Laster hinterm Bahndamm oder BI hinters Licht geführt
Am 28. Mai 2011 berichtet die HNA über ein Gespräch der Bürgerinitiative Holzhäuser Feld mit Bürgermeister Martin Wagner. Das Gespräch ließ die BI aufatmen, ihre Forderungen schienen Gehör gefunden zu haben. Wagner stellte ihnen eine eine "alternative Trassenplanung" vor.
An der Argumentation des Bürgermeister lässt sich die Strategie erkennen, die er gern einschlägt und mit der es ihm oft gelingt, Kritiker zu beruhigen.
Alternative Route für die Lkws – ein längerer Weg
"Demnach soll der Verkehr über die B 323/B 254 und über die Rudolf-Diesel-Straße durch das westliche Bahnviadukt entlang der Grenze des FFH-Gebietes zum Viessmann-Gelände geleitet werden."
Für die Lkws, die von der Autobahn A7 kommen, bedeutet die Alternative einen noch längeren Anfahrts- und Abfahrtsweg. Eine echte Alternative wäre das gemeinsame erschlossene Gewerbegebiet in Remsfeld. Wie schnell eine Halle oder ein Zelt als Schutz für die Umladung errichtet werden kann, hat man bei ELVIS gesehen.
Genehmigungfähig
Wagner spricht von mündlichen Zusagen der Oberen Naturschutzbehörde und von Zustimmung durch Staatssekretär Mark Weinmeister. Ob diese Aussagen stimmen, kann die BI im Gespräch nicht prüfen. Wagner versucht sich damit als vorausschauenden, lösungsorientierten Bürgermeister zu präsentieren. Dazu benutzte er auch in der Vergangenheit immer wieder angebliche Äußerungen von anderen Behörden, die diese nie getan hatten.
Thema verschieben, ablenken
Die BI ist um ihre Nachtruhe besorgt, sollte die bisher genannte Route von den Lastern benutzt werden. Der Bürgermeister spricht von Kriechtummeln für Kammmolchen an seiner Alternativtrasse.
Auch diese Strategie ist oft zu beobachen: Nebenpunkte breit darstellen und hoffen, dass sich dazu jemand äußert. Geht jemand darauf ein, dann hat er gewonnen, die Diskussion ist auf ein Nebenschauplatz verlagert, das heiße Eisen aus dem Blickfeld.
Falsche Fakten
"Den Bahndamm habe Wagner als Lärmschutz bezeichnet, so dass die Bewohner im Caßdorfer Feld von zusätzlichen Belastungen verschont würden."
Diese Aussage ist in zweifacher Hinsicht falsch.
1. Die Straße verläuft nicht hinter, sondern oberhalb des Bahndammes. Der Lkw-Lärm kann sich ungehindert im Tal verbreiten. Die alte Panzerstraße liegt 10 bis 15 Meter über dem Niveau des Bahndamms, der Lärm kann sich ungehindert ausbreiten. Der Bahndamm bietet keinen Lärmschutz. Diese Behauptung ist Unsinn.
2. Bevor die Lkws über diese Strecke fahren können, müssen sie auf der B323 durch das Tal fahren, also sehr viel näher am Caßdorfer Feld vorbei, wo die Lärmbelastung von der Straße zur Wohnbebauung höher ist als von der entfernt liegenden alten Panzestraße.
Wenn der Bürgermeister das gemeinsame Gewerbegebiet für die Logistikunternehmen nicht nutzen will, stattdessen diesen Verkehr auch noch über die Alternativtrasse ins Kasernengelände lenken will, erhöht sich die Lärmbelastung für Homberg noch weiter. Ob im Osterbachvirtel, im Bahnhofsgebiet oder im Caßdorfer Feld, überall wird die Nachtruhe beeinträchtigt.
Neue Zufahrtsstraße kann nicht schnell kommen
"Weiter habe Wagner während des Gesprächs erklärt, dass die britische Firma Palletways nur über die bestehende Zufahrt angefahren werde."
Die bestehende Zufahrt führt durch die Unterführung der Bahntrasse und über den Zorngrabenweg. Entsprechende Wegweiser zu Palletways sind bereits angebracht. Diese Zufahrt wird erst einmal für längere Zeit die einzige Zufahrt sein. Eine jetzt denkbare Alternative ginge über das Gelände des Raiffeisenlagers oder durch das Bahnhofsviertel. Auf jeden Fall ist die angekündigte neue Straße zum hinteren Tor des Kasernengeländes nicht rasch zu realisieren, hier müsste erst Planungsrecht geschaffen werden. Das Verfahren dauert länger, da auch für die Beteiligten Fristen zu wahren sind. Unbekannt ist auch, für wie lange sich Palletways in die Hallen eingemietet hat. Vielleicht ist Palletway früher zu einem neuen Standort verlagert als die Straße kommt.
Dokumentation (Nachtrag 3.6.2011)
In der HNA vom 3.6.2011 ist zu dem Thema der folgende Leserbrief veröffentlich.
Leserbrief HNA 3. Juni 2011
Lärm durch Laster
Thema: Nicht nur die Anwohner werden belästigt Lesermeinung
Wenn auch die Laster nicht über die Waßmuthshäuser Straße vorbei am Holzhäuser Feld geführt werden sollen, so bleibt den direkten Anwohnern entlang der B 323 aus den Straßen Aueweg, Waßmuthshäuser Straße, Uferweg, Hinter dem Wasser, Heideweg, Ulmenstraße, Eichenweg, Tannenweg, Davidsweg, Bahnhofstraße und Hans-Böckler-Straße weitere erhöhte Lärmbelästigungen nicht erspart.
Diese zusätzlichen Lärmbelästigungen durch den erhöhten Lkw-Verkehr treffen aber nicht nur diese Anwohner, sondern auch die Bewohner aus den Stadtteilen Relbehausen, Holzhausen sowie aus dem Holzhäuser Feld und dem östlichen Osterbachgebiet.
Nur geeignete Lärmschutzmaßnahmen entlang der B 323 könnten das Wohnen in den vorgenannten, Straßen, Gebieten und Stadtteilen einigermaßen erträglich machen.
Nun zu der „Straße“ hinter dem Bahndamm. Es handelt sich hierbei um einen sensiblen Bereich an der Grenze eines FFH/Vogelschutzgebietes. Bis positive Stellungnahmen der Fachbehörden zu dem Straßenneubau vorliegen, wenn überhaupt, und die Straße mit den erforderlichen Vorkehrungen für den Amphibienschutz gebaut ist, wird noch viel Wasser die Efze herunterfließen.
Weiterhin ist zu Bedenken, dass der zusätzliche Lärm durch das Be- und Entladen der Lkw im Industriegebiet die Anwohner dort und je nach Windrichtung die Bevölkerung in Lützelwig und Caßdorf sowie aus dem westlichen Stellbergsgebiet schlecht einschlafen lassen werden.
Bei allen Bestrebungen der Stadt Homberg Industrie- und Gewerbeansiedlung zu betreiben sowie leerstehende Industriebauten zu nutzen, sollte man den Menschen nicht außer acht lassen.
Harald Gies, Adolf Fichtner, Homberg
Druckansicht
Rechnungshof Bericht 2010: Auch das gemeinsame Gewerbegebiet in Remsfeld ist gefördert, doch Bürgermeister Wagner will die Logistiker nach Homberg fahren lassen.
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