HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Eigentümer möchte im Außenbereich bauen – Stadt ignoriert die Rechtslage

Auszug aus dem seit 2014 gültigen Flächennutzungsplan Die Fläche ist rot schraffiert und markiert alle ehemaligen Baulandflächen die bei der grundsätzlichen Überarbeitung des F-Plans 2013/2014 als Bauland herausgenommen wurden.
   

Bebauungspläne sollen aufgestellt werden, wenn es notwendig ist, die städtebauliche Entwicklung zu steuern. In Homberg gilt das nicht, Privatinteressen sollen unterstützt werden, entgegen der Rechtslage.
Jüngstes Beispiel: Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für ein landwirtschaftlich genutztes Grundstück, dem ein Naturdenkmal zu Opfer fallen würde.

  
2014: Weniger Bauland ausweisen

2014 wurde der Flächennutzungsplan an die Entwicklung angepasst. Da die ursprünglichen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung zu überhöht waren, wurden auch die Flächen, die für spätere Baulandnutzung reserviert waren, erheblich reduziert.

Der Entwurf zum geänderten Flächennutzungsplan lag zwei Mal öffentlich aus,  damit Bürger Einwände vorbringen konnten.
Nach Abschluss des Verfahrens wurde der Flächennutzungsplan 2014 rechtswirksam und gilt bis heute.
Die Bevölkerungsprognose hat sich nicht geändert. Auch nach dem Kommunalmonitor des Rechnungshofes wird davon ausgegangen, dass sich die Einwohnerzahl in Homberg reduziert.

  
2017: Erster Versuch Baugrundstück im Außenbereich zu schaffen.

Es wird nicht begründet, warum für dieses eine Grundstück ein Bebauungsplan ausgewiesen werden sollte. Welche städtebauliche Entwicklung sollte damit gesteuert werden? Keine, somit gibt es keine städtebaulichen Grund für die Ausweisung.
In den Sitzungsunterlagen war kein Auszug aus dem gültigen Flächennutzungsplan vorhanden. Stattdessen nur ein Luftbild mit Flurstücken, das als "Übersichtsplan" für den Flächennutzungsplan ausgegeben wurde.
Ein erstes Täuschungmanöver.

 
Luftbild mit Flurstücken. Kein Auszug aus dem Flächennutzungsplan, Sitzungsunterlage von 2017 ,  Beschlussvorlage VL-112/2017.  Quelle


Die Bestrebung, einen Bebauungsplan aufzustellen, folgt lediglich dem Wunsch des Privateigentümers.
 

Die Eigentümer des Grundstücks Gemarkung Caßdorf, Flur 7, Flurstück 96/2 haben mit Schreiben vom 16.09.2017 die Bebauung ihres Grundstücks mit einer Wohnbebauung zur Eigennutzung beantragt. Die Erschließung soll über den Kastanienweg erfolgen. Im rechtskräftigen Flächennutzungsplan der Kreisstadt Homberg (Efze) ist das 1.162 m² große Grundstück als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Für die Realisierung des Bauvorhabens ist eine Änderung der Bauleitplanung erforderlich. Die Kosten hierfür trägt der Investor durch Abschluss eines städtebaulichen Vertrages. Der Ortsbeirat wird in seiner Sitzung am 23.11.2017 eine Stellungnahme abgeben.
Ein Abgrenzungsplan ist als Anlage beigefügt.

Die Grundstückseigentümerin erklärt, dass das Grundstück vom Kastanienweg erschlossen werden kann, da dort alle Versorgungsleitungen liegen. Um die Leitungen bis zu dem Flurstück 96/ 2 verlegen zu können, müssten die Aufgrabungen durch den Wurzelbereich eines Naturdenkmals erfolgen, einer mächtigen alten Linde. Das würde mit großer Wahrscheinlichkeit einer Vernichtung der des Baumes bedeuten.

In der textlichen Erläuterung zum Flächennutzungsplan von 2014 wurde auf das Naturdenkmal hingewiesen. Das Schild "Naturdenkmal" ist am Baum auch nicht zu übersehen, aber nur, wenn man das Büro verlässt und sich die Örtlichkeiten ansieht.

  
2021 Erneuter Versuch

Der Magistrat legte erneut eine Beschlussempfehlung vor, mit der der Flächennutzungsplan geändert und die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen werden soll – obwohl sich an der Rechtslage nichts geändert hat. Die Ausweisung von weiteren Bauflächen im Außenbereich passt nicht zu dem propagierten Anspruch der Stadt, sich für den Klimaschutz einzusetzen.

Am 7. 11. 2014 hat Bürgermeister Dr. Nico Ritz die "Zusammenfassende Erklärung gemäß $ 6, Abs. 5 des BauGB" unterschrieben. Er erklärt:

Die Anforderungen zukünftiger städtebaulicher Entwicklung werden insbesonder geprägt durch die gegenüber früheren Planungszeiträumen drastisch veränderte demographische Entwicklung, die zu einem Rückgang der Einwohnerzahlen bei gleichzeitiger Verschiebung des Altersaufbaues der Bevölkerung führt. Die Notwendigkeit zur Ausweisung neuer Siedlungsflächen musste daher ebenso überprüft werden wie der Umfang der bisherigen Siedlungsflächenausweisungen.

  
Wertsteigerung durch Umwandlung

Das Grundstück liegt auch nach der Karte des Bodeninformationssystems im Außenbereich, dadurch hat es einen Geldwert von maximal  1,70 Euro/qm. Wenn es als Bauland ausgewiesen würde, erhöhte sich der Wert um das 16-fache und nimmt den  Verlust des Naturdenkmals in Kauf.
Aus der Sicht des Grundstückseigentümers ist das Verlangen nachvollziehbar, nachdem auch in Mardorf auf ähnliche Weise im Zusammenhang mit dem Kindergartenbau Bauplätze und damit Wertsteigerungen erzielt werden konnten. Die Stadt hat es möglich gemacht. Das Recht spielte dabei keine Rolle.

 

Kartenausschnitt aus dem Bodeninformationssystem mit den Grundstückspreisen

 

Karte: "Abgrenzungskarte" als Entscheidungsgrundlage für die Stadtverordneten ohne Bezeichnung, ohne Erläuterung. Keine Hinweise auf das Naturdenkmal.

 

In den Sitzungsunterlagen findet sich jetzt nur ein Blatt ohne Beschriftung, in der das Grundstück im Außenbereich mit zwei Zufahrten eingezeichnet ist.
In der Erläuterung im Text wird von einem versäumten Termin gesprochen, was rechtlich nicht relevant ist.

 


Naturdenkmal in Caßdorf gefährdet

In der nächsten Stadtverordnetenversammlung soll der Flächennutzungsplan so geändert werden, dass am Ortsrand von Caßdorf ein neues Baugebiet entstehen kann. Eine Zufahrt soll direkt über den Kronen/ Wurzelbereich des Naturdenkmals geführt werden. Das würde den Baum schwer schädigen, und ist deshalb nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten.
Den Stadtverordneten wurde dieser Sachverhalt nicht mitgeteilt, sie erhielten nur einen Abgrenzungsplan, in dem dieser relevante Sachverhalt verschwiegen wird.

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Erdwärme Erkundungsbohrungen beim ehemaligen Kreiskrankenhaus


Erwärme Erkundungsbohrung auf dem Gelände des ehemaligen Kreiskrankenhauses. Ist die Erdwärme dort wirtschaftlich nutzbar?

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Aus Wochenmarkt wird Winter-Monatsmarkt

Einmal im Monat für drei Stunden auf dem Homberger Marktplatz einkaufen.
Ein lockendes Angebot?

Gleichzeitig kann kann an 360 Stunden im Monat auf „17.300 qm Fläche für Einkaufsspaß und mehr“ im Einkaufszentrum Drehscheibe eingekauft werden.

Zur Erinnerung: Mit dem Einkaufszentrum sollte die Altstadt belebt werden. Dafür wurden viele Opfer gebracht.

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Nachhaltige Erneuerung?

  2017 erhielt die Stadt 541.000 Euro Fördermittel aus dem Programm "Zukunft Stadtgrün", das Programm wurde umbenannt und heißt jetzt "Wachstum und nachhaltige Erneuerung". Für das Programm "Zukunft Stadtgrün" wies die Stadt das Landschaftsschutzgebiet Burgberg, die Friedhöfe, Kleingartengelände und den zu einem Stadtpark erklärten alten Friedhof aus – Areale mit bestehendem Stadtgrün, wo aber kein […]

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Klimakrise: Nicht gleich die Politik ändern

  Karikatur: Nicht gleich Politik ändern von Mester/SFV Weder in Glasgow auf der Weltklimakonferenz noch in Homberg wird die Politik geändert, es geht weiter wie bisher, garniert mit einigen schönen Worten. Homberg scheint im außerirdischen Bereich zu liegen.  Der Bedrohung durch die Klimakrise wird mit einigen netten Formulierungen begegnet. Die junge Generation der Welt ist […]

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Rekordverdächtig schnell

Nur 18 Minuten benötigte der Haupt- und Finanzausschuss, um den Haushaltsplan für 36 Mio. Euro und acht weitere Tagesordnungspunkte „eingehene“ zu behandeln.

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Statt Bestand zu unterhalten, werden immer neue Bauten ohne wirtschaftliches Konzept geplant

Straße zur Burg ist gefährdet – seit 2018   Bereits 2018 stellte das Ingenieurbüro Unger in einer von der Stadt in Auftrag gegebenen Studie fest, dass der Georg-Textor-Weg Schäden aufweist – die einzige Zufahrt zur Burg und der Burgaststätte, Im oberen Bereich der Straße sind ausgeprägte Längsrisse mit Absätzen zu sehen. Hier hat sich die […]

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Schulden wachsen, Bevölkerungszahl sinkt

  Informationen aus dem neuen Haushaltsplan Der Haushalt der Stadt hat für 2022 einen Umfang von 36,307 Mio. Euro.    Schuldenstand Anfang des Jahres 2021 lagen die Schulden der Stadt aus Krediten bei 63,884 Millionen Euro. Zum Jahresende werden es voraussichtlich 72,829 Mio. Euro sein. Innerhalb eines Jahres ist die Verschuldung um 8,945 Mio. Euro […]

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2018: Krankenhausgelände hat Vorrang vor allen anderen Entwicklungen

2018 erklärte Bürgermeister Dr. Nico Ritz, dass die Entwicklung des Krankenhausgeländes Vorrang vor allen anderen Entwicklungen habe. Noch vor zwei Monaten erhöhte er den Zeitdruck. In der November-Sitzung am 18. 11. sollten konkrete Vorschläge vom Magistrat vorgelegt werden. Doch auf der Tagesordnung für den 18. November 2021 findet sich kein Hinweis auf das Krankenhausgelände. Auch […]

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Weiteres Grundstücksgeschäft zu Lasten der Stadt


Die Häuser der Stadt sollen an den Bund verkauft werden. Die Stadt übernimmt die Abrisskosten. Die Stadt trägt die Lasten. Mal wieder.

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Stadt ruft zum Spenden für den Wald auf

   Die Stadt möchte "ihren Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich mit einer Geldspende für den Klimaschutz in unserer Stadt zu engagieren"  So am 11. November 2021 auf der Homepage der Stadt. Die Spende soll nicht an die Kommune Homberg und auch nicht an den Landesbetrieb HessenForst gezahlt werden, sondern an eine Privatfirma in […]

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8. November: Gedenkkonzert in der Stadtkirche

      Auch in Homberg zogen am 9. November 1938 Homberger Bürger vor die Wohnhäuser ihrer Nachbarn, die jüdischen Glaubens waren und zerstörten deren Wohnungen, so wie in vielen Städten in Deutschland, wo auch Synagogen in der Nacht zerstört und in Brand gesetzt wurden. Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung zur systematischen […]

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