn man bei den Baggerarbeiten auf archäologische Funde trifft, wird sich dann alles verzögern?
Investor 1: (Es folgen längere Ausführungen über Vorgehensweise in solchen Fällen und die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz, auch Wagner trägt einiges dazu bei, was zum Beispiel in der Westheimer Straße gefunden wurde und wie man damit umgegangen sei.)
Stadtverordneter: Durch die Hanglange und durch die Sicherung der bestehen bleibenden Fachwerk-Häuser sowie der Tiefgarage wird es ein aufwändigeres und damit kostenträchtigeres Projekt als andere Vorhaben. Diese Kosten müssen wieder erwirtschaftet werden. Wie sehen Sie die Chance bei zurückgehender Kaufkraft, der bestehenden Konkurrenz am Ort, den neu entstanden Einkaufsflächen in Frielendorf und dem geplanten Zentrum in Treysa hier ausreichend Kaufkraft in das Einkaufzentrum zu ziehen, damit die Investitionen erwirtschaftet werden können?
Investor 1: Deswegen müssen die Voruntersuchungen gemacht werden.
Stadtverordneter: In Frankenberg ist gerade das Projekt eines geplantes Einkaufszentrums aufgegeben worden, weil sich keine Mieter fanden, die die notwendigen Mieten hätten bezahlen können. Was sagen sie dazu?
Wagner: Ich habe gerade neulich mit dem Bürgermeister gesprochen, das ist nicht so schlimm, die nehmen einen neuen Investor.
Investor 1: Wir brauchen Sicherheit für unsere Arbeit.
Wir brauchen feste Verträge.
Wir brauchen die Voruntersuchung.
Wir brauchen…
Sie müssen beschließen…
Sie müssen das Baurecht schaffen…
Sie müssen…
Politik muss verlässlich sein.
Wagner: Über die Kostenaufteilung kann man sich noch unterhalten.
Pfeiffer: Noch Fragen? Ich sehe es gibt keine Fragen mehr. Danke meine Herren, dass sie gekommen sind.
Abgang der Investoren
Ende der Szene, rekonstruiert nach den Aufzeichnungen in der Sitzung.
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z.B. Baumbachsches Haus
Ausschalten – Jetzt!
FDP-Stadtrat organisiert als Vorsitzender des SEniorenbeirats Einkaufsfahrt bei Adler in Haibach.
Gegen 14:00 meldet HNA-online, die Stadt plane für 18:00 Uhr in der Stadthalle eine spontane Informationsveranstaltung.
Sieht so die Zukunft unserer Dörfer aus?
Wald bringt nicht nur Gewinn durch Holzverkauf sondern auch Kosten für die Aufforstung. Aufforstung mit Laubwald ist aufwändiger und teurer, dafür aber stabiler und nachhaltiger als Nadelwald. Im Bereich Sauerburg wurde die billigere Variante gewählt.