HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

2008 – 2021 Informationen zur Kommunalpolitik in der Kreisstadt Homberg (Efze) – ab 2021 HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN

Einkaufszentrum: Geschäftsmiete, Umsatz, Kaufkraft

 

Erst Abschätzung, dann Gutachten
Bevor die Stadt teure Gutachten in Auftrag gibt, von 75.000 Euro wurde gesprochen, kann mit einer einfachen Überschlagsrechnung bereits abgeschätzt werden, ob ein solches Projekt realisierbar ist.

 

1. Geschäftsmiete überschlägig ermitteln
Wenn für das Einkaufszentrum 20 Mill. Euro Kapital notwendig ist, kann daraus überschlägig die Geschäftsmiete je Quadratmeter Verkaufsfläche ermittelt werden.

Angegeben sind bei der kleinsten Variante 5.000 qm Nutzfläche, das ergibt 4.000 qm Verkaufsfläche. Mit der Vermietung dieser Flächen müssen monatlich die Einnahmen erwirtschaftet werden, damit Kredit und Zinsen bezahlt werden können.

Angenommen:
6 % Renditeerwartung, 20 Jahre Laufzeit = 140.000 Euro Monatsrate
8 % Renditeerwartung, 20 Jahre Laufzeit = 167.000 Euro Monatsrate

Geschäftsmiete
140.000 Euro durch 4.000 qm = 35,00 Euro Geschäftsmiete
167.000 Euro durch 4.000 qm = 41,75 Euro Geschäftsmiete

Zu dieser überschlägig ermittelten Geschäftsmiete kommen noch weitere laufende Kosten hinzu – Heizung, Beleuchtung usw.
Bei einer Geschäftsgröße von 100 qm läge allein die monatliche Grundmiete zwischen 3.500 und 4.170 Euro.
Welche Mieten zahlen die Homberger Einzelhändler zur Zeit?
Können diese Mieten in Homberg erwirtschaftet werden?

2. Umsätze je Verkaufsfläche

In den einzelnen Branchen werden je Quadratmeter Verkaufsfläche unterschiedliche Umsätze jährlich erzielt, dieser Wert wird als Flächenproduktivität bezeichnet. Nach den neusten Zahlen des Instituts für Handelsforschung betragen die durchschnittlichen Wert zum Beispiel

Kaufhäuser 2.100 Euro/qm
SB-Warenhäuser 4.000 bis 5.000 Euro/qm
Lebensmittel Fachhandel 3.700 Euro/qm
Damenoberbekleidung 3.800 Euro/qm
Herrenoberbekleidung 5.100 Euro/qm
Schuhfachhandel 3.400 Euro/qm

Wenn für das geplante Einkaufszentrum eine Mischung aus verschiedenen Branchen angenommen wird, kann für eine erste grobe Überschlagsrechnung der Wert von 3.700 Euro/qm angesetzt werden.

Bei einer Verkaufsfläche von 4.000 qm würde das einen Umsatz von 14,8 Millionen, gerundet 15 Millionen Jahresumsatz bedeuten, der in dem Einkaufzentrum realisiert werden muss.

3. Kaufkraft
Ist im Einzugsgebiet für Homberg soviel zusätzliche Kaufkraft vorhanden?
Nach den aktuellen Zahlen der Industrie- und Handelskammer von 2010 sind 69 Millionen Euro in Homberg umgesetzt worden. Schwerpunkt sind dabei die Einkaufmöglichkeiten am Stadtrand, wie es im Städtebericht 2008 heißt. 15 Millionen Kaufkraft bedeuten 22 % der gesamten Kaufkraft in Homberg.

Wo sollen die 15 Millionen Euro Kaufkraft in das Einkaufszentrum herkommen?
Das gesamte Einkommensniveau wird angesichts immer häufiger werdenden Umwandlung von festen Arbeitsplätzen in schlechter bezahlte Zeitarbeitslätze nicht ansteigen, sondern eher sinken. Somit kann nur im Zuge eines Verdrängungswettbewerbs versucht werden, diese Kaufkraft auch von den am Markt etablierten Geschäften in das Einkaufszentrum umzulenken. Das ist ein teurer und in dieser Größenordnung riskanter Weg, zumal weiterer Wettbewerb entsteht: Ratio in Baunatal, Wieragrund in Schwalmstadt.

Zu viele Verkaufsflächen führen zu Leerstand
In Deutschland gibt es verglichen mit den europäischen Nachbarn zu viele Verkaufsfläche. Das hat Christian Klotz 2008 in seinem Stadtmarketing-Vortrag in der Stadthalle mehrfach gesagt. In der Zwischenzeit sind noch mehr Flächen in der Region dazugekommen. Das bedeutet: Je Verkaufsfläche steht weniger Kaufkraft zur Verfügung. Das vorhandene Potenial wird nur aufgeteilt. Es besteht ein Verdrängungswettbewerb, an dessen Ende nur einige starke Standorte bestehen bleiben werden, der Rest wird leer stehen.
Das ist die zweite Phase des Verdrängungswettbewerbs, die auch auf überregionalem Niveau stattfinden wird.
Die Ergebnisse der ersten Verdrängungs-und Konzentrationswelle kann in Homberg schon vielfach besichtigt werden: Geschäfts-Leerstände.

Es gibt nicht nur das Szenario eines florierenden Einkaufzentrum in der Homberger Innenstadt.
Es gibt auch das mögliche Scenario einer zerstörten Altstadt mit leeren Geschäftspassagen des Einkaufzentrums, geschützt von Rollgittern.

Wurden im Rathaus schon einmal solche einfache Rechnungen angestellt – bei der noch viele weitere Kostenfaktoren unberücksichtigt sind?

Bis jetzt ist nichts vorgelegt.
Kein Stadtverordneter hat irgend welche schriftlichen Unterlagen, geschweige denn eine solche Überschlagsrechnung.
Druckansicht Druckansicht


Schuldenbremse: Zusammenhänge verstehen

Schuldenbremse Stimmzettel
Nein zu der „Schuldenbremse“ führt zu mehr Gerechtigkeit, weil auch die „stärkeren Schultern“ wieder mehr tragen müssten.

Ja führt zu weiteren Einschnitten in den öffentlichen Leistungen, zu Gebührenerhöhungen und zu weiterer Privatisierung öffentlicher Aufgaben, zu Lasten der Mehrheit der Bürger.

weiterlesen »


Altlasten des Hessentags

Bäume für den HessentagFür den Hessentag wurde rund 40 Laubbäume gefällt. Wo ist die Ersatzpflanzung? Wie hoch sind die Kosten?

weiterlesen »


75.000 Euro für Holzhäuser Feld jährlich

Holzhäuser Feld Kosten300.000 Euro versteckte Kosten tauchen auf. Sie sind dem Hessentag zuzurechnen.

weiterlesen »


Keine Meldung über das Einkaufszentrum…

HP HombergErst Sonder-Sitzung zum geplanten Einkaufszentrum, dann keine Information an die Bürger auf der Homepage der Stadt.

weiterlesen »


Investor/Interessent: Mister No-Name

InvestorBürgermeister Martin Wagner gelang das Täuschungsmanöver. Die Stadtverordneten nahmen ihm die „Investoren“ ab und gaben ihm grünes Licht zum Geldausgeben.

weiterlesen »


Informationsblatt zum Weitergeben

Erhalten statt abreißen

Informationsblatt zum Weiterschicken, zum Ausdrucken und Weitergeben an Nachbarn und Kollegen.

weiterlesen »


Stil des Hauses CTL : Aufreizend und giftig

CTL informiertWer gedacht hat die Entgleisungen des Vorstands Erich Wietzel kurz nach dem Chemieunfall am 16. Februar sei streßbedingt, sieht in die Äußerungen anläßlich des Tages der offenen Tür am 19. März, das ist der Stil des Hauses CTL.

weiterlesen »


Einkaufszentrum alternativer Standort

Einkaufszentrum Alternative Es geht auch ohne Zerstörung der historischen Fachwerkstadt.
Einkaufszentrum ist direkt vor dem Eingang zur Altstadt möglich, wie in Fritzlar.

weiterlesen »


Des Bürgermeisters neue Projekte

Des Kaisers neue KleiderKeine Oppositionspartei sieht Chancen für ein Einkaufszentrum, doch wagen sie es nicht zu sagen. Man könnte sonst meinen, sie würden sich nicht für die Innenstadt einsetzen.
Das der Kaiser nackt ist, das sagt im Märchen das Kind.

weiterlesen »


Beschluss führt zum Ende der Stadtentwicklung

Marktplatz Ost Stopp aller bisheriger Projekte. Priorität liegt auf Einkaufzentrum.

In der mehrjährigen

weiterlesen »


Der Auftritt der Investoren

BühnenvorhangInvestoren?
Private Person?
Keine Internetseite?
Keine Kostengrößen?
Keine Reverenzprojekte?

Was sind das für Investoren?

weiterlesen »


Großflächiger Abriss in der Fachwerkstadt

Haus Baumbach z.B. Baumbachsches Haus
und viele andere mehr

weiterlesen »


Druckansicht Druckansicht

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt MediendesignBeiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA. Impressum Impressum