Am 10 Juli 2024 wurde in Homberg an der Drehscheibe die 8 Meter hohe sogenannte "Stele der Toleranz" vom Landrat, Bürgermeister und weiteren "Honoratioren" eingeweiht.
Kosten 30.000 Euro.
Als die Stadtverordneten die Aufstellung der Stele beschlossen, wurde ihnen aber nicht mitgeteilt, dass auch ein Text darauf angebracht werden sollte, der die NS-Geschichte verfälscht, Aus Tätern wurden eher Opfer, Opfer eine "braunen Virus".
Seit April 2026 ist dieser Text mit einer schwarzen Platte [1] abgedeckt.
Der sogenannte Künstler der Stele hat zu dieser Verfälschung bisher keine Stellung genommen. Auch nicht der Leiter des benachbarten Gymnasiums, der Bundespräsident Theodor-Heuss-Schule nicht. Auf der Web-Seite des Vereins "Netzwerk Stele der Toleranz" ist seitdem die Homberger Stele auf der Eingangsseite zu sehen, an der Schüler für das Foto platziert wurden. Sollen diese Schüler lernen, dass die NS-Zeit eine Folge eines "braunen Viruses " waren? Wenn schon die Homberger Parteien zu dem Text schweigen, schwindet auch die Hoffnung, das im Homberger Gymnasium ein sachgerechtes Geschichtswissen vermittelt wird.
Der Bürgermeister Dr. Nico Ritz hatte dem Hessischen Rundfunk im Februar 2026 [2] mitgeteilt:
„Die textliche Gestaltung der `Stele der Toleranz` hat in Homberg einen breiten Diskussionsprozess in Gang gesetzt, der im Hinblick auf die entstandenen Irritationen auch als wichtig erachtet wird.
(…) Der Diskussionsprozess (…) ist zwischenzeitlich weit fortgeschritten, sodass im Laufe der nächsten Wochen ein Vorschlag für die zukünftige Gestaltung der Stele vorgestellt wird.“
Bisher ist von dem "fortgeschrittenen" und "breiten" Diskussion in Homberg nichts zu erkennen.
Soviel zum Wahrheitsgehalt der Worte des Bürgermeisters.
Wenigstens ist der Text abgedeckt. Aber reicht das?
Ist mit dem Wort Toleranz gemeint, man müsse solche Geschichtsverfälschungen tolerieren?
Sieht so der Umgang mit dem dunklen Teil der deutschen Geschichte so aus?