HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Wenn der Bürgermeister erzählt…

 

Wenn der Bürgermeister vom Denkmalschutz erzählt…

Seit dem 30-jährigen Krieg sind wohl noch zu keiner Zeit so viele Kulturdenkmälder in Homberg zerstört worden, wie in den 12 Amtsjahren des jetzigen Bürgermeisters. 

 


Es waren Homberger Bürger, die gegen den Abriss der Häuser gegenüber dem Amtsgerichts protestiert haben.
Zur Zeit der documenta 8 haben sie auch in Kassel gegen die Zerstörung protestiert.
Diese Homberger Bürgerbewegung setzte sich auch für den Erhalt der Stadthalle ein, die zu der Zeit noch als Raiffeisen-Lagerhalle genutzt wurde. 

Zu der Zeit war auch vom Landesamt für Denkmalpflege Frau Thiersch im Kreis ganz engagiert aktiv. Baudirektor Seehausen initierte die Fachwerkkbörse  und die Interessengemeinschaft Fachwerk Nordhessen (IFN).

 

 

Vom Saulus zum Paulus
 

Dank dieser breite Bewegung wandelte sich Bürgermeister Gunkel zu einem Förderer des Denkmalschutzes. Die Stadthalle wurde gekauft und in der Amtszeit von Bürgermeister Blau vorbildlich saniert. 
Dass dieses Denkmal ausgezeichnet wurde, ist letztlich den aktiven Homberger Bürgern zu verdanken.

 

 

 

 

 

 

 

 Foto: Historisches Foto des Gudenschen Saals (Saal der Gaststätte Gude). 

 

Murhardsche Hofanlage: Abriss für Kitabau

 

Das zweite ausgezeichnete Denkmalprojekt in der Amtszeit von Dr. Nico Ritz  ist gegen den Bürgerprotest zerstört worden. Geholfen hat dabei das Landesamt für Denkmalpflege, die es zulies, dass die Murhardsche Hofanlage zerstört wurde, um in der Altstadt einen Kindergarten bauen zu können, bei dem von Anfang an klar war, dass er nur wenig Außenfläche haben würde. Diese kleine Außenfläche wurde geschaffen, indem die intakte Scheune abgerissen wurde.

Die  Scheune in der Salzgasse ist zwar als Fassade erhalten und "modernisiert" worden, das Tragwerk wurde total verändert. Das Fachwerk ist nur noch Dekoration aber kein historisches Zeugnis mehr. Das Wohnhaus steht seitdem leer.

Die Familie Murhardt war eine Beamtenfamilie am Kasseler Hof und hatte in Homberg die Funktion, vergleichbar mit dem heutigen Landrat.
Wie es zu der Auszeichnung dieses Umbaus mit einem Denkmalschutzpreis kam, ist nicht nachvollziehbar. Bei der Einweihung machte der oberste hessische Denkmalschützer Harzenetter eine sehr gequälten Eindruck.

 

Dr. Ritz
"Wir sind jetzt mitten in einem Quartier, in Homberg heißt das Marktplatz Ost oder östliche Altstadt, ein Bereich wo wirklich viele Häuser nur untergeordnet genutzt werden und die Frage immer war, was macht man sinnvoller Weise. Und just zu dieser Fragestellung haben wir auch als wir uns mit der Frage beschäftigten haben, wo bauen wir einen neuen Kindergarten. Sie müssen wissen, die Homberger Altstadt, innerhalb des Stadtmauerrings war früher von landwirtschaftlichen Gehöften geprägt."

 

 

Gerlach, Architekt
"Etwas in die Innenstadt zu bringen erfordert Mut. Da sind viele Herausforderungen zu stemmen, es ist alt und neu gemischt. Das Neue zeigt sich eindeutig, es versteckt sich nicht. Das Neue ist heute Holzrahmenbau, es wird vorgestellt und es gibt ein Schlagwort „Haus im Haus“, das heißt wir haben innen drin, auch in dem Altbau, eine eigene Konstruktion hinein gefügt, die quasi auch die Nutzung der Kindertagesstätte ermöglicht."


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