HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Systemversagen: 2 Millionen Euro Schaden für die Stadt einfach abgenickt


Wie konnte es geschehen, dass die Stadtverordneten mit der Zustimmung zum 1-Euro-Kauf des Krankenhausgeländes und der Kenntnis, dass am Ende mindestens 2 Millionen Euro Schaden für die Stadt entsteht, einfach abnickten? Wortlos, ohne Beratung. Vorsätzlich.

 

Harmonisch, kein Gezänk

In der letzten Stadtverordnetenversammlung in Sondheim verabschiedete sich der Stadtverordnetenvorsteher nach 10 Jahren von seinem Amt. Es wurde ein Lob- und Dankesrede gehalten in der die freundliche Stimme, die ruhige Sitzungsleitung und das harmonische Miteinander unter seine Leitung hervorgehoben wurde. Kein Gezänk, wie es einmal ein Stadtverordneter sagte. Ihm zu Ehren erhoben sich zuerst die Altgedienten, es erhoben sich dann auch die Neulinge.

Ich erinnerte mich an eine mich prägende Situation: Ein Dozent für Gesellschaftskunde hielt einen schönen kleinen Vortrag. Nach vielleicht 10 Minuten brach er ab und fragte: Haben sie nichts bemerkt? Nun zeigte er uns, welches totalitäre Verständnis er uns in den ersten 10 Minuten vorgetragen hat. Diese Lektion saß, sie hat mich geprägt. Mit schönen, sanften Worten kann auch ein undemokratisches Vorgehen versteckt werden.
   

Informationsfreiheit oder ohne Transparenz keine Demokratie

In Homberg ist schleichend, nahezu unbemerkt, das Grundprinzip der Demokratie entsorgt worden das Öffentlichkeitsprinzip.
Ohne Transparenz aller Vorgänge gibt es keine Demokratie. Auch alle Unterlagen müssen jederzeit öffentlich einsehbar sein, so ist es im Informationsfreiheitsgesetz festgelegt.
Mit Respekt vor der kommunalen Selbstverwaltung gilt das Gesetz nicht für die Kommunen.
Diese sind aber aufgefordert, es zu übernehmen. Nur Hessen und Sachsen hat es bisher nicht getan. 2024 wurde die beiden Bundesländer aufgefordert, die Informationsfreiheit auch für ihre Kommunen einzuführen. Hessen bildet in Sachen Demokratie ein Schlusslicht, so auch Homberg. Und das hat Folgen, wie sich beim 1-Euro-Klinik-Kauf zeigt. 
  

Der schleichende Demokratieabbau in Homberg

Seit Jahren schon werden die wichtigen Informationen nur den Stadtverordneten im gesicherten Downloadbereich des Ratsinformationssystems bereitgestellt, für die Bürger sind sie nicht zugänglich.

Die Sitzungsprotokolle sind immer mehr inhaltlich entleert worden, bis zur Lächerlichkeit, wenn es dann nur noch heißt, wer wem das Wort erteilt hat und wer zur Sache gesprochen hat. Was argumentiert wurde, welche Bedenken eventuell zur Sprache gebracht wurden, erfährt man aus diesen Protokollen nicht.

Die Sitzungen laufen ruhig und harmonisch ab, wie gelobt wurde. Das liegt daran, dass die Diskussionen zwischen den Fraktionen nur noch von den Fraktionsvorsitzenden im Ältestenrat geführt werden. Dort wird auch das Abstimmungsverhalten beschlossen, das dann in der Stadtverordnetenversammlung zu sehen ist. Alles harmonisch.

Diese Praxis wurde sogar im Sitzungskalender sichtbar. Zwei Wochen vor der Versammlung war ein Termin für den Ältestenrat eingetragen. Erst nachdem ich die Kommunalaufsicht angerufen hatte, verschwanden die Termineinträge für den Ältestenrat im Sitzungskalender, doch die Praxis wurde weitergeführt. Als Ausschussbesucher konnte man immer mal wieder hören, "Das haben wir doch so im Ältestenrat beschlossen".

  
Wie weit die Abschaffung der Demokratie in Homberg gehen sollte, zeigt ein Protokoll des Ältestenrats:


Es wurde vorgeschlagen, eine Stadtverordnetenversammlung in kleinerer Besetzung abzuhalten und damit Stadtverordnete von der Beratung auszuschließen.

Bestimmte Punkte, die keiner Aussprache bedürfen, sollten identifieziert werden, um sie herauszunehmen.

Die Entscheidung würde der Stadtverordnetenvorsteher treffen, der die Sitzungseinladung verschickt.

Es werden noch viele andere Maßnahmen ergriffen, um die öffentliche Kontrolle des Magistrats auszuschließen. Immer wieder wird in Grundstückskaufverträgen nur der Preis öffentlich gemacht und empfohlen: "Auf die nachträgliche Genehmigung wird verzichtet." Dem stimmen die Stadtverordneten zu, ohne zu wissen, was alles noch in dem Vertrag geregelt ist.
Mit der Zustimmung zu diesem Passus entmündigen sich die Stadtverordneten selbst, das lassen die Fraktionsvorsitzenden auch noch zu.

Unter einem neuen Bürgermeister sollte Homberg
wieder zu einer demokratischen Kommune gemacht werden und
Transparenz für die Bürger hergestellt werden.

 


Fünf Parteien – eine Meinung – keine Fragen

  Im Mai 2021 lag den beiden Ausschüssen die Information vor,  "Entwicklung des ehemaligen Krankenhausgeländes die Kosten für den Rückbau und die Erschließung die Einnahmen deutlich übersteigen werden." 2.000.000 Euro seien nicht refinanzierbar. In den Ausschüssen sitzen Vertreter aller fünf politischen Gruppen zur Beratung zusammen. Laut Protokoll gibt es keine Wortmeldung. Keiner der Lokalpolitiker hat […]

weiterlesen »


Klinik-Deal: Was bereits 2019 bekannt war

„Beim Kauf vor vier Jahren erhielt Asklepios Steuergelder dafür – jetzt macht der private Klinik-Konzern das Homberger Krankenhaus dicht.“
FR 2019

weiterlesen »


Die Zustimmer

2 Millionen Kosten einfach wortlos zugestimmt, parteiübergreifend.

weiterlesen »


Bürgerstimmen zum Krankenhaus-Abriss

    Zu dem HNA-Beitrag über den Abriss der Krankenhausgebäude kommentierten drei Bürger:   Das Ergebnis des Totalversagens der Synapsen in 2006 von SPD, FDP, FWG und Teilen der Grünen, die Privatisierung SEK unterstützen wollten. Jeder Bürger der damals auf den Listen der Gegenwehr seinen Namen geschrieben hat, hatte es verstanden, aber es wurde Ignoriert […]

weiterlesen »


Klinikdeal: Konturen werden deutlich

    Es lohnt sich, den HNA-Beitrag vom Juli 2020 noch einmal genau zu lesen. Er ist aufschlussreich.    10 Jahre nachdem Asklepios die Kreiskrankenhäuser gekauft hat und danach das Homberger Krankenhaus geschlossen hat, wurde der Standort Homberg für Asklepios zur Last. Jährlich kostete der Leerstand dem Konzern rund 50.000 Euro. Das sollte beendet werden. Asklepios […]

weiterlesen »


25 % mehr Personal unter Bürgermeister Ritz eingestellt

                Mehr Personal und höhere Personalkosten in der Amtszeit von Dr. Nico Ritz   2001 hatte die Stadt 159 Stellen im Haushaltsplan ausgewiesen. 2013, dem letzten Jahr vor Amtsübernahme von Dr. Nico Ritz, waren es sogar nur 144 Stellen. 2026 stehen im Haushaltsplan 206 Stellen.   Der Personalumfang […]

weiterlesen »


Verräterische Sprache

   "Nico macht einen guten Job und hat noch viele Ideen für seine Stadt.", erklärt Heiko Manz auf Instagram zu seinem Bürgermeister-Kollegen Dr. Nico Ritz.   "… hat noch viele Ideen für seine Stadt", das heißt er braucht keine Bürger, ihn interessiert nicht, was die Bürger wollen, für die er angeblich da sei.    Die […]

weiterlesen »


Leserbeitrag Nummer 6

von Dorfbewohnerin: Wenn ich wie oft zum Marktplatz in Homberg gehe, fällt mein Blick immer auf die Schaufenster des ehemaligen Geschäftes „Mönch“ in der Westheimer Straße. Seit der Schließung sind die Fenster innen mit Papier zugehängt. Inzwischen ist es an mehreren Stellen zerrissen, ein trauriger, verwahrloster Eindruck. Ist es denn in den ganzen Jahren nicht […]

weiterlesen »


Homberger Stele der Toleranz und die Antwort aus dem Rathaus

weiterlesen »


Klinik-Kauf: Deal oder Dummheit?

Klinik-Areal   – 2021 Kauf für 1 Euro  – 2026 Abriss für 7 Millionen Euro     Kommunal – Kapital – Kriminal Kapital muss Gewinne abwerfen, sonst ist es totes Kapital und somit wertlos. Kapital wird immer mehr, und deshalb wird es schwieriger, Gewinne zu erzielen. Seit Jahrzehnten geht es darum, kommunale Bereiche in Kapitalbetriebe umzuwandeln. Was […]

weiterlesen »


Mit dem Bürgermeister auf DU und DU?

Im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt setzt Dr. Nico Ritz auch auf Instagram. Was er dort erzählt, deckt sich nicht mit den Erfahrungen vieler Bürger. https://www.instagram.com/nicoritz.homberg/   Abbildung: Dr. Nico Ritz auf seinem Instagram-Auftritt zur Bürgermeister-Wahl   Die Ortsbeiräte beklagen oft, dass sie vom Bürgermeister keine Antwort erhalten. Auf offene Briefe antwortet er nicht immer. Telefonisch […]

weiterlesen »


ADFC zum Verkehrsversuch ins Industriegebiet

Die „großartige Lösung“ des Verkehrsversuchs für die Verbindung Richtung Homberger Industriegebiet, erweist sich als Wahlkampfgeklingel, denn für die beiden Engstellen auf der Ziegenhainer Straße haben sie nichts anzubieten.

weiterlesen »


Druckansicht Druckansicht

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt MediendesignBeiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA. Impressum Impressum