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Leserbrief Nr. 7

Homberg braucht dringend einen Neuanfang

 Dr. Klaus Lambrecht

Im HNA – Artikel vom 3. März 2026 deutet der amtierende Bürgermeister Dr. Ritz plötzlich an, wie ernst die finanzielle Lage in Homberg ist. Man müsse die Gesamtschau immer im Blick haben, darum könnte es sogar erforderlich werden, Brücken und Straßen nicht mehr zu erhalten. Genauso fordert er eine Gesamtschau und Abwägung von Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Dies ist eine völlig neue Sichtweise, bisher spielte die Wirtschaftlichkeit von Projekten keine Rolle, Pflichtaufgaben wurden liegen gelassen. Und dies alles konnte passieren, weil Magistrat und Stadtverordnetenversammlung in den meisten Fällen alle seine Wünsche und Vorlagen ohne öffentliche Abwägung und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchgewinkt haben. Insofern sind auch viele der jetzt seit Jahren amtierenden Kandidaten der Parteien Schuld an der Situation.

Wie ist es sonst möglich, dass das Klinikgelände gekauft wurde, Häuser verschenkt und verkauft wurden, ohne die Notwendigkeit oder Nutzung überhaupt zu erörtern? Als Beleg dieser Versäumnisse führe ich auch an, dass entgegen dem Beschluss der Stadtverordneten am 17. Februar 2022 bisher keine Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Café im alten Friedhof durchgeführt bzw. veröffentlicht wurde. Fast zeitgleich mit der HNA wird aber der Bau eines solchen Cafés auf der Homepage als weitere Maßnahme gepriesen. Von der weiteren Zerstörung des ehemaligen barrierearmen Friedhofs ganz zu schweigen.

In den letzten Jahren führte die Gier der Entscheidungsträger nach Fördermitteln auch zu dem hohen, nur zu erahnenden Schuldenstand, weil von den Fördergeldgebern meistens eine Anteilsförderung aus Eigenmitteln gefordert wurde.

Nicht ohne Grund weist der Landesrechnungshof in seinem Kommunalbericht 2025 (Stand 2023) auf die hohe Verschuldung Hombergs hin. Mit den Schulden von damals 5.413 Euro pro Kopf der Einwohner steht Homberg an fünfter Stelle der Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern mit einem Gesamtschuldenstand im Kernhaushalt. Der Schuldenstand dürfte jetzt schon weitaus höher liegen, da große Investitionen (Stadion, Schwimmbad, etc.) in 2024 bis heute getätigt oder beauftragt worden sind, ohne das Fördermittel oder die Finanzierung gesichert sind.

So kann es nicht weiter gehen, wir brauchen einen klaren Politikwechsel personell und in der Schwerpunktsetzung unter Berücksichtigung des Schuldenstandes und des Bürgerwillens und. Die nachfolgenden Generationen werden es uns danken.