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Das Familien-Café im 1-Minuten-Stadtpark – im Abseits

Stadtpark und Einkaufszentrum mit dem jeweiligen gastronomischen Angebot
Quelle: Luftbild aus dem hessischen Geoportal 

 

Den 1-Minuten Park kann man in einer Minute durchqueren,
so groß ist der kleine Homberger Stadtpark
(9.000 qm)
in dem jetzt unbedingt auch noch ein Familiencafé gebaut werden soll.
So bekommt die 5-Minuten-Stadt den dazu passenden
1-Minuten Stadtpark.

 

Abbildung: Planzeichnung des Familiencafés Stand 2021, die Sitzplätze sind auf der Außenterrasse.
Es ist eher ein Kiosk mit Ausgabestelle. Eine Toilette für Gäste gibt es in der ersten Planung nicht.

 

Das Familiencafé ist ein zentraler Baustein
in der Aufwertung des Stadtparks
als innerstädtische Grünfläche und
erfüllt wichtige Funktionen im Bereich
der Versorgung als auch der sozialen Kontrolle. 

Quelle Beschlussvorlage 23.05.2024 [1]


Die Begründung für ein Café ist nicht überzeugend

Das, was als Stadtpark bezeichnet wird, ist nur eine relativ kleine Grünfläche, es war vor 200 Jahren der aufgelassene Friedhof für die Stadt. In den letzten Jahren sollte die Homberger-Altstadt die 5-Minuten-Stadt sein, eine Stadt der kurzen Wege. Nach diesem Maßstab ist der Stadtpark eine 1-Minuten-Park, denn länger braucht man nicht für die 110 Meter bis zur Kirche oder die 85 Meter vom "Familiencafé" bis zum Einkaufszentrum.

Als das Einkaufszentrum gebaut wurde, war festgelegt, dass es keine Sitzplatzgastronomie darin geben sollte, um die Gastrobetriebe in der Altstadt zu schützen. Was ist geschehen? Die Stadt hatte noch ein städtisches Grundstück verkauft, damit die Terrasse an der Ziegenhainer Straße gebaut werden konnte. Abweichend von der ursprünglichen Planung wurde der sogenannte Food-Court eingerichtet. Das Versprechen, keine Sitzgastronomie im Einkaufszentrum zuzulassen, wurde einfach "vergessen", das Interesse des Projektentwicklers hatte Vorrang.

Daneben das ehemalige Lokal von Karger, jetzt Bistro von Tunc. Am "Blumentor" war das Café Breiding, jetzt weiterhin ein gastronomischer Betrieb. Dann hat die Stadt auch noch ein Schülercafé geplant, als außerschulischen Lernort. Dann können die Schüler nach der Schule auch noch in der Woche in der Stadt bleiben und bedienen, die kosten ja nichts, ist ja ein Lernort. 
Wo die Stadt das "Familien-Café" plant, gibt es gar keinen nennenswerten Fußgängerverkehr. 
In den Minipark gehen vor allem die Menschen, die in der Altstadt wohnen und keinen Garten haben.

In dem neuen teuer angelegten Park gab es gleich Ärger wegen der Vermüllung. Anhand des Mülls, wie zum Beispiel der Pizzakartons, sieht man, dass die Besucher wohl nicht das notwendige Geld haben in ein Café oder in eine Pizzeria zu gehen, sie wählen die preiswerteste Lösung, kaufen und gehen damit in den Park. Von den wenigen Parkbesuchern kann kein Café seine Kosten decken. Aber soweit können die Homberger Schildbürger nicht denken.
Wer kommt nur auf diese Idee, im Abseits des Miniparks ein jetzt sogar zweigeschossiges Café zu bauen, ergänzt noch durch eine "Mensa".

Wirtschaftlich ist dieses Vorhaben nicht zu rechtfertigen. Vielleicht ist das Ganze auch nur eine Ablenkung, um dann etwas anderes daraus zu machen.
Markantestes Beispiel das Multifunktionshaus, das auch nur mit Tricksereien gebaut wurde. 


  
Zum Vergleich die Größe des Busbahnhofs – ohne Versorgung, ohne Toiletten.