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Magnetbetrieb: Vorsicht Magneten habe zwei Pole

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Ein Magnetbetrieb für Hombergs Innenstadt, scheint für manche die Lösung zur Belebung der Innenstadt zu sein. Mit Metaphern muss man vorsichtig umgehen. Ein Magnet hat zwei Pole, einer zieht an, der andere stößt ab.

Ein großer Magnetbetrieb in der Homberger Innenstadt soll die Menschen anziehen, die dort kaufen sollen. Wenn es um Lebensmittel geht, muss man in Rechnung stellen, dass die Gewinnmarge bei Lebensmitteln sehr gering ist. Wirtschaftlich trägt sich ein solcher Betrieb nur wenn großer Umsatz möglich ist. Großer Umsatz heißt auch einen großen Warendurchfluss, heißt viel Ware anliefern, viel Ware im Einzelnen abtransportieren. Es braucht also Anlieferungsmöglichkeit für große Sattelschlepper, wie sie heute die Handelsunternehmen für die Anlieferung einsetzen. Auf der anderen Seite braucht es viele Parkplätze in unmittelbarer Ladennähe, um die Warenmengen abzutransportieren.
Angesichts dieser Rahmenbedingungen kann man mit einem solchen Konzept in einer historischen Altstadt nur Scheitern oder sie kaputt machen.
Zum Glück hat man schon in der Vergangenheit gelernt und das Planungsrecht hat sich geändert. Großflächiger Einzelhandel darf nur in Citylagen oder außerhalb errichtet werden. Für ein Situation wie in der Homberger Innenstadt kommt das nicht zum Tragen.

Was kann sonst anziehend sein?
In die Innenstadt gehören Branchen, die wirtschaftlich betrieben werden können, weil sie branchenüblich eine höhere Gewinnspanne haben, also nicht auf riesigen Warendurchsatz angewiesen sind. Bloß wie wird ein solches Unternehmen so attraktiv, dass es magnetisch Menschen anzieht.

Künstlerrunde im Spektrum mit Fenster

"Muss es immer mehr Verkaufsfläche sein?" [1] mit dieser Frage verweist ein österreichischer Autor auf ein kleines erfolgreiches Vorhaben in einem Tiroler Ort von nur 1000 Einwohner. Dort wird ein Café und Laden betrieben, der noch zahlreiche weitere Leistungen anbietet.
Lesen Sie selbst bei https://www.gietls.com/home.htm [2] .

Das Geheimnis des Erfolges ist nicht nur die Kombination verschiedener Dienstleistungen, sondern die Schaffung eines Umfeldes, in dem man sich gerne länger aufhält, sich setzen und lesen kann, Kaffee bekommt, nach einer der Zeitungen greifen kann. Also wo man sich wie zu Hause fühlt.

Für diese Art gibt es auch schon einen Begriff im Marketing-Jargon: Being Spaces [3] .
Einen Magnetbetrieb in dieser Art haben wir schon in Homberg. Im Spektrum am Markt , kann man sich aufhalten, Kaffee trinken, sich treffen und natürlich auch verschiedenes Kaufen, vom Buch und CD über die Theaterkarte bis zu ausgewählten Lebensmitteln.

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#1 Kommentar von Mietze am 2008 Dezember 4 00000012 11:22 am 122838615811Do., 04 Dez. 2008 11:22:38 +0100

Ein „Magnetbetrieb“, also ein Lebenmitteldiscounter (allein schon der Name schreckt ab) hat am Marktplatz nichts zu suchen. Viel zu viel Hektik und das Verkehrsaufkommen würde sich vervielfachen. Die Altstadt hat einen besonderen Charme und meist sehr kleine Geschäftsflächen, was den Charme widerum ausmacht. Wenn man sich die Geschäftsräume von Fa. Trinkus,Spektrum,Augenweide ,ect. ansieht, bemerkt man die besondere Atmosphäre, die durch die „alten“Gemäuer erzeugt werden kann. So kann ein jedes Geschäft sein individuelles Gesicht zeigen, eine behagliche Umgebung schaffen und Käufer zum Verweilen einladen (hängt sicherlich auch vom Angebot ab). Kommt man in einen REWE-;Aldi-, oder Lidlmarkt, kann man schon nach kurzer Zeit vergessen in welcher Stadt man sich aufhält, da die Anordnung des Marktes sehr einseitig und monoton wirkt .Hat auch verkaufstechnische Gründe,sicherlich. Aber bitte nicht in der Innenstadt.

#2 Kommentar von Barolle am 2008 Dezember 4 00000012 12:21 pm 122838968812Do., 04 Dez. 2008 12:21:28 +0100

@Mietze
Du hast Recht – aber wer solche Vorschläge macht, die ja auch nicht neu sind, der muss nicht nur fordern sondern auch vorschlagen wie sich das erreichen läßt ?
Wenn gleichzeitig hier im Forum von sinkenden Einwohnerzahlen , fehlender bzw sinkender Kaufkraft die Rede ist. Wobei man auch vergisst das vermutlich die Einkommenssituation im Raum Homberg niedriger liegt wie in anderen Stadteinzugsbereichen.
Wenn die innerhalb der Stadtmauern liegenden Teile der Stadt in sehr großem Umfang sanierungsbedürftig sind und zwar unabhängig von Geschäftsräumen oder Wohnangeboten.
Sie entsprechen weitestgehend nicht dem Standard der heute nötig ist um Menschen anzulocken.
Der muss auch der Tatsache Rechnung zollen, dass diese Menschen ihr Fahrzeug ebenfalls möglichst am Haus abstellen wollen, das sie nicht erst zum Osterbach fahren müssen um Lebensmittel in großer Auswahl und zu günstigen Preisen zu finden.
Der muss auch wissen, das selbst auf ein etwas hochpreisigeres Angebot die Kunden nicht vom Osterbach in die Stadt fahren wenn dort das Angebot nicht ihrem Bedarf entspricht oder man sofern es mehr werden, nach freien Plätzen suchen muss statt einfach vorzufahren ?
Dann fährt man nicht extra vom Osterbach in die Innenstadt.
Dann fährt man nach wie vor einmal die Woche dahin, wo man alles bei einem Bummel unter einem Dach oder konzentriert auf kleiner Fläche findet. Und noch dazu in einem riesigen Angebot das auch alle Preisklassen einbindet.
Dazu zählt auch die Konkurrenzsituation mit Schwamstatd, fritzlar, Melsungen, Knüllwald und Frielendorf die einen Einzug aus diesen gebieten eher unwahrscheinlich machen.

Nur allein ein historisches Ambiente und leere Flächen eines kaputt sanierten Marktplatzes recihen da nicht !

Dazu Service Beispiele aus Homberg:

Ein Kunde möchte eine preisgünstige Jeans. Der niedrigste Preis den er vorfand : 80 €.
Dazu nicht in seiner Größe. In einem 2. Geschäft ähnliche Preise – die Auswahl aber nur für schlanke Menschen – wo doch Deutschlands Bevölkerung unter Übergewicht leidet. –
Als Alternative : Wenn schon PR für ein Unternehmen dann bei AWG in Melsungen findet man schon ab 9,90 € Jeans in diversen Farben. Und wenn man höflich bitte ist die Hose in der Länge schon mal nach 30 Minuten für 6 € geändert. Und in der zwischenzeit hat man eine reichhaltige gastronomische Auswahl zu Fuß auch in max 10 Minuten erreichbar. Und Parkplätze rund um die Innenstadt. bei AWG möglicherweise auch am Haus ! Und die Pizzeria macht auch nicht erst um 17 Uhr auf oder Cafe’s haben nicht Samstags geschlossen.

Man in Homberg mindestens 15 Minuten warten muss damit der Splint eines Armbandes ersetzt wird – statt das er es sofort eingebaut erhält. Wenn Geschäfte sich noch 3 Tage vor Beginn des Clobesmarktes nicht sicher sind, ob sie nun und wann sie göffnet haben.
Es keine einheitlichen Öffnunsgzeiten gibt und man Mittwochnachmittag plötzlich vor geschlossenen Türen steht ; vermutlich nur damit die Pfläzchen in Ruhe und ungestört von Kunden wachsen können.

Wenn sich die Werbung für den Clobesmarkt auf Türmer und Schreibfehler als ersten Eindruck stützt.
Man redet von Kids – meint aber eher die noch Jüngeren, denn für die Kids ab 10 oder so wird kein Angebot unterbreitet.
Hat man in Homberg noch nie von PC Games und Spielekonsolen gehört ? Von LAN Party’s ?
Wo bleibt die Stadtjugendpflege die ja durch einen erfahrenen Journalisten und im Stadtmarketing erfahrenen verstärkt wurde ? Wenn auch unter recht dubiosen Umständen und Einsatzgrundsätzen !

Bleibt der vorletzte Punkt :
Was nutzen all die schönen Vorschläge, seit Jahren übrigens fast immer die Gleichen, wenn die Politik in Homberg nicht im Stande ist statt dauernder großer Worte; voran der Bürgermeister ( Was habe ich alles gemacht, das ist nicht Sache der Stadtverordneten, ich bin der Bürgermeister, wir haben die Mehrheit, ich habe keinen Einfluss auf den Regionalplanung, da muss ein professionelles Stadtmarketing her, Vertragsschlüsse und Handlungen hinter dem Rücken der Bürger wie in Dickershausen, Lügen bis hinein in Presseinterviews, Überschreitungen eigener Handlungsgrenzen, Parkdeck und radlader um nur 2 zu nennen,und spätere „Heilung“ durch die „Mehrheit“ usw usw ) sinnvolle Planung auf lange Sicht zu gestalten.
Seit 6 Jahren ( und länger ) herscht in Homberg mehr als nur Stillstand!

Und das Schönste kommt wie immer am Schluss :
Leider kein guter Schlusspunkt.
Um da was anzuschieben braucht man Geld.
Und da hat Homberg sein mögliches Investivkapital verschossen.
Wie zu Recht die kommunale Rechnungsprüfung feststellte !

Homberg hat incl. aller mehr oder weniger gut versteckter und kaschierter Verpflichtungen und einschl der Kasssenkredite eine Verschuldung von, so meine ich, ungefähr 55 Millionen

1. Die „echten“ nackten Kredite von ca 40 Millionen.
2. Verbindlichkeiten aus erst in der Zukunft möglichen Einnahmequellen ( Mühlhäuser Feld , Stadtumbau usw )
3. Hessentagskosten die nicht aufgeführt sind wie z. B. die irreale Größe Personalkosten
4. Kassenkredite
5. geplante Ausgaben die jetzt zur Entscheidung anstehen
6. mögliche Kosten aus gesetzlichen Vrepflichtungen im bereich Umweltschutz
7. Erschließungskosten
8. Stadtsanierung
9. Was ich nicht weiß und wissen kann ( die Stadtverordneten vermutlich auch nicht )

Welcher Unternehmer fühlt sich von so einem Umfeld animiert zu ivestieren ?
H&M, Vockeroth oder Tegut ? Der BioBauer ?
Es reicht im Prinzip ja noch nicht mal um einen Wochenmarkt der den Namen verdeint zu realisieren !

So Mieze, um es mit Trappatoni zu sagen : “ Ich haben fertig !“

Und jetzt DU und all die Träumer mit den tollen Ideen : Wer von Euch investiert in eine seiner Ideen in Homberg ?

#3 Kommentar von Mietze am 2008 Dezember 4 00000012 8:27 pm 122841882808Do., 04 Dez. 2008 20:27:08 +0100

Lieber Barolle!

Der „Homberger Hingucker“ ist eine Plattform für alle, die es satt haben, ausschließlich der HNA ihr Gehör zu schenken! Hier wird man real und ehrlich in unserer Region mit Informationen versorgt und kann auch mal „hinter die Kulissen“ sehen . Hier kann man sehen, wie mit uns umgegangen wird, was im Alltag uns anders suggeriert wird. So wird ein mancher etwas wacher durch unseren Alltag gehen, Informationen anders wahrnehmen und Entscheidungen besser prüfen.

Hier sind seit Anbeginn des Hinguckers viele tolle interessante Ideen und Vorschläge gemacht worden und das ist auch gut so! Man sieht das Interesse an der Stadt und der Umgebung.

Einige Sachen liegen im Ermessen der Politik/des Bürgermeisters,ect. geändert zu werden. Andere wiederum im Ermessen der Geschäftsleute (oder die es einmal werden wollen).
Investiert hat jeder, der hier seine Gedanken zu den Themen freigegeben hat.

Da Du schon so viele schöne Ideen zu verschiedenen Themen gegeben hast und einige Ideen noch in deinem Kopf herumschwirren, freue ich mich schon auf deine Geschäftsidee.

…und alle Träumer: Träumt weiter!! So kommen sicherlich noch weitere tolle Ideen zustande!!

Leider stehe ich dem freien Markt noch nicht zur Verfügung, da mein Familienunternehmen noch in jungen Füßen steckt!

#4 Kommentar von avaio am 2008 Dezember 4 00000012 11:29 pm 122842975411Do., 04 Dez. 2008 23:29:14 +0100

Die Magnetbetriebe unterscheiden sich vom gewöhnlichen Magnetismus auf besondere Art. Sie basieren auf Paramagnetismus. Paramagnetismus ist eine Ausprägungsform von Magnetismus in Materie. Ein Paramagnet magnetisiert sich in einem externen Magnetfeld so, dass er das Magnetfeld in seinem Innern verstärkt.

Das würde für Homberg bedeuten, die Innenstadtkaufleute profitieren von der Magnetwirkung eines Einzelhandelszentrums z. B. in der Kasseler Strasse.

#5 Kommentar von Barolle am 2008 Dezember 5 00000012 6:51 am 122845627506Fr., 05 Dez. 2008 06:51:15 +0100

Liebe Mietze !

….dann viel Erfolg bei der Aufzucht der „jungen Kätzchen“, sturmfreie Zeiten und das mit den Träumen war mehr dazu gedacht die harte Realität der Wirtschaft nicht außer acht zu lassen.

Denn nur wer den Mut zum Träumen hat – der hat auch die Kraft zu kämpfen.

Daher allen , auch denen die sie noch weniger an Träumen beteiligen, eine Weihnachtszeit die nicht an der Zahl der bunten Lichter, der Größe oder des Preises der Geschenke gemessen wird, sondern daran wie oft man selbst ein Lächeln verschenkte und zurückerhielt.
Dran das man Zeit füreinander findet
Zeit um die Hektik des Alltags vor der Tür zu lassen.

Und uns allen für die Zukunft den Erhalt der Freiheit, des Friedens und der täglichen persönlichen Zufriedenheit.