Nachbarn gegen Jugendzentrum
Es wäre eine ehrlichere Interessenvertretung der Bürgerinitiative für den Abriss des ehemaligen Gaswerkes, wenn sie sagen würden: Wir sind gegen ein Jugendzentrum in unserer Nachbarschaft.
So aber sprechen die Vertreter in dem HNA-Bericht von der "Dreckschleuder", wenn sie das ehemalige Gaswerkgebäude meinen. Wieso protestieren sie gerade jetzt gegen die "Dreckschleuder", die schon jahrzehntelang am Davidsweg steht? Warum haben sie sich nicht schon in den Jahren davor Sorgen gemacht, als das Gebäude noch als Bauhof genutzt wurde? Es fällt auf, dass der Protest nur aus der unmittelbaren Nachbarschaft kommt.
Müssten nicht die Eltern der Jugendlichen besorgt sein, die einmal das Jugendzentrum besuchen und die überall in der Stadt wohnen?
Gift im Bau
""Es kann doch nicht sein, dass bei einer Sanierung Giftstoffe nur versiegelt und eingepackt werden, schon gar nicht bei einem Jugendzentrum" sagt Ganß"
In den letzten Jahrzehnten sind die Bürger sensibler gegen Umweltgifte geworden, denn sie stecken in vielen Produkten. Auch in neuen Gebäuden sind viele Giftstoffe verarbeitet: Kleber, Dichtmassen, Bindemittel, Kunststoffe, Flammschutzmitteln. Sie enthalten gesundheitsschädliche Weichmacher, geben Formaldehyd ab oder PCP. Asbestfasern werden gefährlich, wenn die Abdeckungen von Dichtmassen beschädigt werden. Es gibt für die Belastung und Gefährdung durch die Baustoffe in neuen Gebäuden auch einen Begriff ’sick building syndrom‘. Versiegelung und Einkapseln gehört mit zu den gängigen Techniken der Gefahrenabwehr.
Daten liegen offen
Im Gebäude und unter dem Gebäude des ehemaligen Gaswerkes sind durch die Gasherstellung Giftstoffe vorhanden. Es ist von einer Teerblase unter der Betondecke im Boden die Rede und von andern Giftstoffen, die sich an einigen Stellen im Mauerwerk befinden. Es hat Luftmessungen geben, auch erhöhte Temperaturen wurden simuliert um festzustellen, ob dadurch Schadstoffe in die Luft gelangen. Die Messergebnisse waren so, dass die Aufsichtsbehörde beim Regierungspräsidium keine Bedenken gegen eine Nutzung als Jugendzentrum hat.
"Wischiwaschi"
Aber all das, was in den Gutachten vorgetragen und öffentlich gemacht wurde, wurde von den Sprechern der Interessenvertretung als "Wischiwaschi" abgetan. Wie soll eine sachliche Diskussion stattfinden, wenn die Fakten nicht zur Kenntnis genommen werden. Sicherlich gibt es immer auch unterschiedliche Sichtweisen und Bewertungen, auch unter Gutachtern. Es gibt keinen "neutralen" Gutachter. Auch wenn weitere Tausende von Euros für Gutachten ausgegeben werden, sie bringen nicht weiter, solange die Interessenvertrer nicht auf die Fakten und Messergebnisse eingehen. Nur so ist ein rationale Auseinandersetzung möglich.
Inititiative verlangt mehr Bürgernähe
Alle Gutachten sind veröffentlicht worden, alle Interessierten konnten einen ganzen Nachmittag lang in den Unterlagen lesen und bis in den Abend hinein Fragen stellen.
Einige taten es und ihre Bedenken wurden so ausgeräumt. Es war ein offene, bürgerorientierte Darstellung der Planung, wie sie Homberg in den letzen Jahren bisher nicht erlebt wurde.
Trotzdem spricht die Initiative von fehlender Bürgernähe und verließ die Veranstaltung, ohne das Informationsangebot zu nutzen und sich die Sachverhalte anhand der Unterlagen anzusehen.
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Zwischen Glücksgefühl und Katerstimmung.
Von versprochenem Service und von Bürgernähe ist auf der Homberger Homepage wenig zu finden. Stattdessen herrscht Desinformation vor. Über große Planungsvorhaben ist nichts zu lesen. Nichts über das Einkaufzentrum, nichts über die Straßenplanung für das alte Viessmann-Werk.
Auf die besorgten Fragen der Anlieger gaben der Architekt und ein Chemiker Antwort. Bis in den Abend hinein ging die Diskussion. Ein gutes Beispiel wie Bürgerbeteiligung aussehen kann.
FWG positioniert sich. Zusammen mit der CDU/FDP stellt sie einen Antrag. Die anderen Parteien hat sie gar nicht erst angesprochen. Hier wird eine neue Gemeinsamkeit demonstriert.
Der Lkw-Verkehr nimmt immer weiter zu und wird vielfältig gefördert. In die Straße wird investiert ohne die Folgen zu beachten. Die Schäden und die esternen Kosten übersteigen den Verkehr über die Schiene um ein vielfaches.
Die Flut der Prospekte, die jeden Sonntag im Briefkasten liegt, zeigt von wo man sich um Kunden aus Homberg und deren Geld bemüht. Wo sollen die Kunden für ein neues Einkaufszentrum herkommen?
Bei Palletways hat der Betrieb gegonnen, das Lkw-Aufkommen ist noch gering; die englische Firma baut ihr Deutschlandgeschäft erst auf. Das kann sich ändern, wenn er so intensiv wird wie jetzt schon bei ELVIS auf dem ehemaligen STaR-Gelände.
Gesperrte Rolltreppen, die vor einem vernagelten Eingang enden. Einkaufspassage in Hann.Münden. Sieht so Hombergs Zukunft mit einem Einkaufzentrum aus?
So helfen ander Städte den Besuchern sich leicht zurecht zu finden. Hier fühlt sich der Besucher willkommen. Ein Beispiel aus Hannoversch Münden.