18 Fälle aus 18 Jahren
Auswahl aus den Recherchen in einer deutschen Kleinstadt
Im Januar 2008 entstand aus einer spontanen Idee der "Homberger Hingucker".
Aus der Fülle der fast 6.000 Beitragen, die seitdem veröffentlicht wurden,
soll an 18 hervorstechende Fälle erinnert werden.
Keine kleinen Fälle, sondern schwere kriminelle Fälle,
aber auch politische Fälle,
mit denen die demokratische Grundordnung untergraben wird.
Fall 5: Kasernenkauf
Nach dem Beschluss, bundesweit zahlreiche Kasernen zu schließen, untersuchte das hessische Wirtschaftsministerium die verschiedenen Standorte unter dem Gesichtspunkt, wie gut sie wirtschaftlich weiter genutzt werden können.
In der Studie wurde für Homberg von einer Entwicklung zu einem Gewerbegebiet ausdrücklich abgeraten.
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümer hatte die Aufgabe, die Objekte zu vermarkten. Deren Vorschläge wurden von Bürgermeister und Homberger Parteien abgelehnt.
Die Kommunalpolitiker träumten von größeren Projekten, obwohl die Studie des Wirtschaftsministeriums warnte und von dem Kauf der Kaserne abriet.
Die Stadt bekam die Hilfe der Hessischen Landgesellschaft (HLG), die auch den Ruf hatte: „Hessens liebe Gauner“.
Sie erwarb das Kasernengelände und verkaufte gleichzeitig einen großen Teil mit mehreren Gebäuden an einen Stadtverordneten weit unter Wert, für nur 3, 61 €/qm. Später wurden anderen Käufern 30 €/qm berechnet. Alle Kosten der HLG, die nicht durch Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf gedeckt werden, muss die Stadt zahlen, das heißt die Homberger Bürger. Schaden für die Stadt 500.000 Euro, erklärte ein SPD-Stadtverordneter [1]
Der erste Käufer war ein Stadtverordneter. Auf dem Gelände (38.385 qm) mit einem Casino, einer Sporthalle und einem großen Heizkraftwerk finden seitdem sporadisch Trödelmärkte statt.
Der Stadtverordnete wollte auf dem Gelände mit seinem Partner Autos für Elektroantrieb umbauen, erläuterte er in der Stadtverordnetenversammlung. Die Mehrheit glaubte das und stimmte zu. Zu einer Autowerkstatt ist es nie gekommen.
Der Kauf sollte insgeheim dazu genutzt werden, das Projekt "Panzerverschrottung" nach Homberg zu holen, was nach verlässlicher Insider-Information nur der Demobilisierung und der geheimen Einlagerung der Panzer dienen sollte. Mit der Demobilisierung statt der Verschrottung sollten die Vereinbarungen der KSE-Vereinbarung (Rüstungskontrollvertrag) auch in Homberg unterlaufen werden, wie schon in Nordthüringen.
Ein großer Teil der Fläche, die nach der Studie wirtschaftlich nicht zu nutzen sei, steht auch heute noch leer.
https://homberger-hingucker.de/ministerium-warnte-vor-kasernenkauf-rueckbau-der-kaserne/ [2]
https://homberger-hingucker.de/kasernen-waren-kein-geschaeft-fuer-die-stadt/ [3]
https://homberger-hingucker.de/10-jahre-kasernenkauf-3-innovative-abzocker/ [4]
https://homberger-hingucker.de/abrechnung-kasernenkauf-wie-gross-ist-der-verlust/ [5]
https://homberger-hingucker.de/vor-10-jahren-kauf-der-kasernen-stoff-fuer-eine-krimi-serie-1/ [6]