- HOMBERGER HINGUCKER MAGAZIN - https://homberger-hingucker.de/ -

Die geheimen Interkontinentalreisen des Bürgermeisters

Foto aus Instagram: Polonaise mit Bürgermeister Dr. Nico Ritz beim Galadinner in Wando in Südkorea

2024: Im November reiste der Bürgermeister mit einigen Mitgliedern aus dem Rathausumfeld nach Ubatuba in Brasilien. Die Stadt veröffentlichte nichts von der Reise, somit auch nicht die Lokalzeitung. Erst die Hingucker-Recherche brachte die Reise ans Tageslicht. 

2025: Dr. Nico Ritz reiste nach Südkorea zum Treffen der Bürgermeister der Cittaslow-Städte. "Cittaslow International Assembly 2025 vom 19. bis 22. Juni 2025"

Wieder brachte erst  die Hingucker-Recherche die Reise ans Tageslicht. Weder Cittaslow Deutschland noch Cittaslow International antwortete auf die Anfragen. Von den deutschen Cittaslow-Städten war kein weiterer Vertreter zu finden.

2026: Am 19. Oktober geht die Reise wieder nach Brasilien, diesmal wurde es durch Gespräche bekannt, weil auch Schüler des Gymnasiums mitreisen. 

Die Hingucker-Recherche wurde 2025 dadurch ausgelöst, weil die Stadtverordneten eine Städtepartnerschaft mit Ubatuba in Brasilien wortlos beschlossen hatten, ohne Nachfrage, ohne Diskussion. Informationen fanden sich auf den Internetseiten von Ubatuba. Die Homberger wurden erst indirekt durch die HNA darüber informiert, die ein Gespräch über Südamerika mit dem Bürgermeister führte, deren Hauptaussage war: "Es war keine Vergnügungsreise."

 

Wie ist die Rechtslage?


Kann der Bürgermeister einer Kleinstadt sich einfach entschließen auf Kosten der Stadt in der Welt herumzureisen?
Es gab keinen Beschluss der Stadtverordneten eine solche Reise durchzuführen. 
Solche Reisen bedürfen der Genehmigung. Wer hat wann eine solche Reise genehmigt?

Eine KI-Anfrage bringt die folgende Antwort:

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof weist ausdrücklich darauf hin, dass Auslandsdienstreisen von Bürgermeistern häufig vom Vorsitzenden des Gemeinde- bzw. Stadtparlaments genehmigt werden, um Streit über die Berechtigung und Kosten der Reise zu vermeiden.

Zu der Zeit der Ubatuba-Reise war der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Jürgen Thurau (SPD), ob er die Reise genehmigt hat ist unbekannt.


Bei der Reise nach Korea scheint sich Dr. Nico Ritz die Reise als Mitglied des  International Coordinating Committee [1]von Cittaslow selbst beauftragt zu haben.  Erst seit Juni 2026 ist er dort nachweisbar.

Foto: Cittaslow 

 

Foto: Dr. Ritz auf dem Bürgermeistertreffen in Korea 2025

 

Wer trägt die Kosten der Bürgermeister-Reisen?

Im Haushaltsplan der Stadt gibt es keine Haushaltsstelle für Ubatub. Auffällig ist, dass 2024 die Reisekosten erheblich höher lagen als in den vorherigen Jahren, das war das Jahr, als die Homberger Rathausgruppe nach Ubatuba reiste.
Ein Teil der Kosten wurde durch Fördermittel des Bundes von engagement global übernommen. 

Siehe auch: https://homberger-hingucker.de/unerklaerliche-kostensteigerungen/ [2]


 

Die Auslandsaktivitäten des Bürgermeisters stehen im Kontrast zu den in Homberg liegen gebliebenen Pflichtaufgaben.
Zum Beispiel der Bau des Kindergarten Wernswig, der seit Jahren immer wieder neu angekündigt worden ist. Angeblich müsse er wieder um geplant werden. Das scheint nur eine Verschleierung der Tatsache zu sein, dass das Geld nicht vorhanden ist. 

Seit wieviel Jahren wurde über das neue Feuerwehrgebäude gesprochen. Noch immer ist nicht einmal ein Plan erststellt worden. Dafür wurden "Studenten und Experten" eingeladen und bezahlt, damit sie sich Gedanken machen, was einmal mit dem jetzigen Feuerwehrgebäude geschehen soll. In diesem Zusammenhang hat das Kasseler Architekturbüro ANP sogar bereits einen neuen Stadtzugang mit Aufzug geplant. Alles teuer bezahlte heiße Luft. Nichts davon hat wirklich etwas verändert. Obwohl an dem Gebäude, dem ehemaligen Computergeschäft in der Untergasse" keine baulichen Veränderungen vorgenommen wurden, hat die Stadt mit dem Fördermittelgeber 160.000 Euro Baukosten abgerechnet. 
Wie würde man das nennen, wenn  eine Privatperson so gehandelt hätte?