HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

82 Jahre Pogromnacht im Reich – nach nordhessischem Vorbild

 

Da in diesem Jahr pandemiebedingt die allermeisten Gedenkveranstaltungen in der Region nicht stattfinden können, erinnern wir mit erst kürzlich aufgefundenen Dokumenten an die Schicksale einzelner Homberger Juden.
von Thomas Schattner

 

Heute vor 82 Jahren tobte der Mob im Deutschen Reich. Von München aus, wo sich traditionell die Elite des NS-Regimes im Gedenken an die Opfer des gescheiterten Hitler-Ludendorff-Putsches vom 9. November 1923 versammelte, ließ Propagandaminister Joseph Goebbels die SA (Sturm-Abteilung, eine paramilitärische Organisation der NSDAP) „von der Kette“. Der Hintergrund: Goebbels war absolut begeistert von den Vorkommnissen seit dem 7. und 8. November im Raum Magdeburg und im nördlichen Hessen. Hier tobten nämlich bereits seit zwei Tagen die Reichspogromnächte, für die wohl die Gauleitung in Kassel maßgeblich Verantwortung trug. Goebbels forderte an diesem 9. November reichsweite Aktionen gegen die jüdische Bevölkerung nach dem nordhessischen und Magdeburger Modell. Oder anders formuliert: Die Zeitgenossen in Nordhessen lieferten 1938 die Blaupause für die Pogrome.

Dazu gehört auch die Tatsache, dass kurz nach den jeweiligen Pogromen, in Nordhessen am 12. November, reichsweit nach dem 10. November, alle männlichen Juden unabhängig von ihrem Alter verhaftet wurden und je nach Wohnlage im Reich in eines von drei großen Konzentrationslagern verbracht wurden. So kamen die nordhessischen Juden auf den Ettersberg bei Weimar, ins thüringische Konzentrationslager Buchenwald. Das kranke, menschenverachtende und perverse Denken der Nationalsozialisten offenbarte sich hier besonders aufgrund der Tatsache, dass die Ehefrauen und Freundinnen der verhafteten Männer die Dauer des Aufenthalts maßgeblich mitbestimmten, frappierend. Da es das Ziel der Nationalsozialisten war, die jüdische Bevölkerung zur Auswanderung zu zwingen, kamen diejenigen Männer früh frei, deren Frauen rasch die Ausreisepapiere besorgen konnten. Wenn formale wie andere Schwierigkeiten dabei eintraten, dauerte der Aufenthalt der Verhafteten in den Lagern entsprechend länger.

Da es trotz allem dem NS-Regime nicht gelang, durch Diskriminierung, Entrechtung, Misshandlung, etc. das Deutsche Reich in ihrer Sprache „judenfrei“ zu bekommen, begannen ab dem Dezember 1941 die Deportationen der nordhessischen Juden. Was in den Reichspogromnächten hier in der Region begann, endete in den Konzentrations- und Vernichtungslagern in den nach dem 1. September 1939 im Kontext des Zweiten Weltkriegs besetzten östlichen Gebieten des damaligen Polen und der Sowjetunion.

 

Robert Katz selbst wurde am 9. November 1938 ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Aufgrund der Spätfolgen der dort erlittenen Misshandlungen erfolgte rund ein Jahr später eine Notoperation im Kasseler Rot-Kreuz-Krankenhaus. Diese Operation überlebte Robert nicht, er verstarb am 11. November 1939 in Kassel, wo er auch beigesetzt wurde.

 

 

 

Emil Moses (Jahrgang 1901) wohnte bis zum Jahr 1933 in der Bischofstraße Nummer 5 in Homberg. Zunächst verzog er nach Kassel, später wurde er ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo er im Jahr 1942 ermordet wurde.

Die Fotografie zeigt ihn als dritten von links im Jahr 1921 in Frielendorf aus Anlass der Silberhochzeit von Juda und Friederike Moses (beide sitzend).

 

Frieda Katz (Jahrgang 1896), die Ehefrau des damaligen Vorstehers der jüdischen Gemeinde in Homberg, Robert Katz, ehemals wohnhaft in der Holzhäuser Straße Nummer 3, verzog nach Roberts Tod (1884 bis 1939) nach Berlin, von wo sie aus ins Ghetto Riga deportiert und ermordet wurde.

 

 

Meta Kann (Jahrgang 1901) wohnte ehemals in der Langen Straße Nummer 23 in Homberg. Von Kassel aus wurde sie im Dezember 1941 ins Ghetto Riga deportiert, später ins Konzentrationslager Stutthof (bei Danzig) verschleppt. Am 2. Januar 1945 verstarb sie dort offiziell an einer allgemeinen und einer Herzschwäche.

 

Ruth Goldschmidt (Jahrgang 1920), die Tochter des ehemals beliebten Homberger Arztes Heinemann Goldschmidt im Schwenkenweg, floh aus dem Deutschen Reich und betrat am 26. Mai 1938 in New York erstmals den sicheren amerikanischen Boden.

 

 


Sanierungskosten Obertorstraße 1

Folie: Schäden im Gebäude Obertorstraße 1 Vor 3 Jahren, im April 2017, begutachtete der Fritzlarer Architekt Christian Gerlach die städtischen Gebäude der Verwaltung. In seiner Gesamtbewertung kam er zu dem Ergebnis, dass die Sanierung des Gebäudes 2,48 Millionen Euro kosten würde, zusätzlich die Baunebenkosten. Die Sanierung aller drei Verwaltungsgebäude würde teurer werden, als der Umbau […]

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Neuer Anbau hinter dem Bürgerbüro

Foto: Rückseite der ehemaligen Engelapotheke und der Obertorstraße 1 mit neuem Anbau In den  Anbauten hinter dem Gebäude Obertorstraße 1 waren lange Zeit das Ordnungsamt im Erdgeschoss und Räume des Bauamtes im Obergeschoss untergebracht. Diese Anbauten wurden abgerissen. Jetzt wurde ein neuer Anbau errichtet. Über die Planung eines solchen Anbaus wurde bisher nichts bekannt gemacht. […]

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Kommunalwahl 2021: Die Zeit läuft

   Die Zeit läuft.  Am 14. März 2021 wird mit der Wahl die Zusammensetzung der Stadtverordneten-Versammlung und der Ortsbeiräte von den Bürgern neu bestimmt. Ebenso auf Kreisebene. Nur noch zwei Monate lang können Wahlvorschläge eingereicht werden. Einreichungsschluss für Wahlvorschläge: 4. Januar 2021, 18:00 Uhr. Das ist der letzte Zeitpunkt für die Abgabe von Wahlvorschlägen.   […]

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A49: Zeit wird knapp für die Wende

   Wälder der Welt brennen, in Australien und Asien, in Afrika und Amerika. Auch in unseren Wäldern sind die Trockenschäden nicht mehr zu übersehen. Die Ernteerträge sinken, das Futter für das Vieh wird knapp. Wenn im nächsten Jahr noch weniger und wärmeres Wasser in Flüssen fließt, können Kraftwerke nicht mehr gekühlt werden und sind abzuschalten. […]

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Planung für Food-Court schon ab 2018

  In das Erdgeschoss des Gebäudes an Ziegenhainer Straße und Bindeweg sollen keine Textilgeschäfte mehr kommen, sondern ein Food Court. Das erklärte der Geschäftsführer von Schoofs, Mohamed Younis, am 23.09.2019  im Bauausschuss. Entgegen der rechtlich verbindlichen und mit der Stadt vertraglich vereinbarten Nutzung änderte Schoofs einseitig seine Pläne und teilte sie nur mit. Erst nach […]

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Das haben die Stadtverordneten beschlossen


2016 hatte Bürgermeister Dr. Nico Ritz dem Schulleiter der Bundespräsident Theodor-Heuss-Schule schriftlich zugesichert, dass im Bindeweg keine Warenanlieferung für das Einkaufszentrum erfolgen soll. Der Projektentwickler Schoofs hat dennoch eine Anlieferung für Woolworth gebaut. Das Schulamt hat mit seinem Planungseinwand an die Zusicherung erinnert. Der Magistrat urteilte einfach, das beeinträchtige nicht die Verkehrssicherheit des Schulwegs.

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Stadt unterwirft sich, setzt ihr starkes Blatt nicht ein

   Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Christian Haß, sagte in der Stadtverordnetenversammlung über die Planung des Einkaufszentrums: "Wir haben schon immer mit schwachem Blatt gespielt." Damit will er erklären, warum die CDU nachträglich einer Planung zustimmt, die bereits gebaut wurde. Damit täuscht er die Bürger und kaschiert das Zusammenspiel mit dem Projektentwickler Schoofs, das bereits seit […]

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Kommentar zur Stadtverordneten-Versammlung am 22. Oktober 2020

    Zu der Stadtverordnetenversammlung am 22. 10. 2020 und dem besonderen Verhalten der Vertreter der großen Parteien wurde der Kommentar schon vor 180 Jahren geschrieben.   Deutschland – auf weichem Pfühle Mach’ dir den Kopf nicht schwer Im irdischen Gewühle! Schlafe, was willst du mehr? Laß’ jede Freiheit dir rauben, Setze dich nicht zur […]

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Rückbau des Rechts der komunalen Selbstverwaltung

Foto: Leerstand im Neubau des Fachmarktcenters Kasseler Straße. Neu gebauter Leerstand – 2016 Vor vier Jahren beschloss die Mehrheit der Stadtverordneten das Fachmarktcenter in der Kasseler Straße / Ecke Nordumgehung. Der Neubau  für den Getränkemarkt steht seitdem leer.  Die weiteren Gebäude für den Tierfuttermarkt, den Elektromark mit dem Monoglisch-chinesischem Restaurant im Obergeschoss und die Tankstelle […]

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Haushaltsplan und EKZ

    Die HNA informierte über die bevorstehende Stadtverordnetenversammlung mit einem kleinen Hinweis. "Parlament beschäftigt sich mit Haushalt" lautet die Überschrift, "Die Homberger sind früh dran", heißt es weiter. Früh meint: Der Haushaltsentwurf wird schon zwei Monate vor Beginn des neuen Haushaltsjahres vorgelegt. Unter normalen Bedingungen wäre das ein gutes Zeichen, doch zur Zeit weiß niemand, […]

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Grob fahrlässig: Ohne Kenntnis und Beratung einem Vertrag zustimmen

Animationsfoto: Für die "Kiste" der Kreissparkasse entfällt die Bauverpflichtung im vorgelegten vorhabenbezogenen Bebauungsplan 61.1 Nachdem das Einkaufszentrum weitgehend gebaut ist, soll der Durchführungsvertrag geändert werden.  Schon bei dem zu Zeit gültigen Vertrag hat die Stadt den Hinweis ausgeschlagen, eine Vertragsstrafe zu vereinbaren. Bürgermeister Dr. Nico Ritz hat das abgelehnt. Damit hat er darauf verzichtet, notfalls […]

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Vor einer schwerwiegenden Entscheidung

Am Donnerstag dem 22.10.2020 stehen die Homberger Stadtverordneten vor einer schwerwiegenden Entscheidung. Stimmen sie einem Vertrag zum Einkaufszentrum zu, den sie nicht kennen, nicht prüfen können und dessen Durchführung sie nicht überwachen können, weil er geheim ist? Stimmen sie einer Änderung des Bebauungsplans für das Einkaufszentrum zu, das bereits weitgehend gebaut ist und am 1.12.2020 […]

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