Neuer Plan für die Engelapotheke
Neue Pläne für die Engelapotheke standen auf der Tagesordnung der letzten Stadtverordnetenversammlung. Sie wurden nicht öffentlich vorgestellt, sondern den Stadtverordneten nur in einer Tischvorlage bekannt gemacht.
Im ersten und zweiten Geschoss der Engelapotheke sollen Museumsräume entstehen, barrierefrei.
Um das zu erreichen sollen im daneben liegenden Bauamt ein neues Treppenhaus und ein Aufzug eingebaut werden, von dem auch die Etagen in der ehemaligen Engelapotheke erschlossen werden sollen.
Dieses Modell ist nicht neu, es wurde schon einmal vorgestellt.
Die Kosten werden laut Dr. Ritz auf knapp 180.000 Euro geschätzt. Diesen Kosten stellt der Bürgermeister "verschiedene Einsparungen" gegenüber, gemeint sind "(Treppenlifte, Treppenaufgänge u.a.)" in dem Gebäude der Engelapotheke.
In der Erläuterung des Architekten Albert Hess aus Neuenstein heißt es:
"Der Verwaltungsbereich [Bauverwaltung] mit einer größeren Flächenausdehnung besitzt bereits einen zweiten Flucht- und Rettungsweg."
Der Gebäudeteil mit dem zweiten Fluchtweg soll nach den bisherigen Plänen beseitigt werden, der Innenbereich in dem Quartier soll entkernt werden, um Freiflächen zu schaffen. Wie vertragen sich diese beiden Pläne?
Wie kann das Bauamt erreicht werden, wenn die jetzige Treppe zum Bauamt abgerissen wird, um eine neue Treppen zu bauen?
Ein Blick auf den Grundriss: Ein Museum mit zwei getrennten Eingangsbereichen – wie ist die Aufsicht zu organisieren? Eine Toilette im Erdgeschoss dürfte nicht ausreichen.
Im Erdgeschoss sollen rund 100 qm Ausstellungsfläche entstehen, mit dem Obergeschoss zusammen etwa 200 qm.
Während ein neues Museum geschaffen werden soll, bleibt das Heimatmuseum in dem schräg gegenüberliegenden Kulturdenkmal, dem ehemaligen Hochzeitshaus, sich selbst überlassen.
Der Museumsverband hat schon im Februar deutliche Worte zu diesem Parallelmuseum gefunden.
Die Kosten: 180.000 Euro Erschließung, Sanierung der Räume xxxx Euro.
Betriebskosten: Heizung, Reinigung
Personal: Aufsichtspersonal
Ein solches Museum wird die Kosten nicht wieder einspielen. Es ist ein Luxusprojekt einer Stadt, die unter dem Rettungsschirm steht, von der die Aufsichtsbehörden sagen, sie dürfte nur das Notwendigste finanzieren.
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Der Altstadt-Kindergarten wird nicht von der Stadt gebaut. Wieder ist die Hessische Landgesellschaft (HLG) dazwischen geschaltet, die sich das bezahlen lässt ohne Risiko zu tragen. Wie schon beim Ärztehaus.
Vor sieben Jahren bekam Melsungen ein Einkaufszentrum am Rande der Altstadt, 40 Prozent Umsatzrückgang beklagten die Einzelhändler bereits nach 5 Monaten.
Einst gegen Abriss, heute für Abrisss und Abholzung.
Obwohl die Daten vorliegen, verweigert der Bürgermeister die Auskunft zu der er verpflichtet ist.
„Die Stadt Borken (Hessen) lehnt die vorgelegte Planung weiterhin ab, da die verbrauchernahe Versorgung in Borken (Hessen), insbesondere in der Kernstadt und im Stadtteil Singlis, als deutlich gefährdet angesehen werden muss.“