Leserbrief Nr. 7
Homberg braucht dringend einen Neuanfang
Dr. Klaus Lambrecht
Im HNA – Artikel vom 3.3. deutet der amtierende Bürgermeister Dr. Ritz plötzlich an, wie ernst die finanzielle Lage in Homberg ist. Man müsse die Gesamtschau immer im Blick haben, darum könnte es sogar erforderlich werden, Brücken und Straßen nicht mehr zu erhalten. Genauso fordert er eine Gesamtschau und Abwägung von Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit. Dies ist eine völlig neue Sichtweise, bisher spielte die Wirtschaftlichkeit von Projekten keine Rolle, Pflichtaufgaben wurden liegen gelassen. Und dies alles konnte passieren, weil Magistrat und Stadtverordnetenversammlung in den meisten Fällen alle seine Wünsche und Vorlagen, ohne öffentliche Abwägung und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchgewunken hat. Insofern sind auch viele der jetzt seit Jahren amtierenden Kandidaten der Parteien Schuld an der Situation. Wie ist es sonst möglich, dass das Klinikgelände gekauft wurde, Häuser verschenkt und verkauft wurden ohne die Notwendigkeit oder Nutzung überhaupt zu erörtern? Als Beleg dieser Versäumnisse führe ich auch an, dass entgegen des Beschlusses der Stadtverordneten am 17.02.2022 bisher keine Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Cafe‘ im alten Friedhof durchgeführt wurde bzw. veröffentlicht wurde. Fast Zeitgleich mit der HNA wird aber der Bau eines solchen Cafe's auf der Homepage als weitere Maßnahme gepriesen. Von der weiteren Zerstörung des ehemaligen barrierearmen Friedhofs ganz zu schweigen.
In den letzten Jahren führte die Gier der Entscheidungsträger nach Fördermittel auch zu dem hohen nur zu erahnenden Schuldenstand, weil meist eine Anteilsförderung aus Eigenmitteln von den Fördergeldgebern gefordert wurde.
Nicht ohne Grund weist der Landesrechnungshof auf die hohe Verschuldung Hombergs (Stand 2023) in seinem Kommunalbericht 2025 hin, das mit seinen Schulden von damals 5413 € pro Kopf der Einwohner an fünfter Stelle der Kommunen mit einem Gesamtschuldenstand im Kernhaushalt mit mehr als 5000 Einwohnern hatte. Der Schuldenstand dürfte jetzt schon weit aus höher liegen, da große Investitionen (Stadion, Schwimmbad, etc…) in 2024 bis heute getätigt oder beauftragt worden sind, ohne das Fördermittel oder die Finanzierung gesichert ist.
So kann es nicht weiter gehen, wir brauchen einen klaren Politikwechsel personell und in der Schwerpunktsetzung unter Berücksichtigung des Schuldenstandes und des Bürgerwillens und. Die nachfolgenden Generationen werden es uns danken.
