Die SPD und die Reformation
"Homberg soll fortan die Bezeichnung "Reformationsstadt Hessens" tragen" beantragte die SPD am 07.03.2013. Dieser Zusatz soll identitätsstiftend wirken und Homberg als mögliches Reiseziel interessant machen. Der Antrag wurde auch mit dem "Aufbau des Hauses der Reformation" begründet.
"Wir möchten allen die innere Triebfeder der Reformation aufzeigen und das, was wir auch heute noch davon erhalten, behalten und praktizieren können“, erklärt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Das erreiche man, so der Bürgermeister, am besten mit einem zentral gelegenen Gebäude als „Haus der Reformation“. Quelle
Was soll heut noch erhalten und praktiziert werden?
Das Projekt " Haus der Reformation" wird vor allem von dem Stadtverordneten Bernd Herbold (SPD) eingefordert. In der Engelapotheke wird es in den letzten Monaten der Lutherdekade nicht mehr zu realisieren sein. Die fachgerechte Sicherung des Kulturdenkmals Engelapotheke verträgt keinen Zeitdruck, es gibt Ausweichmöglichkeiten.
Sozialdemokratischer Wandel
Der SPD-Einsatz für die Reformation und Luther verwundert, hat doch der Mitbegründer der SPD, August Bebel, schon im 19. Jahrhundert eine fundierte und kritische Stellung bezogen.
Blinder Gehorsam gegen die Obrigkeit
"Auf die Bibel gestützt hielt Luther dem blinden Gehorsam gegen die Obrigkeit und dem beschränkten Untertanenverstand wahre Lobreden. Nie zuvor war in der Kirche die Lehre des absoluten Gehorsams gegen die Fürsten und die Obrigkeit mit solcher Entschiedenheit verfochten worden wie durch Luther. Die Lehre des "Gottesgnadentums" der Fürsten fand in ihm ihren eigentlichen Begründer. Hören wir einige Stellen seiner eigenen Werke. Da heißt es unter anderem: "Der Christ muß sich, ohne den geringsten Widerstand zu versuchen, geduldig schinden und drücken lassen; weltliche Dinge gehen ihn nicht an, er läßt vielmehr rauben, nehmen, drücken, schinden, schaben, fressen und toben, wer da will, denn er ist ein Märtyrer auf Erden…Wo die Christenheit ist, da muß es Blut kosten oder sind nicht rechte Christen. Es sind nicht Weideschaf, sondern Schlachtschaf, immer eins nach dem andern hin". (August Bebel, Original ab S. 14))
oder Leibeigenschaft hindert nicht den Glauben
"er [Luther] wetterte "wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern". "Darum, liebe Herren," schrieb er, "Loset hie, rettet hie, helfet hie, erbarmet Euch der armen Leute! Steche, schlage, würge sie, wer kann! Bleibst Du darüber todt, wohl Dir, seligeren Tot kannst du nimmer mehr leiten, denn du stirbst im Gehorsam göttlichen Worts und Befehls … Sind Unschuldige darunter, die wird Gott wohl erretten und bewahren, wie er Loth und Jeremias rettete. Tut er es nicht, so sind sie gewiss nicht unschuldig, sondern sie haben zum Wenigsten geschwiegen und gebilligt..Cibus, onus et virga asino, den Eseln Futter, die Last und die Peitsche. In einem Bauern gehört Haberstroh, sie hören nicht das Wort und sind unsinnig, so müssen Sie denn virgam, die Büchse hören, und geschieht ihnen alleweil recht. Lasset nur die Büchsen unter sie saußen, sie machens sonst tausendmal ärger."
Und der "sanfte " Melanchthon ließ sich aus: "Es sei ein Frevel und Gewalt, dass die Bauern nicht wollten leibeigen sein. Das wehre dem Glauben nicht, Christus rede blos von geistiger Freiheit, so dass ein Christ die Leibeigenschaft fröhlich tragen können." (S. 18)
oder Das Volk im Zaume halten
"Die Obrikeit müsse den Pöbel, Herrn Omes, treiben, schlagen, würgen, henken, brennen, köpfen und radbrechen, daß man sich fürchte und das Volk also im Zaume gehalten werden." (S. 19)
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Die Stadtverordneten besichtigten den Stand der Bauarbeiten der Engelapotheke. Danach tagten der Haupt und Finanzausschuss und der Bauausschuss gemeinsam über den weiteren Baufortgang der Engelapotheke. Die Sanierung wird teurer, als bisher genannt.
Eine vorhersehbare Überraschung:
Das Gebäude weist die zu erwartenden altersbedingten Schäden auf. Sie liegen im Normalbereich.
Vor 18 Monaten sprachen die Projektentwickler von der Eröffnung des Einkaufszentrums 2017, dann Weihnachten 2018. Bis jetzt tut sich nichts.
Kostenermittlung ohne vorherige Schadenskartierung ist unrealistisch.
Vor 10 Jahren wurde die Errichtung eines großen Verkaufszentrums für Werkverkäufe, – Factory Outlet Center, FOC- in Remsfeld diskutiert. 450 Arbeitsplätze sollten dadurch entstehen und Kunden aus einem weiten Umkreis anlocken. Davon erhoffte man sich auch eine Belebung für den Homberger Einzelhandel.
Für das geplante Homberger Einkaufszentrum steht nach den Aussagen des Projektentwicklers bisher nur ein Mieter fest: Rewe, der sein Geschäft verlagern und erweitern will.
Der vorgelegte Kita-Plan zeigt Planungsmängel. Wer prüft im Rathaus den Entwurf als Bauherr oder wird er wieder ungeprüft umgesetzt?