Auf dem Burgberg wird angebaut
Das sagt der BĂŒrgermeister
In der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, dem 11. September informierte BĂŒrgermeister Dr. Nico Ritz die Stadtverordneten ĂŒber den Burgberg.
Ihm war aufgefallen, dass es einen Beschluss gibt, nach dem die Bau- und KostenplĂ€ne vor dem Antrag der Baugenehmigung der Stadtverordneten vorzulegen sind. Man solle sich nicht wundern, wenn neben dem Burgbergrestaurant ein Bagger stehe. Mit diesem Bagger soll nur zum Zwecke der Baugrunduntersuchung geschĂŒrft werden.
Das konnte der BĂŒrger sehen
Am Montag, 15.September machte ein fachkundiger BĂŒrger Fotos (Zeitpunkt ca. 17:00 Uhr), die zeigen, dass hier bereits Betonfundamente geschĂŒttet worden waren. Bis zu diesem Zustand waren Vorarbeiten notwendig: BĂ€ume und GebĂŒsch fĂ€llen und abtransportieren, vorhandenes Ăberdach abbauen, Abbau der vorhandenen Treppenstufen und ausbaggern.
Fundamentgraben ausschachten, einschalen, Stahlbewehrung biegen und einbauen, Streifenfundament mit Beton fĂŒllen, Terrain mit Schotter auffĂŒllen und abrĂŒtteln. Auf der RĂŒckseite des KĂŒchenanbaus ist das nur in Handarbeit möglich gewesen.
Zwischen der Aussage des BĂŒrgermeisters und den sichtbaren Tatsachen besteht ein Widerspruch. Der BĂŒrgermeister erklĂ€rte glaubhaft, dass er von diesen BaumaĂnahmen nichts gewusst hat. Da stellt sich die Frage, wer hat ihm die Information ĂŒber die angebliche Baugrunduntersuchung gegeben? Als BĂŒrgermeister muss er sich auf die Zuarbeit der Fachabteilung verlassen können.
Argument Baugrunduntersuchung ist falsch
Um das zu erkennen, muss nur der logische Zusammenhang geprĂŒft weden: Eine Baugenehmigung liegt vor. Dazu musste ein Bauantrag mit einem Standsicherungsnachweis eingereicht werden. FĂŒr die Statik musste die TragfĂ€higkeit des Baugrunds bekannt sein. Das um so mehr, da es sich hier um eine Hang-Bebauung handelt, die auf den Abraum der Burgfreilegung erfolgt.
Zu dem vom BĂŒrgermeister genannten Zeitpunkt wĂ€re eine Baugrunduntersuchung zu spĂ€t gekommen. Sie hat auch nicht stattgefunden, sie ist erfunden worden. Von wem?
Zeitfenster zu klein
Wenn es heiĂt, am Donnerstag abend sei noch nicht mit dem Bau begonnen worden, mĂŒssten all die aufgefĂŒhrten Arbeiten in eineinhalb Tagen durchgefĂŒhrt worden sein. Freitag bis mittags und am Montag bis nachmittags. Dies ist unglaubwĂŒrdig, zumal auch eine solche Baustelle organisatorischer Vorbereitungen und Absprachen sowie Bereitstellung von Material, Maschinen und Menschen bedarf.
Was die Fotos zeigen
1 Unter dem eingeschalten Teil ist ein bereits ausgeschalter Betonsockel sichtbar, der muss mindestens zwei Tage vorher geschĂŒttet worden sein, damit er wenigsten ausreichende ausgehĂ€rtet ist, um ihn auszuschalen.
2 Zur AbstĂŒtzung der seitlichen Schalung sind Kanthölzer ins Erdreich geschlagen worden. Ein Zeichen, dass in dem Bereich kein gewachsener Fels vorhanden ist. Auf den Abraumboden in der Hanglage ist keine ausreichende dauerhafte Standfestigkeit gegeben.
3 Blick auf die planierte FlÀche mit einem seitlichen Streifenfundament von der oberen Ebene, wo sich die ParkplÀtze befinden.
4 Blick auf dieselbe FlĂ€che aus der anderen Richtung. Die Bewehrung endet vor der Abbruchkante, es besteht keine kraftschlĂŒssige Verbindung mit dem Mauerwerk oder dessen Fundament. Die Streifenfundamente können am Hang abrutschen, wie das schon bei den Betonplatten der abgerissenen Schuppen zu sehen war.
Die Baustellenabsicherung mit Flatterband reicht in keiner Weise aus und entspricht nicht den Vorschriften.
5 Blick auf die planierte FlĂ€che hinter dem KĂŒchenanbau. Die Fundamentstreifen haben nach Augenzeugenberichten ein maximale Abmessung von 40 x 40 cm im Querschnitt. Damit sind die Fundamente nicht frostsicher gegrĂŒndet. SpĂ€tere BauschĂ€den sind damit vorprogrammiert.
Ein Weiterbau auf dieser mangelhaften GrĂŒndung in der Hanglage ist unverantwortlich und eine Verschwendung von Steuergeldern. Als gelernter Betonbau-Facharbeiter und Bauingenieur könnte ich diese Bauweise nicht verantworten.
Bauschild
Seit Montag ist auch ein Bauschild angebracht, darauf heiĂt es:
„Errichtung eines Wirtschafts- und Museumsanbaus an die BurgberggaststĂ€tte“.
Bauherr: Magistrat der Stadt Homberg (Efze)
Entwurfsverfasser: Dipl.-Ing. Jochen Gontermann
Bauleitung: wie Entwurfsverfasser
siehe auch HNA-Bericht
