Merkwürdige Asbestreinigung 2011
Letzter Akt der fehlerhaften Asbestsanierung durch den Forst- und Umweltdienst
Im Juni 2011 wurde der letzte Akt in der fehlerhaften Asbestsanierung in einer Halle der ehemaligen Dörnbergkaserne vorgeführt: Reinigung der Halle von Asbest.
Die fehlerhaften Asbestsanierung durch den Forst- und Umweltdienst ist damit noch nicht abgeschlossen, Gerichtsverfahren laufen noch. Die einstweilige Verfügung gegen den Homberger Hingucker ist jedoch aufgehoben, damit auch die Drohung mit einem Ordnungsgeld bis zu einer Höhe von 250.000 Euro.
Der Fall der Asbestkontamierung und der abschließenden Reinigung ist voller haarsträubenden Vorfälle. Erst wurde die Asbestkontamination verleugnet, am Ende wurde durch eine Spezialfirma gesäubert.

Experte Marciniak
Herr Marciniak stellte sich bei der Absprache über das Vorgehen der Reinigung als Bauleiter vor, der im Auftrag des Forst- und Umweltdienstes alles koordiniere. Bereits im August 2010 war er schon einmal in dieser Sache aktiv. Damals hatte er Raumluftmessungen vorgenommen, die beweisen sollten, dass es keine Asbestfasern in den Hallen gibt. Auf den Luftfiltern, die von ihm beim TÜV eingereicht wurden, konnten im TÜV-Labor keine Asbestfaser gefunden werden. Jetzt war Marciniak im Einsatz um die angeblichen asbestfreien Hallen zu reinigen.
Was alles nicht reinigungsfähig ist
Nach den Worten des Bauleiters können nicht gereinigt werden:
" Elektro- und andere Geräte, da Asbestfasern ins Innere der Geräte gekommen sein können
" Alle weichen Sachen wie Textilien, Papiere, Schaumstoffe, da diese nicht abgewaschen werden können.
Diese Dinge können nur als asbestbelastet entsorgt werden, Dafür stand ein großer Container bereit.
Was im Container landete fand über Nacht bei anderen Menschen Interesse, denn am nächsten Morgen fehlten etliche Gegenstände, die wohl von nächtlichen Besuchern als noch brauchbar angesehen wurden. Am Container war keine Warnung vor Asbest und auch keine Abdeckung vorhanden.
Folienabschottung der Hallenteile
Die großen ehemaligen Fahrzeughallen war in größeren Abständen mit Brandschutzmauern abgetrennt. Die so entstandenen Halle war jeweils mit einem Zaun für die verschiedenen Mieter in Parzellen aufgeteilt. Zur Reinigung wurde eine Parzelle vollständig mit einer Folienwand von der benachbarten Parzelle abgetrennt. Welchen Sinn diese Vorgehen haben sollte wurde nicht ersichtlich, da ja die gesamte Halle gereinigt werden musste.
Vor die kleine Tür im großen Hallentor, wurde eine Personenschleuse gebaut, Absaugschläuche mit der Absaug- und Filteranlage verbunden, die verhindern sollte, dass Fasern nach außen dringen.
In der Halle sollte mit Spezialstaubsaugern alles abgesaugt und mit Faserbindemitteln besprüht werden. Das sah professionell aus, und das sollte es wohl auch, eben nur aussehen.
Auf diese Weise seien alle belasteten Hallen gereinigt worden. Das hätte man glauben können, wenn es nicht so viele Merkwürdigkeiten gegeben hätte.
Spenden im Frauenhauslager
Aus der bereits gereinigten Halle, die vom Frauenhaus als Lager für Hausratsspenden benutzt wurden, holten Mitarbeiter einige Gegenstände ab. Die Halle war bis oben hin gefüllt mit Möbeln, Matratzen, Spielsachen, Kartons, Haushaltsgeräten, Elektroherd, Kühlschränke.
All diese Gegenstände, von denen Herr Marciniak erklärt hatte, dass sie nicht zu reinigen seien und nur entsorgt werden können, lagen hier für den Einsatz bereit und wurden an Hilfsbedürftige herausgegeben.
Sozialamtsakten
Ein großer Hallenabschnitt wird von der Hausmeisterei der Kreisverwaltung als Lager genutzt, Büromöbel, Putzmaterial, Streusalz für den Winter findet sich darin. In einem Hallenteil werden alte Akten des Sozialamtes in offenen Schränken und zum Teil selbst gebauten Gestellen aufbewahrt. Papier sei nicht zu reinigen, hatte Herr Marciniak gesagt. Natürlich ist Papier von Asbestfasern zu reinigen. Das musste aufwändig in den großen Bibliotheken schon häufiger durchgeführt werden. Die Akten, die hier im Hausmeisterlager aufbewahrt werden, sind offensichtlich einer solchen aufwändigen Reinigung nie unterzogen worden.

Sammelgut der Russlandhilfe
Nach der Hallenreinigung wurden die Folienwände wieder abgebaut und die Nachbarparzellen waren wieder einsehbar. Auch die Nachbarzellen seien auf diese Weise gereinigt worden, hieß es von der Bauleitung. Der Blick auf das in Säcken gelagerte Sammelgut, verblüffte, denn die Säcke lagen exakt in der Weise wie ein Jahr früher schon.
Der Fotovergleich belegt, keiner der Säcke ist bewegt worden. Der Staub nicht von den Säcken oder aus den Zwischenräumen entfernt worden.
Fazit
Statt Bürger vor Gefahren zu schützen, wird ein Schauspiel inszeniert, dass verantwortliche Aktionen vortäuscht und die Beteiligten und Öffentlichkeit beruhigen soll. Verantwortliches Handeln sieht anders aus. Schadensbegrenzung für den Forst- und Umweltdienst und für die beteiligten Behörden scheint wichtiger als Bürger vor Schaden zu bewahren.

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